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Angeführt wird die Riege von Richard Fischer (42), der erneut ins Rennen um den Chef-Sessel im Rathaus geht. Auch das Wahlprogramm wurde einhellig beschlossen.

(ty) Die Pfaffenhofener ÖDP hat die personellen Weichen für die im März stattfindenden Kommunalwahl gestellt. Bei der Nominierungs-Versammlung, die kürzlich im Restaurant "Song Que" im Ortsteil Eberstetten stattfand, wurde die Stadtrats-Liste einstimmig beschlossen. Alle Namen lesen Sie am Ende dieses Beitrags. Angeführt wird die 30 Männer und Frauen umfassende Riege von Richard Fischer, der zugleich einhellig zum Bürgermeister-Kandidaten der Ökodemokraten gekürt wurde. Der 42-Jährige ist vierfacher Vater und arbeitet als Gymnasial-Lehrer; seit knapp zwölf Jahren ist er Mitglied des Stadtrats. Auf Listenplatz zwei steht der pensionierte Studien-Direktor Reinhard Haiplik (71), der für seine Partei im Stadtrat und im Kreistag sitzt. Auch das Wahlprogramm wurde einvernehmlich verabschiedet. Wir fassen zusammen.

Für Richard Fischer ist es die zweite Kandidatur für den Posten des Rathaus-Chefs von Pfaffenhofen. Bereits bei der jüngsten Kommunalwahl im Jahr 2020 war er für die ÖDP ins Rennen gegangen. Doch weder er noch die drei weiteren Herausforderer konnten dem seit 2008 im Amt befindlichen Thomas Herker (SPD) gefährlich werden, geschweige denn ihn in eine Stichwahl zwingen. Herker, der als gemeinsamer Bewerber von Sozialdemokraten und Grünen angetreten war, kam auf 54,8 Prozent und erhielt damit eine dritte Amtszeit zugesprochen. Christian Moser (CSU) holte damals 34,4 Prozent, ÖDP-Bewerber Fischer verbuchte 7,6 Prozent und Franz Niedermayr (FDP) musste sich mit 3,2 Prozent begnügen. 

Nun will Fischer es erneut wissen. Er setzt sich nach eigenem Bekunden zum Beispiel dafür ein, die Büchereien und das "Haus der Begegnung" zu modernisieren. Er weiß, dass man einwenden könnte, dass dies in Zeiten knapper Kassen nicht oberste Priorität habe. Doch seiner Ansicht nach muss man gerade jetzt solche Projekte angehen. Denn wenn die öffentlichen Kassen angespannt seien, seien es auch die privaten. "Und dann brauchen die Leute Orte, wo sie sich konsumfrei treffen können und Zeit verbringen", sagt er. "Weil sie sich vielleicht nicht neue Bücher kaufen können, weil ein Café-Besuch vielleicht grade nicht drin ist. Und da ist die Stadt in der Pflicht." Gerade jetzt müsse der Bürgerpark hergerichtet werden, gerade jetzt müsse man das "Haus der Begegnung" auf Vordermann bringen.

Man dürfe jedoch den Menschen auch nicht vermitteln, dass die Stadt sich schon um alles kümmere: "Wir müssen ihnen die Möglichkeiten zeigen und eröffnen, selber anzupacken." Man schimpfe, die Stadt solle etwas tun, dass Müll herumliege. Man rege sich auf, dass manches, was es früher gegeben habe, nicht mehr so stattfinde. "Aber das Wichtige ist, dass wir diese Stadt sind – jeder einzelne kann etwas tun und zum Gelingen beitragen", sagt Fischer. "Dieses Gefühl möchte ich wecken und befeuern." Ewald Balser habe es auf den Punkt gebracht: "Die Welt lebt von denen, die mehr tun, als sie müssen." Fischer betont: "Das ist der Spirit, den wir brauchen."

Die ÖDP habe diesbezüglich ein starkes Team, sagt er auch mit Blick auf die Stadtrats-Liste: "Leute, die sich jetzt bereits engagieren, Feuerwehrler und Feuerwehrlerinnen, Engagierte in Vereinen, Kirchen und Eltern-Beiräten, Leute, die anpacken. Die nicht jammern, dass die Kinder nicht sicher über die Straße kommen, sondern Verkehrshelfer in Leben rufen, um nur ein Beispiel zu nennen." Als Bürgermeister würde sich Fischer nach eigenen Worten unter anderem dafür einsetzen, dass die Verwaltung unbürokratisch und lebensnah entscheidet. Aktuell ist das örtliche Gymnasium sein berufliches Tätigkeitsfeld: Seit zwölf Jahren unterrichtet er dort Deutsch, Geschichte und Russisch sowie Politik und Gesellschaft. 

