Er ist der diesjährige Lutz-Stipendiat. Im Rahmen seines dreimonatigen Aufenthalts hat er einen Text über die Kreisstadt zu verfassen.
(ty) Peter Thiers, der diesjährige Lutz-Stipendiat der Stadt Pfaffenhofen, hat am gestrigen Donnerstag sein neues Zuhause auf Zeit – den historischen Flaschlturm an der Stadtmauer – bezogen. "Während der kommenden drei Monate wird Thiers dort leben und arbeiten", heißt es in einer aktuellen Mitteilung aus dem Rathaus. Inspiriert von seinem Aufenthalt in der Kreisstadt entstehe dabei sein so genannter Zwischenfall – ein literarischer Text auf den Spuren von Joseph Maria Lutz. Diesen werde Thiers, Jahrgang 1991, am Freitag, 31. Juli, im Rahmen des Kultur-Sommers der Öffentlichkeit vorstellen.
Mit Peter Thiers solle frischer "See"-Wind nach Pfaffenhofen kommen, so die Stadtverwaltung. "Der deutsche Autor, Dramatiker und Regisseur wuchs in Rostock auf und lebt und arbeitet heute in Hamburg." Bereits am vergangenen Montag sei er in der Holldau angekommen. Derzeit erkunde er die Gassen rund um den Flaschlturm und freue sich auf die bevorstehende Zeit in Pfaffenhofen, wird Thiers zitiert. Zur offiziellen Begrüßung im Flaschlturm empfingen Bürgermeister Thomas Herker (SPD), Kultur-Referent Reinhard Haiplik (ÖDP), Sebastian Daschner von der Stadtverwaltung und Bestseller-Autor Steffen Kopetzky, der Vorsitzende der Lutz-Stipendium-Jury, den diesjährigen Stipendiaten. Herker überreichte ihm ein Willkommens-Geschenk und wünschte ihm eine inspirierende und erfolgreiche Zeit in Pfaffenhofen.

Steffen Kopetzky (links) und Peter Thiers.
Ende Januar hatte sich Peter Thiers – wie berichtet – im Auswahl-Verfahren gegen mehr als 80 Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt. Die Fachjury habe sein eingereichter Text "Wo die See kein Ufer kennt" überzeugt, so die Stadtverwaltung. "Darin erzählt der Autor aus der Perspektive eines Kindes von einer von Gegensätzen geprägten Kindheit zwischen familiärer Nähe und emotionaler Distanz. Der Ich-Erzähler, Sohn eines Öltanker-Kapitäns, gewährt in der Rückschau eindringliche Einblicke in seine Kindheit, die zunächst von der liebevollen Zuwendung der Mutter sowie von der physischen wie emotionalen Abwesenheit des Vaters geprägt ist."
"Peter Thiers ist Dramatiker", heißt es weiter. "Sein Talent zeigt sich auch bei seinen Prosa-Texten in der Fähigkeit, mit wenigen Protagonisten ein klares und für die Leserschaft leicht vorstellbares Setting zu entwerfen. Thiers gelingt es, aus der Perspektive eines Kindes emotional zu erzählen und diese Gefühlswelt auf die Lesenden zu übertragen." Er studierte Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig und der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Für sein Drama "Warten auf Sturm" wurde er im Jahre 2019 mit dem Kleist-Förderpreis für neue Dramatik ausgezeichnet.
Sein Stück "Paradiesische Bauten", das mit dem Hamburger Literaturpreis 2020 ausgezeichnet wurde, brachte er in der Spielzeit 2020/21 am Thalia Theater Hamburg in eigener Regie zur Uraufführung. 2021 war er Finalist des 29. "open mike" und erhielt seit 2022 zahlreiche Stipendien, zuletzt im vergangenen das Stipendium des "writers' room" in Hamburg und der Kölner Schmiede des Literaturhauses Bonn. Sein aktuelles Stück "Zähne und Krallen" wurde bereits an mehreren deutschsprachigen Theatern aufgeführt. Thiers ist in unterschiedlichen Genres tätig und arbeitet derzeit unter anderem als Regisseur am Theater.

Der Flaschlturm in Pfaffenhofen (Archivfoto).
Zum Hintergrund:
Entscheidung ist gefallen: Peter Thiers zieht in den Pfaffenhofener Flaschlturm





