Bürgermeister Tobias Endres (PU) sieht in dem Projekt Wohn-Bedürfnisse für unterschiedliche Lebens-Situationen erfüllt. "Bau-Turbo" beschleunigte Genehmigungs-Verfahren.
(ty) Ein für die rund 3200 Einwohner zählende Gemeinde bedeutendes Wohnbau-Projekt ist kürzlich in Jetzendorf gestartet worden. Auf einem zentrumsnahen Grundstück sollen in drei Abschnitten, auf drei Objekte verteilt, insgesamt 33 Wohnungen entstehen, von denen 18 barrierefrei sein werden. Die meisten von ihnen verfügen über eine Fläche zwischen 55 und 60 Quadratmeter. Damit sei das Vorhaben insbesondere auf den wachsenden Bedarf von jungen Erwachsenen, Singles, Paaren sowie Senioren ausgerichtet, sagt Bürgermeister Tobias Endres ("Parteiunabhängige Wähler-Gruppe") im Gespräch mit unserer Zeitung. Dank des so genannten Bau-Turbos, eines vom Bund im vergangenen Jahr verabschiedeten Gesetzes zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraum-Sicherung, könne man das Projekt zügig und ohne größere bürokratische Hürden realisieren.
Zusammen mit dem hiesigen Bundestags-Abgeordneten Christian Moser (CSU) sowie Georg und Marco Reisinger, Geschäftsführer der Rege-Baugesellschaft-mbH aus Karlskron, vollzog der Jetzendorfer Rathaus-Chef den symbolischen ersten Spatenstich auf dem Areal, das nur wenige hundert Meter von den wichtigsten Infrastruktur-Einrichtungen der Gemeinde – wie Einzelhandel, Ärztehaus, Schule, Kindergärten und Sportgelände – entfernt liegt und zudem in direkter Nähe über eine Bushaltestelle verfügt.
"Der Bedarf an kleineren und zugleich modernen Wohnungen ist auch in Jetzendorf deutlich spürbar", erklärt Endres zur Bedeutung des Vorhabens. Während junge Menschen nach dem Auszug aus dem Elternhaus gerne in ihrer Heimat-Gemeinde bleiben wollten, stünden viele ältere Bürgerinnen und Bürger vor der Frage, wie sie ihr bislang bewohntes Einfamilien-Haus weiter nutzen könnten, wenn dieses im Laufe der Jahre zu groß geworden sei.
Mit Größen von zumeist rund 55 bis 60 Quadratmetern entstehe Wohnraum für unterschiedliche Lebens-Situationen, vom ersten eigenen Zuhause bis zum altersgerechten Wohnen, erklärte das Gemeinde-Oberhaupt. Der Standort biete kurze Wege zu wichtigen Einrichtungen des täglichen Lebens und gute Voraussetzungen für ein selbstständiges Wohnen – sowohl für ältere Menschen als auch für junge Erwachsene und Personen ohne eigenes Auto.
"Wir haben in Jetzendorf eine gute und funktionierende Infrastruktur, bei kleineren und insbesondere barrierefreien Wohnungen bestand bislang allerdings eine Lücke", analysiert Endres. Genau da setze dieses Vorhaben an. Mit der Rege-Baugesellschaft habe man einen regional verwurzelten und kompetenten Partner gewonnen, der dieses Projekt in Jetzendorf umsetze. Die ersten Abstimmungen zwischen dem Bauträger und ihm seien bereits im Dezember 2024 erfolgt, so Endres. Seitdem habe man das Projekt gemeinsam weiterentwickelt und am 30. Juni dem Gemeinderat offiziell vorgestellt.
Eine besondere Bedeutung für die Genehmigung des Vorhabens habe der "Bau-Turbo" gespielt, berichtet der Bürgermeister. Nach der ursprünglichen Einschätzung des Landratsamts von Pfaffenhofen fügte sich das geplante Vorhaben in dieser Form nicht in die vorhandene Umgebungs-Bebauung ein und wäre laut Rathaus-Chef auf Grundlage der bisherigen planungsrechtlichen Situation nicht genehmigt worden. Durch die neuen Möglichkeiten des "Bau-Turbos" habe die Kommune jedoch unter den entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen eine abweichende planungsrechtliche Beurteilung ermöglichen und damit den Weg für die Realisierung des Wohnbau-Projekts freimachen können.
"Ohne den Bau-Turbo wäre dieses Vorhaben in dieser Form nicht genehmigt worden", betont Endres. Für die Gemeinde Jetzendorf sei das "ein sehr konkretes Beispiel dafür, welchen Unterschied schnellere und flexiblere planungsrechtliche Möglichkeiten bei der Schaffung von Wohnraum machen können". Deshalb bedankt sich der Bürgermeister ausdrücklich bei, Bundestags-Abgeordneten Moser, der den Bau-Turbo mit auf den Weg gebracht habe und sich für die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen eingesetzt habe.
Genauso erfreut zeigte sich der CSU-Politiker aus Pfaffenhofen an der Ilm selbst. "Der Bau-Turbo wurde genau für solche Projekte geschaffen. Es kann nun schnell, unbürokratisch und doch in voller Hoheit der Gemeinde Wohnraum geschaffen werden", sagte Moser. Dass dies gerade jungen Menschen und Senioren zugute kommt, sehe man in Jetzendorf.
"Unser Ziel muss es sein, dass Menschen in Jetzendorf in unterschiedlichen Lebensphasen eine passende Wohnung finden können", betont Chef Endres. "Junge Erwachsene sollen hier ihre erste eigene Wohnung beziehen können und Senioren die Möglichkeit haben, innerhalb ihrer vertrauten Gemeinde in eine kleinere und barrierefreie Wohnung umzuziehen. Die zentrale Lage mit den kurzen Wegen zur vorhandenen Infrastruktur macht dieses Projekt dabei besonders interessant."