In der Stadtpolitik konnte er nach eigenem Bekunden – gemeinsam mit Reinhard Haiplik – schon etliche Impulse setzen. "Der Schaufenster-Antrag mit großem Trara ist dabei nicht meines", stellt er klar, "sondern lange und intensive Gespräche im Vorfeld und Nachgang von Sitzungen." Das Amt des Bürgermeisters traue er sich zu: "Ich bin ein Mann in den besten Jahren, der die Interessen und Sorgen der Familien in Pfaffenhofen im Blick hat. Als Lehrer habe ich besten Kontakt zur Jugend. Und auch zur älteren Generation habe ich viele Verbindungen. Ich stehe mitten in der Stadt und habe gezeigt, dass ich für sie brenne."

Fischer sagt weiter über sich selbst: "Ich bin zwar nicht der eierlegende Wollmilcheber, aber dafür der bürgerliche Bunte, wertorientiert und weltoffen, traditionsbewusst und innovativ, erfahren in der Kommunalpolitik, unverbraucht an der Spitze. Kein Parteisoldat, sondern ein Mann der Kompromisse. Einfach eine Verbindung vermeintlicher Gegensätze und damit jemand, der die Gegensätze der Stadt versteht und zu versöhnen bestrebt ist."

Das Wahlprogramm der ÖDP

Mit Blick auf die Minimierung des Flächenverbrauchs lautet das Ziel der ÖDP laut Wahlprogramm: "(Ökologisch) sinnvolle Nachverdichtung vor Neuausweisung." Die Schaffung neuer Gewerbeflächen solle "nur behutsam, in überschaubarer Größe und unter strengen Nachhaltigkeits-Kriterien" erfolgen, die "Ausschreibung von Grundstücken bei unbebauten oder größeren Arealen nur nach Kriterien der Quartiers-Entwicklung und Förderung gemeinschaftlichen Bauens". Weitere Sozialwohnungen sollen errichtet werden.

Weiteres Ziel: "Pfaffenhofen bleibt eine Stadt der Familie." Dazu heißt es im Programm der Ökodemokraten unter anderem: "Kindgerechtes, bedürfnis-orientiertes und regionales Essen in Kitas, Mittags-Betreuung und Ganztags-Schule (durch Aufbau einer eigenen Mensa)"; "Arbeitsplätze und öffentliche Einrichtungen aller Art so gestalten, dass auch im Alter und bei Behinderung so viel Selbstständigkeit wie möglich erhalten bleibt"; "Fortsetzung des behinderten-gerechten Ausbaus von öffentlichen Gebäuden, Fußgängerwegen und Verkehrsmitteln"; "Bereitstellen von konsumfreien Aufenthalts-Möglichkeiten für alle".

Die ÖDP will unter anderem Ökoflächen und Ausgleichsflächen vernetzen. Kommunale Unternehmen wie Schulen und Kindergärten sollen Fleisch aus regionaler, artgerechter und möglichst ökologischer Tierhaltung kaufen, weitere Rohwaren und Zutaten aus regionaler und ökologischer Herkunft erwerben sowie ansprechende, ausgewogene Mahlzeiten mit reduziertem Fleischanteil anbieten – aber auch vegetarische beziehungsweise vegane Alternativen. Die Ökodemokraten wollen ferner "ein gutes Miteinander von Hund und Mensch durch klare Regeln".

In Sachen Energie wird als Ziel die "regenerative dezentrale Vollversorgung" gesehen; etwa durch Photovoltaik auf öffentlichen Park- und Gebäudeflächen sowie durch kommunal gesteuerten Windkraft-Ausbau. Die Stadtbücherei und das "Haus der Begegnung" sollen laut ÖDP weiterentwickelt werden – zu mehr Aufenthalts-Qualität. Weitere Ziele: Der kostenlose Stadtbus soll fortgeführt werden; der Durchfahrts-Verkehr soll raus aus der Stadt. Ferner werden unter anderem genannt: "Förderung der Integration und Inklusion in den Arbeitsmarkt"; "wohnortnahe Einkaufs-Möglichkeiten fördern"; "einheitliches Pfand-System zur Reduzierung von Abfall in der Gastronomie".

Die Stadtrats-Liste der Pfaffenhofener ÖDP:

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