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Das Polizeipräsidium Ingolstadt Nord verstärkt den Fahndungsdruck auf Wohnungseinbrecher 

(ty) Der in den letzten Jahren überdurchschnittliche Anstieg von Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäuser beschäftigt die Polizei nicht nur in Ingolstadt und der Region. Gelingt es Kriminellen erst, widerrechtlich in Wohnungen und Häuser einzubrechen und somit in den unmittelbaren Lebensbereich von Opfern einzudringen, schwächt dies das Sicherheitsgefühl der Geschädigten in hohem Maße. Teilweise leiden die Betroffenen ein Leben lang unter subjektiven Kriminalitätsängsten, berichtet die Polizei. Die Fallzahlen für Wohnungseinbruch der Jahre 2013 (933) und 2014 (1125) zeigten einen deutlichen Anstieg vor allem im Norden Oberbayerns. In diesem Jahr hingegen ging die Zahl der Einbrücke im Präsidialbereich Ingolstadt um 13,5 Prozent zurück, 48,1 Prozent der Einbrüche wurden nicht vollendet.

Das in Ingolstadt ansässige Polizeipräsidium Oberbayern Nord unternimmt erhebliche Anstrengungen, um diesem Phänomen zu begegnen. „Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche in den ersten drei Quartalen dieses Jahres erstmal deutlich um 13,5 Prozent zurückgegangen ist und gleichzeitig die Aufklärungsquote um 3,7 Prozent gesteigert wurde, bleibt die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität weiterhin ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit in unserem Präsidialbereich“, so Polizeivizepräsident Günther Gietl.

Eine eigens erarbeitete dreiteilige Bekämpfungskonzeption, das im wesentlichen auf den Säulen Prävention, Ermittlungen und Fahndung aufgebaut ist, soll weiterhin Bekämpfungsstrategie sein und effektiv dem Kriminalitätsphänomen entgegenwirken.

Mit dem Tag des Einbruchschutzes am 25. Oktober will das Polizeipräsidium Oberbayern Nord die Sensibilität der Bürger für das Thema Einbruchschutz stärken. In den vergangen Wochen verteilten Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Eichstätt rund 5000 Präventionsflyer in den Wohngebieten an die Anwohner. Dabei informierten die jungen Bereitschaftspolizisten im Rahmen ihres Kommunikationstrainings rund um das Thema Einbruchschutz und wiesen jeweils auf die für sie kostenlose Beratungsmöglichkeit bei den kriminalpolizeilichen Fachberatern hin. Immer mehr Anwohner zeigten Interesse, wie sie ihr Anwesen durch mechanische Sicherungen oder Alarmanlagen besser schützen können. So ließen sich in den vergangenen Monaten nahezu 1000 Bürger im Rahmen von Beratungsgesprächen kostenlos technische und verhaltensorientierte Möglichkeiten aufzeigen.

Erste Auswerteergebnisse des Jahres 2015 spiegeln die Wirksamkeit von Sicherungsvorkehrungen wieder. 48,1 Prozent aller begangenen Einbrüche im Bereich des Polizeipräsidiums konnten von den Tätern nicht vollendet werden. Dabei scheiterten die Kriminellen nahezu bei jeden zweiten Einbruch entweder an mechanischen Sicherungseinrichtungen und Alarmanlagen oder gaben ihr Vorhaben auf, weil sie von wachsamen Bürgern gestört wurden.

„Diese positiven Auswirkungen sollen aber keineswegs eine Entwarnung sein, denn die schwierigste Zeit, die Wintermonate, stehen noch vor uns“, gibt Kriminaldirektor Jürgen Schermbach zu bedenken. Durch die Intensivierung der Fahndung und die Optimierung der länderübergreifenden Zusammenarbeit erreichte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord erstmals deutlich eine Steigerung der Aufklärungsquote und konnte Serienstraftaten klären. So erzielten beispielsweise im vergangenem Jahr die Ermittler der Kriminalpolizei Ingolstadt in enger Zusammenarbeit mit Ermittlern des PP München einen großen Ermittlungserfolg im Kampf gegen Wohnungseinbruchskriminalität, der zu hohen Haftstrafen führte. Es gelang den Beamten in akribischer Kleinstarbeit, über 200 Delikte zu ermitteln, die ausschließlich auf das Konto zweier serbischer Haupttäter und deren Hinweisgeber ging. Eine Ingolstädter Finanzangestellte, die Tipps zu einbruchslukrativen Wohnanwesen gab, musste sich ebenfalls im Juli vor Gericht für ihre Mittäterschaft verantworten. Der ermittelte Beuteschaden, der im Bereich München und Ingolstadt entstand, betrug mehr als zwei Millionen Euro.

Im Zeitraum von November 2014 bis Anfang Mai 2015 kam es bayernweit zu einer Serie von mindestens 50 Einbrüchen zum Nachteil asiatischer Opfer. Die regionalen Schwerpunkte der Tatorte entwickelten sich dabei in Ingolstadt, Augsburg, München und Nürnberg. Im Rahmen umfänglicher und dienststellenübergreifender Ermittlungen und dem Zusammenspiel von Hinweisen wachsamer Bürger, gelang es schließlich der Polizei ein in den Niederlanden ansässiges weibliches Tätertrio zu ermitteln. Allein der Kripo Ingolstadt gelang es, acht Fälle zu klären, die auf das Konto des weiblichen Einbruchstrios gingen. Dabei erbeuteten die Einbrecherinnen Schmuck und Bargeld im Wert von über 80 000 Euro. 


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