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Info- und Dialog-Veranstaltung der neuen Gruppierung stieß auf großes Interesse. Anregungen sollen in Programm für die nächsten Jahre einfließen.

(ty) Mit Fokus auf Beteiligung, Sachlichkeit und konkrete Lösungs-Ansätze ist die neue Wähler-Gruppe "Ernsgaden Miteinander" um Bürgermeister-Kandidat Karl Huber – der zugleich für die Freien Wähler ins Rennen geht – in die heiße Phase des Wahlkampf vor der Kommunalwahl am 8. März gestartet. Bei einer Info- und Dialog-Veranstaltung im Gasthaus Riedmeier brachten sich rund 80 Bürgerinnen und Bürger ein. In mehreren Themen-Runden wurden viele Anregungen gesammelt, diskutiert und dokumentiert – "mit dem Ziel, daraus ein tragfähiges kommunalpolitisches Programm für die kommenden Jahre zu entwickeln", wie Huber betont. Er war bereits 24 Jahre lang – von 1996 bis 2020 – der Rathaus-Chef dieser Gemeinde; seit der jüngsten Kommunalwahl bekleidet er für die "Bürgerliste" den Posten des Vize-Landrats im Kreis Pfaffenhofen.

Die Gesprächs-Runde zu "Bürger-Beteiligung, Ehrenamt und Vereine" wurden von den Gemeinderats-Kandidaten Kathrin Dittmann, Thomas Kund und Max Pohle geleitet. Als zentrales Anliegen gelten Bürger-Beteiligung und Information. Genannt wurden unter anderem der Wunsch nach einem gut aufbereiteten Gemeinde-Magazin, mehr Infos zu laufenden Aktionen und Projekten sowie die Fortführung erfolgreicher Beteiligungs-Formate wie "Zeig her". Auch ein "Tag der Vereine" wurde als Möglichkeit genannt, um Information, Austausch und Mitmachen zu verbinden. Deutlich wurde, welche Bedeutung das Vereins-Leben für den Zusammenhalt im Ort hat. Themen wie gelebte Willkommenskultur, konkrete Unterstützung für Vereine, vereins-übergreifende Investitionen sowie die Idee einer Boule-Bahn als generationen-übergreifender Treffpunkt wurden mehrfach angesprochen. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Ehrenamt und Engagement. Hier nannten die Bürger unter anderem den Bedarf an mehr Unterstützung im Pflege-Bereich, Fragen der Motivation und Anerkennung. Zudem gab es Vorschläge für neue, niedrigschwellige Angebote wie Lese-Omas und -Opas, einen offenen Treff, ein Reparatur-Café, einen Handarbeits-Treff oder eine Job-Matrix. Die gesammelten Beiträge zeigen laut Huber & Co. deutlich: "Gewünscht werden mehr Begegnung, transparente Information, verlässliche Unterstützung für Vereine und Ehrenamt sowie ein starkes Miteinander im Ort."

In der Gesprächs-Runde "Soziales Miteinander" waren die Gemeinderats-Kandidatinnen Elke Dürr, Kathrin Halbritter, Jenny Bökenkamp und Melanie Kund aktiv. Bürger aller Alters-Gruppen brachten Anregungen ein – von Kinder-Betreuung über Jugend-Angebote bis hin zu generationen-übergreifenden Projekten. "Im Fokus standen insbesondere Verbesserungen für Kinder, Jugendliche und Familien", fasst die Wähler-Gruppe zusammen. Genannt worden seien unter anderem der Ausbau von Mittags- und Nachmittags-Betreuung, Lesepaten-Modelle, mehr Treffpunkte für Jugendliche, sichere Fußwege sowie zusätzliche Freizeit- und Bewegungs-Angebote. Auch die Schaffung eines Schlittenbergs wurde angeregt. Eine Rolle spielte zudem die bessere Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Kitas sowie Qualitäts-Sicherung in diesem Bereich.

