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Senioren aus Haimhausen und Gröbenzell fielen jeweils auf eine Lügen-Geschichte um einen angeblich tödlichen Verkehrsunfall herein. 

(ty) Nach wie vor treiben Kriminelle in der Region mit so genannten Schock-Anrufen ihr Unwesen, um arglose Menschen um Geld und Wertsachen zu bringen – und trotz aller Warnungen haben sie immer wieder Erfolg und kassieren mitunter kräftig ab. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord heute berichtet, ist gestern ein Rentner aus Haimhausen (Kreis Dachau) auf eine perfide Lügen-Geschichte von Betrügern hereingefallen und hat schließlich bis zu 30 000 Euro an eine ihm nicht bekannte Frau übergeben. Vorgestern wurde eine Rentnerin aus Gröbenzell (Kreis Fürstenfeldbruck) mit derselben Masche um Geld und Schmuck im Gesamtwert von fast 50 000 erleichtert. Nachfolgend die Details und ein Zeugen-Aufruf sowie Präventions-Hinweise der Polizei.

Am Mittwoch wurde laut Polizei die Rentnerin aus Gröbenzell von einem Betrüger kontaktiert, der sich als Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft ausgab. Er gaukelte vor, der Sohn der Seniorin habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht, weshalb nun zur Abwendung einer Haftstrafe eine hohe Kaution fällig sei. Letztlich brachte er die Frau dazu, auf seine Forderung einzugehen. Sie habe dann Bargeld und Schmuck im Wert von fast 50 000 Euro an eine bislang nicht identifizierte Frau übergeben. Abgeholt worden sei die Beute zwischen 20 Uhr und 22 Uhr. Die Übergabe sei im Bereich von Lena-Christ-Straße, "Am Schützeneck" und Tannenfleckstraße erfolgt.

Gestern habe ein Über-80-Jähriger aus Haimhausen einen Anruf von einem Betrüger erhalten, der sich als Mitarbeiter einer Fürsorgestelle ausgegeben habe. Auch er habe eine Lügen-Geschichte um einen vermeintlich tödlichen Verkehrsunfall aufgetischt. Gegen 14 Uhr sei schließlich eine bereits angekündigte Abholerin an der Adresse des Rentners erschienen und habe sich "zirka 20 000 bis 30 000 Euro Bargeld, verpackt in einer Tüte" übergeben lassen. Die Abholung sei an der Hauptstraße, Nähe Haltestelle "Haimhausen Schloss" erfolgt. Die Unbekannte habe sich zu Fuß mit der Beute davongemacht. Eine Fahndung im Nahbereich verlief laut Polizei erfolglos.

Die bislang nicht identifizierte Abholering wird nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord in beiden Fällen gleich beschrieben:

  • zirka 165 Zentimeter groß
  • braun-blonde, bis zum Hals reichende Haare
  • osteuropäischer Akzent 
  • brauner, knielanger Mantel

Die Kriminalpolizei-Inspektion aus Fürstenfeldbruck hat in beiden Fällen die Ermittlungen übernommen. Etwaige Zeugen werden darum gebeten, sich unter der Telefonnummer (0 81 41) 61 20 zu melden.

Präventions-Hinweise der Polizei:

  • Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizei-Notruf-Nummer 110 an! Das machen nur Betrüger.
  • Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruf-Taste!
  • Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
  • Ziehen Sie eine Vertrauens-Person hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
  • Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
  • Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!"

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