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Gelistet sind jetzt 95 der 96 Kreise und kreisfreien Städte in Bayern; neu hinzugekommen ist Augsburg. Gesundheits-Ministerin Gerlach wirbt für Schutz-Impfung gegen durch Zecken übertragbare Hirnhaut-Entzündung.

(ty) Die bayerische Gesundheits- und Präventions-Ministerin wirbt für eine Schutz-Impfung gegen die von Zecken übertragbare Hirnhaut-Entzündung: Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz: FSME. Judith Gerlach betonte am heutigen Donnerstag mit Blick auf die Ausweisung der Stadt Augsburg als FSME-Risiko-Gebiet durch das Robert-Koch-Institut (RKI): "Damit sind in Bayern 95 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte des Freistaats als Gebiete eingestuft, in denen bei einem Zeckenstich ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem FSME-Virus besteht. Nur die Stadt Schweinfurt ist noch nicht als solches eingestuft."

Aufgrund des milden Winters sind Zecken nach Angaben des bayerischen Gesundheits-Ministeriums bereits jetzt aktiv. Auch im Freistaat seien in diesem Jahr schon die ersten zwei FSME-Fälle gemeldet worden. "Um für die diesjährige Zecken-Saison einen wirksamen Schutz gegen die FSME aufbauen zu können, sollten ungeimpfte Personen möglichst jetzt mit der Impf-Serie beginnen", erklärte die Ministerin. "Frühestens nach der zweiten Impfung besteht ein – noch zeitlich begrenzter – Schutz vor FSME. Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich."

Dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel-Sicherheit (LGL) waren im vergangenen Jahr insgesamt 311 FSME-Fälle gemeldet worden. Dies ist laut Gesundheits-Ministerium ein neuer Höchstwert an jährlich gemeldeten FSME-Fällen im Freistaat seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es 233 Fälle, im Jahr davor insgesamt 266 Fälle.

"Die FSME-Impfquoten in Bayern sind insgesamt verbesserungswürdig", findet Gerlach und führt dazu aus: "So besitzt lediglich gut ein Fünftel der Erwachsenen einen aktuellen FSME-Impfschutz. Auch Kinder sind gefährdet, an FSME zu erkranken. In Bayern sind aber nur knapp 37 Prozent der Schulanfängerinnen und Schulanfänger gegen FSME geimpft."

Die "Ständige Impfkommission" (Stiko) empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in Risiko-Gebieten mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Nahezu der gesamte Freistaat ist mittlerweile vom Robert-Koch-Institut (RKI) als FSME-Risiko-Gebiet eingestuft. "Deshalb wird zur FSME-Impfung in Bayern ohne geografische Einschränkung öffentlich geraten", erklärt das Gesundheits-Ministerium. Weitere Infos gibt es beim bayerischen Gesundheits-Ministerium unter diesem Link sowie beim LGL unter diesem Link.

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Die Impfung gegen FSME sei in der Regel sehr gut verträglich und werde im Freistaat von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. "Menschen, die bereits grundimmunisiert sind, sollten unbedingt an fällige Auffrischungs-Impfungen denken", heißt es weiter. "Die erste Auffrischungs-Impfung wird im Abstand von drei Jahren nach der Grundimmunisierung fällig. Weitere Auffrischungs-Impfungen sollten – abhängig von der Alters-Gruppe und dem verwendeten Impfstoff – in Abständen von drei bis fünf Jahren verabreicht werden."

Gerlach ergänzte: "Zecken können neben dem FSME-Virus auch Bakterien übertragen, die Lyme-Borreliose verursachen können. Das ist die häufigste zeckenübertragene Krankheit in Deutschland." Gegen diese Infektions-Krankheit schütze derzeit leider keine Impfung. "Bei ihr kann es auch Monate nach dem Stich noch unter anderem zu schmerzhaften Nerven- oder Gelenkentzündungen kommen. Deshalb ist eine möglichst frühzeitige Diagnose wichtig."

Christian Weidner, der Präsident des LGL, erklärte: "Borreliose kann gut mit Antibiotika therapiert werden. Je früher die Therapie beginnt, umso besser. Die Lyme-Borreliose ist meist erkennbar an der so genannten Wanderröte, einer ringförmigen Rötung um die Zeckenstich-Stelle." Er rät: "Bemerkt man einen Zeckenstich, sollte die Zecke möglichst frühzeitig entfernt und die Hautstelle in den Tagen und Wochen nach dem Stich auf das Auftreten der Wanderröte beobachtet werden. Wenn eine Wanderröte oder andere auffällige Symptome auftreten, sollte umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufgesucht werden."

Mit dem nationalen Referenz-Zentrum für Borrelien am LGL leistet Bayern laut Weidner zudem einen wichtigen Beitrag, Borreliose weiter zu erforschen, auch in Hinblick auf den Klimawandel. Dies komme am Ende auch der medizinischen Versorgung zugute. In diesem Jahr seien dem LGL bis Anfang dieser Woche bereits 112 Borreliose-Fälle gemeldet worden – im Vorjahres-Zeitraum 110. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 4054 Borreliose-Fälle im Freistaat gemeldet worden, im Jahr davor 3282.

FSME-Risiko-Gebiete laut Robert-Koch-Institut:


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