Anteil an der Gesamt-Bevölkerung bei 14,6 Prozent. Die meisten stammen aus Rumänien, der Ukraine, aus Polen und der Türkei. Im vergangenen Jahr 13 Ausweisungs-Verfügungen wegen schwerer Straftaten und 71 Abschiebungen.
(ty) Zum jüngsten Jahreswechsel haben im Kreis Pfaffenhofen insgesamt 19 135 ausländische Personen aus 135 Nationen gelebt. Wie das Landratsamt heute weiter bekannt gegeben hat, bedeutet das einen Anstieg um 593 Ausländer im Vergleich zum Vorjahres-Zeitpunkt. Die Ausländer-Quote habe sich dadurch leicht auf nunmehr 14,6 Prozent erhöht. Aufgrund schwerer Straftaten seien im vergangenen Jahr 13 Ausweisungs-Verfügungen erlassen worden. In Zusammenarbeit mit der zentralen Ausländer-Behörde bei der Regierung von Oberbayern seien außerdem 71 Personen abgeschoben worden (Vorjahr: 37)
Die meisten ausländischen Personen, die zum jüngsten Jahreswechsel im Kreis Pfaffenhofen registriert waren, stammen laut Landratsamt aus folgenden Nationen:
- Rumänien: 2314 Personen; 12,09 Prozent
- Ukraine: 2050 Personen; 10,71 Prozent
- Polen: 1607 Personen; 8,40 Prozent
- Türkei: 1512 Personen; 7,90 Prozent
- Bulgarien: 1373 Personen; 7,18 Prozent
- Kroatien: 1061 Personen; 5,54 Prozent
- Kosovo: 1035 Personen; 5,41 Prozent
Insgesamt 2370 Aufenthalts-Titel seien im vergangenen Jahr durch die Ausländer-Behörde im Kreis Pfaffenhofen erteilt worden. Zudem seien 548 Visum-Anträge (Vorjahr: 456) im Beteiligungs-Verfahren mit den deutschen Auslands-Vertretungen bearbeitet worden. "Dabei handelt es sich um Ausländer, die über ein reguläres Visum-Verfahren vor allem zum Familien-Nachzug, zur Erwerbstätigkeit oder für ein Studium nach Deutschland einreisen und hier einen längerfristigen oder dauerhaften Aufenthalt planen", heißt es dazu. In 24 Fällen konnte den Angaben zufolge erfolgreich eine Vereinbarung zur beschleunigten Einreise von Fachkräften nach dem Fachkräfte-Einwanderungs-Gesetz abgeschlossen werden.
Das Ausländeramt führe auch die Aufsicht über die Pass- und Meldeämter der Städte und Gemeinden im Landkreis. Nach Verstößen gegen das Pass-, Personalausweis- und Bundesmelde-Gesetz sei in 40 Fällen ein Bußgeld-Verfahren eingeleitet worden. Bei straffälligen Personen prüfe das Ausländeramt, ob Maßnahmen zur Aufenthalts-Beendigung eingeleitet werden müssten. Aufgrund schwerer Straftaten seien im vergangenen Jahr in 13 Fällen Ausweisungs-Verfügungen erlassen worden.
Im vergangenen Jahr seien insgesamt 811 (Vorjahr: 717; Jahr 2023: 425) Anträge auf Einbürgerung entgegengenommen worden. Das bedeute einen Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hiervon seien 551 Personen eingebürgert worden. Bei den meisten im vergangenen Jahr im Kreis Pfaffenhofen eingebürgerten Personen handelt es sich laut Landratsamt mit 110 um türkische Staatsangehörige. Zahlenmäßig dahinter rangierten den Angaben zufolge kosovarische Staatsangehörige, gefolgt von Staatsangehörigen aus Russland, Bosnien, Rumänien und Syrien.
Mittlerweile könnten auch Personen mit Schutz-Zuerkennung – anerkannte Asylberechtigte oder Flüchtlinge – eingebürgert werden. Die Zahl der gestellten Anträge von Personen mit Schutz-Status stieg laut Kreis-Behörde seit dem Jahr 2024 deutlich an. Entsprechend hoch seien die Nachfragen und der Beratungsaufwand. Von den 246 im vergangenen Jahr (Vorjahr: 224) im Landkreis Pfaffenhofen geborenen Kindern ausländischer Eltern erwarben 143 (Vorjahr: 94) die deutsche Staatsangehörigkeit zusätzlich zu ihrer Heimat-Staatsangehörigkeit, heißt es weiter.
Seit Kriegsausbruch in der Ukraine im Februar 2022 habe der Kreis Pfaffenhofen insgesamt rund 3900 geflüchtete Personen aus der Ukraine aufnehmen müssen. Viele seien mittlerweile in andere Teile des Bundesgebietes weiter oder zurück in die Ukraine gezogen. Zum Ende des vergangenen Jahres hielten sich laut Landratsamt rund 1900 ukrainische Kriegsflüchtlinge im Kreis Pfaffenhofen auf. Ein Teil der Kriegsflüchtlinge habe in Privatwohnungen untergebracht werden können (rund 900 Personen), der andere Teil befinde sich in Aufnahme-Einrichtungen, Gemeinschafts-Unterkünften und dezentralen Unterkünften des Landkreises (rund 1000 Personen).
Das Landratsamt Pfaffenhofen betreibt nach eigenem Bekunden derzeit rund 100 dezentrale Unterkünfte für Geflüchtete. Hinzu kämen die von der Regierung von Oberbayern betriebenen Gemeinschafts-Unterkünfte in Rohrbach, Schweitenkirchen, Hettenshausen und Pfaffenhofen sowie die "Anker"-Einrichtung bei Manching-Oberstimm. "In diesen Einrichtungen leben insgesamt etwa 1900 Personen, darunter Personen im laufenden, negativ oder positiv abgeschlossenem Asyl-Verfahren sowie Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine", erklärt die Behörde.
"Die Personen, die im Bundesgebiet einen Asyl-Antrag gestellt haben, stammen hauptsächlich aus Afghanistan, Ukraine, Türkei, Syrien und Nigeria", heißt es weiter. "Ausländer, deren Asyl-Antrag abgelehnt wurde, müssen in ihr Heimatland zurückgeführt werden." Aus dem Landkreis Pfaffenhofen seien in Zusammenarbeit mit der zentralen Ausländer-Behörde bei der Regierung von Oberbayern im vergangenen Jahr 71 Personen abgeschoben worden (Vorjahr: 37). Und: "147 Personen haben freiwillig das Bundesgebiet dauerhaft verlassen."
Aufgrund der weiteren der Zuwanderung von Asylsuchenden sowie von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine ist das Ausländeramt des Landkreises laut heutiger Mitteilung weiterhin auf der Suche nach geeignetem Wohnraum für dezentrale Unterkünfte. "Durch die große Mithilfe aus der Bevölkerung sowie unsere intensive Akquise von Wohnraum, begleitet mit der Errichtung von Wohncontainer-Unterkünften konnte im Landkreis in den vergangenen Jahren auf eine Belegung von Turnhallen verzichtet werden", betont Martin Graf, der Leiter der hiesigen Ausländer-Behörde. "Dies ist bei weitem nicht allen Kreisverwaltungs-Behörden in Bayern gelungen." Wer Wohnraum zur Verfügung stellen wolle, finde auf der Internet-Seite des Landkreises unter diesem Link die entsprechenden Infos.





