In Baar-Ebenhausen, Ernsgaden, Gerolsbach, Hettenshausen, Hohenwart, Reichertshofen und Rohrbach gibt es Zweikämpfe um den Posten des Rathaus-Chefs.
(ty) Vier Mal "Mann gegen Mann", drei Mal "Frau gegen Mann" – in sieben der insgesamt 19 Kommunen im Kreis Pfaffenhofen läuft die am Sonntag stattfindende Bürgermeister-Wahl als klassischer Zweikampf. In fünf Fällen macht ein Konkurrent oder eine Konkurrentin dem Amtsinhaber den Posten streitig, konkret in Gerolsbach, Hettenshausen, Hohenwart, Rohrbach und Reichertshofen. In Baar-Ebenhausen und Ernsgaden steht auf jeden Fall ein Wechsel an der Rathaus-Spitze an, weil der bisherige Bürgermeister nicht mehr auf dem Stimmzettel steht. Spannend ist auch die Frage, ob es einer oder sogar mehreren Frauen gelingt, sich in einer Männer-Domäne zu behaupten. Theoretisch möglich wäre das in Baar-Ebenhausen, Ernsgaden und Reichertshofen. Mit einem Blick auf die einzelnen Duelle in den genannten sieben Gemeinden setzen wir unsere Betrachtungen vor den Bürgermeister-Wahlen in den Landkreis-Kommunen fort.
Stolze 24 Jahre lang, von 1996 bis 2020, war die Gemeinde Hohenwart mit Bürgermeister Manfred Russer eine Bank für die CSU. Doch dann verloren die Christsozialen bei der Kommunal-Wahl vor sechs Jahren das Amt an Jürgen Haindl und damit an die Freien Wähler. Das soll sich nach dem Willen der CSU nun wieder ändern. Mit Dominik Priller als ihrem Kandidaten möchte sie den einflussreichen Posten zurückerobern. Kann der amtierende Bürgermeister Haindl den Chef-Sessel im örtlichen Rathaus verteidigen oder kommt es zu einem Wechsel? So lautet die entscheidende Frage vor dem Urnengang in dieser Gemeinde an der Paar.

Wolfgang Hagl (links) und Herausforderer Andreas Carmanns.
Seit sechs Jahren führt Wolfgang Hagl, der der "Unabhängigen Wähler-Gemeinschaft" (UWG) angehört, die Geschicke der Gemeinde Hettenshausen. Andreas Carmanns von der noch jungen Gruppierung "Miteinander für Hettenshausen" (MfH) möchte als neuer Rathaus-Chef dessen Position übernehmen. Dieser Zweikampf trägt eine besondere Note. Bei der Kommunalwahl im Jahr 2020 gehörte Carmanns, von Beruf Staatsbeamter, noch derselben Liste an wie Hagl. Doch aus gemeinsamen politischen Weggefährten, die zudem beide im Ortsteil Prambach wohnen und praktisch Nachbarn sind, sind Gegner geworden. Vor sechs Jahren war Carmanns noch für die UWG in den Gemeinderat eingezogen; mittlerweile ist er fraktionslos. Seine Mitstreiter von MfH haben ihn einstimmig zum Bürgermeister-Kandidaten gekürt, um den amtierenden Rathaus-Chef zu stürzen.
Amtsinhaber Christian Keck (SPD) oder Herausforderer Tobias Schmitz (FW)? Diese Frage müssen die Stimmberechtigten in der Gemeinde Rohrbach an diesem Sonntag bei der Bürgermeister-Wahl beantworten. Vor sechs Jahren hatte Christian Keck die Stichwahl mit 61,3 Prozent klar gegen Hans Wolf von der CSU gewonnen und daraufhin die Nachfolge seines Vaters Peter Keck (SPD) angetreten. Seine Tätigkeit als Gemeinde-Oberhaupt musste Christian Keck wegen einer schweren Erkrankung, mit der er damals offen umgegangen war, eine Zeitlang ruhen lassen. Doch der junge SPD-Politiker gewann den Kampf gegen den Lymphdrüsen-Krebs und konnte seine Arbeit fortsetzen. Tobias Schmitz von den Freien Wählern, Referent für Qualitäts-Management und Gemeinderat, will ihn nun aus dem Amt drängen.
Konkurrenz hat auch Michael Franken von der Junge-Wähler-Union (JWU), der seit 2008 und damit seit drei Amtsperioden als Gemeinde-Oberhaupt von Reichertshofen wirkt. Petra Biberger, von der SPD als Gegenkandidatin nominiert, möchte ihm nun bei der Bürgermeister-Wahl den Posten streitig machen. Ob den Sozialdemokraten mit der selbstständigen Transport-Unternehmerin ein Wechsel im örtlichen Rathaus gelingt? Mit Franken hat Biberger jedenfalls einen erfahrenen Politiker als Gegner, der auch auf Landkreis-Ebene eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Im Pfaffenhofener Kreistag ist er Fraktions-Chef der "Bürgerliste". Die Gruppierung war vor sechs Jahren erstmals angetreten; sie eroberte auf Anhieb fünf der 60 Kreistags-Mandate und stellt mit Karl Huber aus Ernsgaden seitdem sogar den Vize-Landrat.

Karl Huber und Silvia Hartmann.
Apropos Karl Huber. Bemerkenswert ist die Situation in der Gemeinde Ernsgaden, wo es auf jeden Fall einen Wechsel an der Spitze geben wird. Der bisherige Rathaus-Chef Hubert Attenberger muss seinen Platz räumen. Denn seine Partei-Freunde von der örtlichen CSU hatten ihn nicht mehr zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten gekürt, sondern sich intern für Silvia Hartmann entschieden. Konkurrent der Rechtsanwältin und bisherigen Vize-Bürgermeisterin ist mit Karl Huber ein Altbekannter, der schon von 1996 bis 2020 die Geschicke der Gemeinde geleitet hatte. Mit der Unterstützung der Freien Wähler (FW) und der neu gegründete Wähler-Gruppe "Ernsgaden Miteinander" plant der 69-Jährige, der seit sechs Jahren für die "Bürgerliste" im Kreistag sitzt und Vize-Landrat ist, nun ein großes Comeback auf lokaler Ebene.
Ein fast gewohntes Bild bietet sich in der Gemeinde Gerolsbach. Nach 2008 und 2020 stehen sich Martin Seitz (CSU) und Stefan Maurer von den "Unabhängigen Bürgern" (UB) bereits zum dritten Male im Zweikampf um den Bürgermeister-Posten gegenüber. Zwei Mal hatte Maurer, von Beruf Diplom-Verwaltungswirt, gegen Seitz, der schon seit 18 Jahren an der Spitze der Kommune steht, klar den Kürzeren gezogen. Kann der amtierende Rathaus-Chef, der auch Mitglied des Kreistags von Pfaffenhofen ist, an seine bisherigen Erfolge anknüpfen und sich den Job als Gemeinde-Oberhaupt für weitere sechs Jahre sichern?
Auf jeden Fall ein neues Gesicht wird es in der Führungsposition im Rathaus von Baar-Ebenhausen geben, nachdem Bürgermeister Ludwig Wayand (CSU) nach rund 17 Jahren im Amt sich dazu entschieden hat, nicht ein weiteres Mal zu kandidieren und damit den Weg für eine personelle Veränderung frei zu machen. Um seine Nachfolge bewerben sich sein Partei-Freund Franz Sedlmeier, der derzeit das Amt des Dritten Bürgermeisters bekleidet, sowie die Rechtsanwältin, Gemeinderätin und Kreisrätin Brigitta Winkelmann von den Grünen.
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