Logo
Anzeige
Anzeige

Der Pfaffenhofener Naturschutzpreis wurde gestern an 25 Landwirte verliehen 

(ty) 25 Landwirte wurden gestern im Festsaal des Rathauses mit dem Pfaffenhofener Naturschutzpreis ausgezeichnet, der von der Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) verliehen wird. Heuer gab es allerdings einen „Bruch in der Tradition“, wie Professor Hans-Joachim Leppelsack, der Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe, sagte. Denn zuletzt war sechs Mal stets nur eine Person geehrt worden. Der LBV verlieh diesmal den Preis an so viele Personen, weil sie alle einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz in der Landwirtschaft leisten, was nicht selbstverständlich sei. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert, gestiftet von der Familie Scheller, die die Scheller-Mühle in Reisgang betreibt.

Josef Scheller junior betonte, dass der Preis zum einen den Einsatz der Gewinner ehren, zum anderen aber auch für das Thema Naturschutz sensibilisieren soll. Pfaffenhofens Bürgermeister Thomas Herker (SPD) lobte den LBV: „Wir hätten den Preis erfinden müssen, wenn Sie es nicht getan hätten!“ Landrat Martin Wolf (CSU), der Schirmherr der Veranstaltung, zeigte Hochachtung vor dem Engagement der Gewinner, die seinen Worten zufolge weit mehr als gesetzliche Normen einhalten, sondern darüber hinaus einen wichtigen und freiwilligen Beitrag zum Artenschutz leisten. Auch die Bürgermeister Manfred Russer (CSU) aus Hohenwart und Christian Staudter (USB) aus Geisenfeld gratulierten den Landwirten und freuten sich über ihr Engagement.

In Leppelsacks Laudatio erfuhr man, dass sich die Gewinner für vier Artengruppen besonders eingesetzt haben: Zum Schutze des seltensten Vogels in Bayern, des Brachvogels, haben 14 Landwirte unter anderem Gelgelege auf ihren Feldern eingezäunt. Sie unterstützen somit den Erhalt des Vogels, der auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten steht.  Ausgezeichnet wurden hier Rupert Ritzer, Jakob Reicheneder, Rudolf Reicheneder, Anton Niedermeier, Ernst Niedermeier, Georg Kirmer, Simon Weber, Josef Reis, Josef Fuchs senior, Egidius Haunz junior, Roland Lechner, Walter Geistbeck, Ludwig Schnurrer und Franz Xaver Reitberger.

Weitere Preisträger sind: Helmut Schmid, Stefan Kaind, Martin Überl, Sebastian Kürzinger, Sieglinde Gröber, Johann Kürzinger, Christian Königer und Hans Niedermaier. Sie alle tragen dazu bei, dass die Heidelerche, die ihre Nester auf Bifängen in Hopfengärten baut, weiterhin in der Hallertau beheimatet bleibt. Viele stellen dafür ihre Flächen kostenlos zur Verfügung oder helfen mit ihrem Fachwissen weiter.

Aktiven Amphibienschutz leisten das Ehepaar Gerlinde und Hubert Lehmair sowie Landwirt Franz Wittmann, die sich für die gefährdeten Wechselkröten und Laubfrösche einsetzen, indem sie die Tiere unter anderem durch Bereitstellung und Erhalt von Laichgewässern unterstützen. Außerdem wurde Wolfgang Hagl für seinen Einsatz für Rebhühner geehrt. Für den Vogel wurde eine Fläche von der Scheller-Mühle bereitgestellt, die von Hagl gepflegt wird.

Unter den zahlreichen Gästen waren Vertreter von Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft sowie auch einige Preisträger der vergangenen Jahre. Das Preisgeld wird für Nisthilfen, zum Beispiel für die Schleiereule, auf den Grundstücken der Gewinner verwendet. Auch das Preisgeld aus dem vergangenen Jahr wurde für ein Vogelschutzprojekt verwendet – und zwar für die Wiederansiedlung der Bekassine. Man darf jetzt hoffen, dass sie ab dem kommenden Frühjahr in den Landkreis zurückkehrt. 


Anzeige
RSS feed