160 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdiensten und THW trainierten gemeinsam. Sie wussten im Vorfeld nicht genau, was sie erwartet.
(ty) Rund 160 Einsatzkräfte von verschiedenen Hilfsorganisationen haben am vergangenen Donnerstag an einer groß angelegten, gemeinsamen Übung in Vohburg-Rockolding teilgenommen. Das Szenario verband einen Großbrand mit der parallel erforderlichen Evakuierung eines Kindergartens und stellte die beteiligten Akteure vor eine Vielzahl taktischer und organisatorischer Herausforderungen. Die Übung war nach Angaben der örtlichen Feuerwehr das Ergebnis einer rund achtmonatigen Planungs- und Vorbereitungs-Phase. Aus einem ursprünglich entwickelten Planspiel sei Schritt für Schritt ein komplexes Einsatz-Szenario entstanden, das unter möglichst realistischen Bedingungen durchgeführt worden sei. Die Besonderheit dabei sei gewesen: "Den genauen Ablauf kannten die beteiligten Einsatzkräfte nicht."
Ausgangspunkt der Übung, die von Markus Prummer, dem Ersten Kommandanten der Feuerwehr von Rockolding ausgearbeitet worden war, waren angenommene Schweiß-Arbeiten an einem Pkw. In der Folge entwickelte sich ein Brand, der auf einen Schuppen übergriff und schließlich zu einem ausgedehnten Feuer führte. Die starke Qualm-Entwicklung – so das weitere Szenario – beeinträchtigte das benachbarte Kindergarten-Gebäude, sodass die Rauchwarnmelder auslösten und das Treppenhaus verrauchte. "Zum Zeitpunkt des angenommenen Schadens-Ereignisses befanden sich gut 20 Kinder im Kindergarten", erklärt Prummer.
Parallel zur Brand-Bekämpfung musste deshalb die Evakuierung des Gebäudes eingeleitet werden. Die Sprösslinge wurden von den Einsatzkräften betreut und aus dem Gebäude gebracht – unter schwerem Atemschutz. Unterstützt wurden die Lösch-Arbeiten von zwei Drehleitern. Für den weiteren Abtransport der Kinder aus dem Gefahren-Bereich stand ein Bus eines Omnibus-Unternehmens bereit. Drei komplette Straßenzüge waren für die Dauer dieser großen Übung komplett abgesperrt.
An der Übung beteiligt waren die Feuerwehren aus Rockolding, Vohburg, Irsching, Menning, Dünzing, Ilmendorf und Ernsgaden sowie die Werkfeuerwehr von "Bayernoil". Darüber hinaus waren die "Unterstützungs-Gruppe örtliche Einsatz-Leitung" (UG-ÖEL), das Technische Hilfswerk (THW), das bayerische Rote Kreuz (BRK) und die Johanniter-Unfall-Hilfe eingebunden. "Neben den Einsatzkräften leisteten zahlreiche Unterstützer einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung", wird betont.
Das Funkteam der Übungs-Leitstelle des BRK koordinierte die Kommunikation, während die Küche des Katastrophenschutzes die Versorgung der Teilnehmer im Anschluss sicherstellte. Für eine möglichst realistische Umsetzung sorgten neun Verletzten-Darstellerinnen und Verletzten-Darsteller, die von einem Schmink-Team vorbereitet worden waren.
Auch die Erzieherinnen des Kindergartens "Sonnenschein" wirkten mit und unterstützten die realitätsnahe Darstellung des Szenarios. Der hiesige Kommandant Prummer dankte insbesondere der Familie für die Bereitstellung des Übungs-Objekts im Bauernhof. Ebenso trugen seinen Worten zufolge weitere Familien zum Gelingen der Veranstaltung bei, indem sie die Nutzung beziehungsweise den Zugang ihrer Grundstücke ermöglichten.
Beobachtet wurde die Übung unter anderem vom Vohburger Bürgermeister Andreas Amann, vom Pfaffenhofener Landrat Albert Gürtner, von der Vohburger Stadtkämmerin Sophia Hasler, von Kreisbrandinspektor Fabian Beckenbauer sowie den Kreisbrandmeistern Georg Wein und Gert Ernstberger. Auch Feuerwehr-Referenten, einige Fotografen und zahlreiche interessierte Bürger verfolgten das Geschehen.
Ziel der Übung war es laut Prummer, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen bei einer komplexen Schadenslage zu trainieren sowie Abläufe unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen. Insbesondere die gleichzeitige Durchführung von Brand-Bekämpfung, Menschen-Rettung, medizinischer Versorgung und Einsatzführung habe ein eng abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten verlangt.
Die Verantwortlichen zogen nach Abschluss der Übung ein positives Fazit. Neben wertvollen Erkenntnissen für die weitere Ausbildung habe die Veranstaltung vor allem die Bedeutung einer organisationsübergreifenden Zusammenarbeit verdeutlicht. Gerade bei größeren Schadenslagen seien eingespielte Abläufe und das reibungslose Zusammenwirken aller beteiligten Kräfte entscheidende Faktoren für einen erfolgreichen Einsatz.





