Die jungen Frauen und Männer haben ihre Ausbildung in 14 verschiedenen Berufen absolviert, ihre Lehrzeit ist nun offiziell beendet.
(ty) Ein wichtiger Lebensabschnitt ist für sie geschafft – und ein neuer beginnt: Knapp 100 junge Handwerkerinnen und Handwerker aus der Region haben ihre Gesellen-Prüfung erfolgreich abgelegt und sind bei der Freisprechungs-Feier der Kreishandwerkerschaft Ingolstadt-Pfaffenhofen in Ingolstadt offiziell ins weitere Berufsleben verabschiedet worden. Die Absolventinnen und Absolventen hatten ihre Prüfungen in insgesamt 14 Berufen abgelegt: Maurer, Hochbau-Facharbeiter, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Straßenbauer, Friseur, Maler, Fahrzeug-Lackierer, Metzger, Fachverkäufer im Lebensmittel-Handwerk, Anlagen-Mechaniker, Metallbauer, Feinwerkmechaniker, Schreiner und Zimmerer.
Im Mittelpunkt des Abends standen die jungen Gesellinnen und Gesellen sowie die Übergabe der Gesellenbriefe. Beteiligt waren die Bau-Innung Ingolstadt-Pfaffenhofen, die Friseur-Innung Ingolstadt-Pfaffenhofen, die Metzger-Innung Ingolstadt-Pfaffenhofen Neuburg-Schrobenhausen, die Schreiner-Innung Ingolstadt-Pfaffenhofen, die Schlosser-, Schmiede- und Maschinenbauer-Innung Ingolstadt-Pfaffenhofen, die Innung für Spengler-, Sanitär- und Heizungs-Technik Ingolstadt-Pfaffenhofen, die Zimmerer-Innung Ingolstadt-Pfaffenhofen sowie die Maler- und Lackierer-Innung Ingolstadt-Pfaffenhofen.
Den feierlichen Höhepunkt bildete die traditionelle Freisprechung. Kreishandwerksmeister Jürgen Seißler sprach die jungen Handwerkerinnen und Handwerker nach altem Handwerks-Brauch von ihren Pflichten als Auszubildende frei. Damit endete für sie offiziell die Lehrzeit und zugleich begann ein neuer Abschnitt ihres Berufslebens als Gesellinnen und Gesellen. Eine besondere Anerkennung erhielten zudem diejenigen, die bei ihren Prüfungen mit herausragenden Leistungen überzeugt hatten. Im Rahmen der Feier wurden die Innungs- und Prüfungs-Besten für ihre besonderen Ergebnisse geehrt.
Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, gratulierte den Absolventinnen und Absolventen und machte ihnen Mut für ihren weiteren beruflichen Weg. "Mit Ihrer Entscheidung, im Handwerk eine Ausbildung zu machen, haben Sie alles richtig gemacht", betonte er. Während die rasante Entwicklung der "Künstlichen Intelligenz" (KI) gerade in akademisch geprägten Berufsfeldern für Verunsicherung sorge und Tätigkeiten verändern oder ersetzen könne, seien die Perspektiven im Handwerk hervorragend. Die steigenden Ausbildungs-Zahlen seien dafür ein erfreuliches Zeichen, so Hüpers.
Handwerkliche Arbeit lasse sich in vielen Bereichen eben nicht einfach durch KI ersetzen. Haare schneiden, Häuser bauen, Anlagen installieren oder individuelle Werkstücke fertigen – das seien Tätigkeiten, bei denen weiterhin Menschen mit Können, Erfahrung und Geschick gefragt seien. Ein besonderer Reiz liege zudem darin, das Ergebnis der eigenen Arbeit unmittelbar erleben zu können: Am Ende des Tages sehe man, was man mit eigenen Händen geschaffen habe. Zugleich seien gut ausgebildete Handwerker dringend nötig, um die großen Aufgaben der kommenden Jahre zu bewältigen. Ob Klimaschutz, Energiewende, Wohnungsbau oder die Modernisierung der Infrastruktur – ohne das Handwerk seien diese Herausforderungen nicht zu meistern.
Andreas Aichele richtete als stellvertretender Landrat von Pfaffenhofen seinen Dank nicht nur an die Absolventinnen und Absolventen, sondern auch an diejenigen, die sie während ihrer Ausbildung begleitet hatten. Er dankte den Lehrerinnen und Lehrern ebenso wie den Ausbildungs-Betrieben, die Verantwortung für die berufliche Zukunft junger Menschen übernehmen. Auch die Eltern und Familien hätten einen wichtigen Anteil am erfolgreichen Abschluss der Ausbildung, indem sie die jungen Menschen während dieser Zeit unterstützt und immer wieder motiviert hätten.
Den neuen Gesellinnen und Gesellen gab Aichele mit auf den Weg, Verantwortung zu übernehmen und sich ihrer wichtigen Rolle bewusst zu sein. "Bleibt mutig und macht weiter. Hört nicht auf zu lernen und zu hinterfragen", appellierte er an den Handwerker-Nachwuchs. Die Festrede hielt der Ingolstädter Oberbürgermeister Michael Kern. Er gratulierte den jungen Leuten zur bestandenen Gesellen-Prüfung und unterstrich die Bedeutung des Handwerks für Gesellschaft, Wirtschaft und das tägliche Leben.
"Was wäre unser Leben ohne Zimmerer, Schlosser, Maler oder Metzger?", fragte Kern und machte deutlich, wie selbstverständlich handwerkliche Leistungen im Alltag häufig wahrgenommen würden – und wie unverzichtbar sie tatsächlich seien. Das bekannte Sprichwort vom Handwerk mit goldenem Boden habe auch heute seine Berechtigung. Handwerkerinnen und Handwerker würden gebraucht und hätten ausgezeichnete berufliche Perspektiven. Dass die Ausbildungszahlen bundesweit wieder steigen, sei deshalb ein positives Signal. Zugleich verband Kern seine Glückwünsche mit einem Wunsch an die jungen Fachkräfte: "Ich freue mich, wenn Sie in unserer Region Wurzeln schlagen und hier das Handwerk stärken."
Mit Gesellenbrief und Freisprechung liegt die Ausbildungszeit nun hinter den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern. Gleichzeitig stehen ihnen zahlreiche weitere Wege offen – von der beruflichen Spezialisierung und Weiterbildung über die Meister-Ausbildung bis hin zur späteren Selbstständigkeit. Für den musikalischen Rahmen der Freisprechungs-Feier sorgte die Jazz-Combo des Gnadenthal-Gymnasiums aus Ingolstadt, die den Festabend im "Kultur-Zentrum neun" begleitete.





