Logo
Anzeige
Anzeige

"Die Investitions- und Beschäftigungs-Pläne sehen zwar weniger düster aus als im Herbst, dennoch hält die Zurückhaltung der Unternehmen an."

(ty) "Ausgehend von einem niedrigen Niveau" hat sich die Stimmung in der Wirtschaft der Region 10 – also in den Landkreisen Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt sowie in Ingolstadt – "etwas entspannt". Das teilte die IHK am heutigen Montag mit. Der regionale IHK-Konjunktur-Index stieg den Angaben zufolge gegenüber Herbst um elf und gegenüber dem Vorjahres-Zeitpunkt sogar um 24 Zähler auf nunmehr 105 Punkte. Er liege damit aber weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 116 Punkten. "Die Investitions- und Beschäftigungs-Pläne sehen zwar weniger düster aus als im Herbst, dennoch hält die Zurückhaltung der Unternehmen an", fasst die IHK zusammen. Und: Die "Lage in der regionalen Wirtschaft bleibt herausfordernd".

Es gebe "keine Entwarnung bei den Geschäfts-Aussichten", heißt es weiter. Aber der Pessimismus lasse nach. Zu ihrer Geschäftslage befragt, bezeichnen laut IHK 30 Prozent der Betriebe in der Region 10 diese als gut sowie 18 Prozent als schlecht. Damit sei im Vergleich zur Herbst-Umfrage eine Verbesserung zu beobachten. "Als größte Bremsklötze nennen die Unternehmen die anhaltend schwache Nachfrage (66 Prozent) sowie die hohen Energiepreise (58 Prozent) und Rohstoffpreise (51 Prozent)", erklärt die IHK. "Handels-Hemmnisse wie etwa Zölle beeinträchtigen die Geschäfte bei vier von zehn Unternehmen."

Mit Blick auf die kommenden Monate rechnen 22 Prozent der Betriebe laut IHK-Erkenntnissen mit einer Belebung ihrer Geschäfte. "23 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus", wird weiter gemeldet. Die Erwartungen an die Zukunft seien damit weiterhin eingetrübt, aber weniger pessimistisch als noch im Herbst des vergangenen Jahres.

Bei den Hauptrisiken, mit denen sich Unternehmen konfrontiert sähen, dominierten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 68 Prozent der Nennungen. An zweiter Stelle folgten laut IHK die Arbeitskosten mit 65 Prozent der Nennungen sowie die fehlende Inlands-Nachfrage (60 Prozent). Auch die Energie- und Rohstoffpreise  (46 Prozent) seien für die industriestarke Region weiterhin ein Risiko. Der Arbeitskräfte-Mangel (38 Prozent) verliere angesichts des schwachen Beschäftigungs-Aufbaus an Relevanz.

"Schlechte Rahmenbedingungen, hohe Arbeitskosten und eine schwache Nachfrage dämpfen die Investitions-Absichten", proklamiert die IHK ferner: "19 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen ausweiten, 23 Prozent wollen hingegen weniger investieren." Am Arbeitsmarkt setze sich der Stellen-Abbau fort, wenn auch etwas langsamer als noch im Herbst. "13 Prozent der Befragten streben einen Stellen-Aufbau an, 23 Prozent wollen Stellen abbauen."

"So richtig Licht am Ende des Tunnels ist nicht zu sehen", erklärt Franz Schabmüller als Sprecher des IHK-Forums für die Region 10. "Zwar haben sich die aktuellen Umfragewerte zur Geschäftslage und zu den Geschäfts-Erwartungen verbessert, aber von einer wirklichen Erholung sind wir noch weit entfernt", sagt er. Schabmüller sieht den Grund dafür in den weiter die Unternehmen schwer belastenden wirtschaftspolitischen  Rahmenbedingungen.

Hinzu kämen steigende Arbeitskosten, die überbordende Bürokratie, fehlende strukturelle Reformen und die anhaltend schwache Nachfrage. Schabmüller unterstreicht: "Wenn sich die Rahmenbedingungen, unter denen die Betriebe arbeiten, nicht entschieden verbessern, wird es keine Belebung bei den privaten Investitionen geben und damit auch keinen spürbaren Aufschwung."

Seinen Worten zufolge fehlt es nach wie vor am politischen Reformwillen, der Wirtschaft entschlossen den Rücken zu stärken. "Das A und O für die Wirtschaft sind Reformen in unserem Steuer- und Sozial-System", sagt er. "Die Arbeitskosten dürfen nicht weiter davongaloppieren und es braucht die richtigen Anreize, damit die Menschen wieder mehr arbeiten. Ebenso brauchen die Unternehmen einen spürbaren Bürokratie-Abbau sowie wettbewerbsfähige Energiepreise."

An diesem aktuellen Konjunktur-Bericht der IHK für München und Oberbayern für die Region 10 haben sich laut heutiger Mitteilung zahlreiche Unternehmen aus der Kreisfreien Stadt Ingolstadt und den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm beteiligt. Die Umfrage habe im Januar dieses Jahres stattgefunden. Der Bericht werde drei Mal im Jahr veröffentlicht.

Zum Hintergrund:

Neueste Zahlen für den Kreis PAF: 2376 Arbeitslose, 1781 Bürgergeld-Empfänger


Anzeige
RSS feed