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Albert-Gürtner-Freie-Wähler
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Der LBV ruft zur Teilnahme an der Aktion auf und betont: Die übermittelten Daten helfen dabei, zu verstehen, wie sich die Vogelwelt verändert.

(ty) Der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und sein bundesweiter Partner "Nabu" rufen zur 21. Auflage der "Stunde der Wintervögel" auf. Eine Stunde lang sollen Bürgerinnen und Bürger am kommenden Wochenende – von Freitag, 9. Januar, bis Sonntag, 11. Januar – die Vögel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen sowie unter unter www.stunde-der-wintervoegel.de melden – egal ob in der Stadt oder auf dem Land. "Wer eine Stunde lang bewusst hinschaut, entdeckt oft mehr als erwartet. Gerade im Winter tauchen manchmal überraschende Gäste auf", erklärt die LBV-Biologin Angelika Nelson. So könnten heuer Finkenvögeln wie Bergfinken oder Erlenzeisige, die aus Skandinavien nach Bayern kommen, für Freude am Futterhaus sorgen. 

"Ist das Samen-Angebot in den borealen Nadelwäldern Skandinaviens mau, machen sich viele Finkenarten auf den Weg nach Süden, um dort nach Nahrung zu suchen", erklärt der LBV. Dabei tauchten auch Arten auf, die sonst nicht oder nur selten im Freistaat vorkämen. "Vergangenes Jahr kam es beispielsweise zu einem außergewöhnlich starken Einflug von Bergfinken. Auch Erlenzeisige gehören zu den möglichen Wintergästen", sagt Nelson. "Die Chancen, dass einige von ihnen auch heuer nach Bayern kommen und bei der Wintervogel-Zählung auffallen, stehen gut." Gleichzeitig erhielten heimische Finkenarten im Winter Verstärkung aus dem Norden:

Buchfink, Grünfink oder Stieglitz brüten zwar auch in Bayern, doch als so genannte Teilzieher verbringen Individuen aus Nord- und Osteuropa den Winter ebenfalls im Freistaat. Auch Kernbeißer könnten im Winter an Futterstellen auftauchen. Wo und wie viele Finken am Zähl-Wochenende zu beobachten sein werden, hänge stark von Wetter und Nahrungs-Angebot in den unterschiedlichen Regionen ab. "Sind Samen in den Wäldern rar oder durch Frost und Schnee nicht zugänglich, weichen viele Arten auf Gärten oder Parks aus", so Nelson. "Gerade in Kälte-Phasen zeigen sich deshalb auch Finkenvögel gerne am Futterhaus und fressen dort Sonnenblumenkerne oder Fettfutter."

Darüber hinaus stehen nach Angaben des LBV dieses Jahr wieder typische Wintervögel wie Kohl- und Blaumeise, Amsel, Haussperling, Feldsperling oder Rotkehlchen im Fokus der "Stunde der Wintervögel". Man müsse kein Vogel-Profi sein, um bei der Aktion mitzumachen, unterstreicht Nelson. "Vielen Arten ist man im Alltag schon oft begegnet. Sie einmal bewusst wahrzunehmen, macht Spaß und öffnet den Blick für die Vielfalt direkt vor der eigenen Haustür." Die übermittelten Daten helfen dem Landesbund für Vogelschutz nach eigenem Bekunden dabei, zu verstehen, wie sich die Vogelwelt von Jahr zu Jahr verändert.

In den vergangenen milden Wintern seien etwa immer mehr so genannte Kurzstreckenzieher im Freistaat geblieben, statt weiter nach Süden zu ziehen. Arten wie Zilpzalp, Mönchsgrasmücke oder Star würden deshalb häufiger bei der Aktion beobachtet als noch vor einigen Jahren. "Solche Verschiebungen lassen sich nur erkennen, wenn viele Menschen regelmäßig mitmachen und ihre Beobachtungen melden", wirbt die LBV-Biologin. "Aufgrund des außergewöhnlich milden Dezembers ist es dieses Jahr besonders spannend, welche Arten vermehrt in Bayern bleiben."

Ein besonderes Augenmerk lege der LBV in diesem Jahr auf den Vergleich zwischen Stadt und Land. Traditionell nähmen bei der "Stunde der Wintervögel" mehr Menschen aus dem ländlichen Raum teil, doch Vogelarten wie die Amsel haben den Angaben zufolge Städte längst als Lebensraum mit einigen Vorteilen entdeckt. "Parks und Gärten in Städten bieten oft ein ganzjähriges Nahrungs-Angebot, besonders wenn es dort Futterstellen gibt", sagt Nelson. "Außerdem herrscht dort ein wärmeres Mikroklima, das Vögeln das Überleben im Winter erleichtert."

Der LBV appelliert deswegen auch an die Menschen in den Städten, bei der Aktion mitzumachen. "Wer keinen eigenen Garten hat, kann im Park oder auf Friedhöfen genauso gut beobachten und liefert damit wertvolle Informationen", verdeutlicht Angelika Nelson. Generell gilt, so der bayerische Landesbund für Vogelschutz: Wer bei der "Stunde der Wintervögel" mitmachen wolle, brauche nicht viel. "Es genügen eine Stunde Zeit und ein ruhiges Plätzchen, von dem die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park beobachtet werden können." Gemeldet werde immer die höchste Anzahl einer Art, die innerhalb der Zählstunde gleichzeitig beobachtet worden sei.

"Auch wer keine oder wenige Vögel zählt, kann melden und liefert damit wichtige Daten", wird betont. Die Beobachtungen vom Zähl-Wochenende melden Teilnehmende am einfachsten online unter www.stunde-der-wintervoegel.de. Dort sind laut LBV auch fortlaufend aktualisierte Zwischenstände einsehbar, die nach Landkreisen und Regierungsbezirken gefiltert werden können. Meldungen per Post seien aber ebenfalls möglich. Meldeschluss ist der 19. Januar. Unter allen Teilnehmenden verlost der LBV nach eigenem Bekunden attraktive Preise.

Von Montag, 12. Januar, bis Freitag, 16. Januar, seien alle Lehrkräfte dazu eingeladen, im Rahmen der "Schulstunde der Wintervögel" gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern die heimischen Wintervögel spielerisch kennenzulernen und eine Stunde lang gemeinsam auf dem Pausenhof, im Park oder im Schulgarten zu zählen. Materialien zum Mitmachen sowie Spiele zu den häufigsten Wintervögeln für Schulkinder gebe es unter diesem Link.


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