Ein starkes Signal habe der Wunsch nach generationen-übergreifenden Angeboten gesetzt: Leih-Omas und -Opas, Oma- und Opa-Turnen in der Kinderkrippe oder im Kindergarten und Vorlese-Projekte. Besonders Angebote für Jugendliche seien immer wieder genannt worden – darunter sehr konkrete Ideen wie die Anschaffung eines Basketballkorbs oder einer Tischtennisplatte und geeignete Plätze für Jugendliche, um sich zu treffen, sowie mehr Mobilität für diese Alters-Gruppe. Auch auf die Beteiligung der Jugend an der Gemeinde-Politik wurde eingegangen – zum Beispiel in Form eines Jugend-Sprechers.

Die Runde "Bauen, Ortsentwicklung und Infrastruktur" wurde moderiert von Karl Huber, Michael Riedmeier und Claudia Marx. "Die Teilnehmer sprachen sich deutlich für die Aktivierung innerörtlicher Bauflächen, bezahlbaren Wohnraum, kleinere Mietwohnungen sowie eine stärkere Rolle der Gemeinde bei Bauland und Wohnungsbau aus", so Huber. "Auch betreutes Wohnen wurde als wichtiger Zukunfts-Baustein benannt." Große Bedeutung sei der Daseins-Vorsorge zugemessen worden. Themen wie Wasserversorgung, Wasserqualität, Kanalisation, Nahversorgung und Glasfaser-Ausbau seien intensiv diskutiert worden. Dabei zeigte sich laut Huber: "Neben technischen Lösungen erwarten die Bürger vor allem verlässliche Information, Transparenz und frühzeitige Einbindung."

Im Bereich "Verkehr und Wege" seien viele konkrete Punkte genannt worden – von der Verkehrs-Sicherheit im Umfeld von Kindergarten und Schule über den Zustand einiger Straßen und Gehwege bis hin zu Parkproblemen und klaren Verkehrs-Regelungen. Hier sei deutlich geworden, dass es um alltägliche Sicherheit und Barrierefreiheit für alle gehe. Auch Natur- und Umwelt-Themen, insbesondere die Situation rund um das Feilenmoos, wurden angesprochen. "Dabei wurde weniger der Naturschutz an sich in Frage gestellt, sondern vielmehr der Wunsch nach besserer Information, nachvollziehbaren Entscheidungen und einer ausgewogenen Abwägung zwischen Schutz und Nutzung", erklärt Huber. Das gelte insbesondere für die jährlichen Wegesperrungen im Erholungs-Gebiet und die Grabenpflege. "Die Beiträge zeigen, wie groß das Interesse an einer sachlichen und lösungsorientierten Kommunalpolitik ist", sagt Huber.

Unter der Leitung von Sebastian Franke und Stefan Hufnagel wurden Vorschläge zu "Sicherheit, Mobilität, Energie und kommunale Infrastruktur" zusammengetragen. Informiert und diskutiert wurde unter anderem über bestmögliche Ausstattung der Feuerwehr, regelmäßige Übungen und Nachwuchsarbeit. Auch über Maßnahmen zu Starkregen- und Hochwasserschutz sowie in Krisenfällen wie Stromausfall wurde geredet. Dabei sei klar geworden: "Organisatorische Fragen – etwa klare Zuständigkeiten, feste Anlaufstellen im Notfall und funktionierende Krisenstäbe – spielen in der Praxis eine große Rolle."

Bei Mobilität reichten die Vorschläge von Verbesserungen im Busverkehr über den "Flexibus" bis hin zu sicheren Gehwegen, Verkehrs-Beruhigung und Sanierungs-Maßnahmen. Ziel sei es, Mobilität für alle Generationen praktikabel und alltagstauglich zu gestalten, so ein Fazit. Der Ausbau von Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden, Stromspeicher, Lademöglichkeiten sowie die Nutzung von Förder-Programmen zur Kosten-Reduzierung fanden breite Zustimmung.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wandte sich Bürgermeister-Bewerber Karl Huber an die Gäste und ordnete die Ergebnisse politisch ein. Er sei überwältigt vom Einsatz der Kandidaten und vom Engagement der Bürger, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Zugleich unterstrich er, dass der Weg von Information, Beteiligung und Transparenz für ihn zentraler Bestandteil seiner kommunalpolitischen Arbeit ist. "Mich hat die große Beteiligung und die Sachlichkeit der Beiträge wirklich beeindruckt. Hier zeigt sich, wie viel Wissen, Erfahrung und Verantwortungs-Bewusstsein in unserer Bürgerschaft steckt. Genau darauf wollen wir aufbauen."

