Los geht es mit einer Bürger-Werkstatt zu Grundschul-Standort und Gemeinde-Entwicklung. Nächstes Jahr sollen Entscheidungen gefällt werden.
(ty) Wie soll die Zukunft des Grundschul-Standorts in Reichertshausen aussehen? Und welche Entwicklung wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger für ihren Ort? Mit einer "mehrstufigen Bürger-Beteiligung" startet die Gemeinde-Verwaltung nach eigenem Bekunden in diesem Herbst "einen breit angelegten Dialog-Prozess, der Transparenz schaffen und eine tragfähige Grundlage für die politische Entscheidungs-Findung bilden soll". Gestartet werde am 25. und 26. September bei einer Bürger-Werkstatt mit rund 60 zufällig ausgewählten Einwohnerinnen und Einwohnern ab 16 Jahren, so Bürgermeister Benjamin Bertram-Pfister (SPD) gegenüber unserer Zeitung. Ziel sei es, Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, Lebens-Situationen und Perspektiven an einen Tisch zu bringen sowie gemeinsam Lösungs-Ansätze für den Schul-Standort sowie die zukünftige Ortsentwicklung zu erarbeiten.
"Die Frage nach dem künftigen Grundschul-Standort beschäftigt unsere Gemeinde seit Jahren und ist mit vielen Emotionen verbunden", sagt der Rathaus-Chef. Gleichzeitig besteht seinen Worten zufolge dringender Handlungs-Bedarf, da die Schule in Steinkirchen umfassend saniert werden muss. "Deshalb möchten wir diesen wichtigen Prozess gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern gestalten", erklärt Bertram-Pfister.
Die Bürger-Werkstatt ist laut Mitteilung aus dem Rathaus ergebnisoffen angelegt. Grundlage der Diskussionen seien umfassende Informationen, die von der Gemeinde-Verwaltung sowie Fachplanungs- und Architektur-Büros aufbereitet würden, sowie Schulführungen, die vorab erfolgen. Ergänzend stünden Expertinnen und Experten für fachliche Rückfragen zur Verfügung.
"Die inhaltliche Bewertung und Entwicklung von Lösungs-Optionen liegt jedoch ausschließlich bei den Teilnehmenden", wird betont. Besonders spannend werde die Vielfalt der Perspektiven sein. "Junge Menschen bringen ihre Erfahrungen als aktuelle oder ehemalige Schülerinnen und Schüler ein, während ältere Bürgerinnen und Bürger sowie Neubürgerinnen und Neubürger ihre Kenntnisse und Sichtweisen zur Entwicklung der Gemeinde beisteuern", wird dazu erläutert.
Aufgrund der Zufalls-Auswahl kämen dabei auch Stimmen zu Gehör, die bislang noch wenig oder gar nicht politik-erfahren seien. "Auch das sehen wir als eine große Chance", sagt der Bürgermeister. "Wir können als Verwaltung und Gemeinderat Hemmschwellen abbauen und für einige Menschen sicht- und nahbarer werden. Ich freue mich sehr auf die Gespräche."
Die Ergebnisse aus dieser Bürger-Werkstatt werden, so heißt es weiter, eine gute Woche später, am 8. Oktober, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Bürger-Werkstatt öffentlich vorgestellt. Dann seien alle Reichertshausener dazu eingeladen, diese weiterzuentwickeln und zu bewerten.
Im Anschluss daran werde es abschließend noch eine ergänzende Online-Beteiligung geben. Diese solle nochmals allen Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit geben, ihre Ideen, Anregungen und Einschätzungen einzubringen. Die Entscheidung darüber, welcher Grundschul-Standort es am Ende werden soll, obliegt aber nach wie vor dem Gemeinderat, wird klargestellt.
Die Ergebnisse des gesamten Beteiligungs-Prozesses dienen dem Ratsgremium dafür, teilte die Gemeinde-Verwaltung mit. Die Entscheidung solle Anfang des kommenden Jahres getroffen werden. "Vertrauen in politische Entscheidungen entsteht durch Transparenz und Beteiligung", unterstreicht Bertram-Pfister. "Deshalb möchten wir die Menschen in Reichertshausen umfassend in diesen Prozess einbinden. Unser gemeinsames Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die von einer breiten Mehrheit getragen wird und die Zukunft unserer Gemeinde nachhaltig stärkt."