"Was hier zusammengetragen wurde, ist kein theoretisches Programm, sondern eine echte Arbeitsgrundlage für die kommenden Jahre", so Huber. "Die Menschen erwarten zu Recht, dass ihre Gemeinde funktioniert – im Alltag, aber auch im Ernstfall. Genau daran knüpfen diese Vorschläge an." Gleichzeitig betont er, dass er den laufenden Wahlkampf nicht als Konfrontation verstehe, sondern als offenen Wettbewerb um die besten Lösungen für Ernsgaden. "Es geht mir nicht um Lautstärke oder persönliche Angriffe, sondern um Inhalte", stellte er klar. "Am Ende entscheidet die Qualität der Ideen – und die Frage, wem die Menschen zutrauen, diese optimal umzusetzen."

Mit Blick auf die kommenden Jahre analysiert Huber, dass die Gemeinde vor großen Aufgaben steht. Als zentrales Projekt sieht er die Sanierung und Erweiterung der Schule. Mit einem Investitions-Volumen von rund vier Millionen Euro sei dies das größte Bauvorhaben in der Geschichte von Ernsgaden. "Das ist eine echte Herausforderung, weil es im laufenden Schulbetrieb umgesetzt werden muss", sagt er. "Das ist wie eine Operation am offenen Herzen – sie verlangt Erfahrung, Fingerspitzengefühl, klare Kommunikation und eine enge Abstimmung mit allen Beteiligten."  Huber verweist auf seine langjährige kommunalpolitische Erfahrung und seine Tätigkeit auf Kreis-Ebene. Er habe vergleichbare Großprojekte während seiner Arbeit in Ausschüssen des Landkreises begleitet und wisse, wie schnell Zeitpläne, Kosten und Abläufe aus dem Ruder laufen könnten, wenn man nicht konsequent steuere. Diese Erfahrung bringe er gerne für Ernsgaden ein.

Weitere Schwerpunkte seiner inhaltlichen Arbeit sieht Huber im Ausbau der digitalen Infrastruktur, der Ortsentwicklung, Familienpolitik sowie der Unterstützung und Förderung der Vereine. Zudem müsse man jungen Familien ermöglichen, dauerhaft im Ort zu bleiben. "Ganztags- und Ferien-Betreuung sind längst keine freiwillige Leistung mehr, sondern eine Pflichtaufgabe für die nächste Wahlperiode." Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei für viele Menschen eine Existenzfrage. Die Bauland-Politik müsse im neuen Gemeinderat wieder deutlich mehr im Fokus stehen.

Positiv hebt er die jüngsten Fortschritte des Landkreises im Bereich der Mobilität hervor. Die neue Busverbindung im Stunden-Takt nach Vohburg und Geisenfeld sowie das geplante flexible Angebot in Richtung Manching seien wichtige Schritte – insbesondere für ältere Menschen. "Mobilität bedeutet Teilhabe, gerade für Senioren und Menschen ohne eigenes Auto", so Huber. "Hier sind wir auf einem guten Weg, dürfen aber nicht stehen bleiben." In Sachen Sicherheit verweist er auf die gute Ausstattung und Leistungsfähigkeit der Feuerwehr, macht aber deutlich, dass der Klimawandel neue Anforderungen mit sich bringt. "Wir brauchen klare Katastrophenschutz-Konzepte, feste Zuständigkeiten und funktionierende Alarmpläne, etwa bei Hochwasser, Starkregen oder Stromausfällen", so Huber. "Darauf müssen wir vorbereitet sein – nicht erst, wenn der Ernstfall eintritt."

Zudem unterstreicht Huber die Bedeutung des Bürgermeister-Amtes selbst. Dieses verlange Zeit, Präsenz und persönliche Ansprechbarkeit. "Ein Bürgermeister muss für die Menschen da sein – erreichbar, verlässlich und entscheidungsfähig", sagt er und rührt die Werbetrommel für sich. "Ich habe Zeit und bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen und könnte ab 1. Mai loslegen – wenn mir die Bürgerinnen und Bürger ihr Vertrauen schenken."

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