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Zum September starten im Landkreis rund 420 junge Leute als Azubis in einem IHK-Beruf. Mehr als 200 Ausbildungsplätze derzeit frei. 

(ty) Zum 1. September starten im Kreis Pfaffenhofen 417 Jugendliche ihre Ausbildung in einem IHK-Beruf. Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach den vorläufigen Zahlen entspreche dies einem Minus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jeder zweite Ausbildungs-Betrieb gebe in einer IHK-Umfrage an, dass Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben seien. Insgesamt gebe es gut 55 verschiedene IHK-Berufe, in denen Jugendliche im Landkreis aktuell eine Ausbildung absolvierten. Zugleich erklärt die IHK, was derzeit die beliebtesten Ausbildungsberufe sind.

Jugendliche, die noch auf der Suche sind, haben laut IHK nach wie vor gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Laut aktueller Statistik der Arbeitsagentur zu Ende August seien noch 208 Lehrstellen bei Betrieben im Kreis Pfaffenhofen unbesetzt. Diesem Angebot stünden 78 unversorgte Ausbildungs-Bewerber gegenüber. "Es kommen somit rein rechnerisch auf jeden unversorgten Bewerber mehr als zwei Lehrstellen", verdeutlicht die IHK. Die Angaben der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungs-Bereiche, zu denen neben den IHK-Sparten Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, die freien Berufe und der öffentliche Dienst gehören.

"Keine geeigneten Bewerbungen"

Jeder zweite Ausbildungs-Betrieb habe in einer IHK-Umfrage angegeben, dass Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben seien. "Der überwiegende Grund dafür ist, dass die Betriebe keine geeigneten oder gar keine Bewerbungen bekommen haben", heißt es es in einer Presse-Mitteilung der IHK. Fehlende Voraussetzungen bei den Bewerbern beklagen den Angaben zufolge 86 Prozent der Betriebe: "Deutliche Defizite sehen sie vor allem bei Soft-Skills wie Belastbarkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft und Engagement. Einen überwiegend guten Eindruck vermitteln hingegen die Englisch-Kenntnisse, Teamfähigkeit sowie IT- und Medien-Kompetenz der Bewerber."

Der heuer fehlende Abitur-Jahrgang habe sich in der Ausbildungs-Statistik weniger stark ausgewirkt als zunächst befürchtet, teilt die IHK weiter mit. Der Anteil der neuen Azubis mit Hochschulreife liege in Oberbayern mit 17 Prozent nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 19 Prozent. Dennoch dürfte diese Lücke nach Einschätzung der IHK auch im Landkreis Pfaffenhofen zum Minus gegenüber dem Vorjahr mit beigetragen haben. Die IHK steht nach eigenem Bekunden für rund 60 Prozent aller Ausbildungs-Verhältnisse und zählt im Landkreis Pfaffenhofen knapp 200 aktive Ausbildungs-Betriebe in Industrie, Handel und im Dienstleistungs-Bereich.

Die aktuell beliebtesten IHK-Berufe

Im Landkreis Pfaffenhofen ist nach Erkenntnissen der Industrie- und Handelskammer bei den jungen Männern der "Elektroniker für Betriebstechnik" derzeit der beliebteste IHK-Beruf, bei den jungen Frauen dagegen die "Kauffrau für Büro-Management". Als Top-5 der IHK-Ausbildungs-Berufe im Landkreis Pfaffenhofen nennt die IHK: Elektroniker für Betriebstechnik, Fluggerät-Mechaniker, Kaufleute für Büro-Management, Einzelhandels-Kaufleute und Fachkräfte für Lager-Logistik. Insgesamt gebe es mehr als 50 verschiedene IHK-Berufe, in denen Jugendliche im Landkreis aktuell eine Ausbildung absolvieren.

"In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld haben die Betriebe ihre Ausbildungs-Angebote nicht zurückgefahren, sondern investieren weiter in die Fachkräfte von morgen", sagt Eduard Kastner als Vorsitzender des IHK-Regional-Ausschusses für den Landkreis Pfaffenhofen. "Damit die Betriebe und die Bewerberinnen und Bewerber zusammenfinden, ist entscheidend, dass die Jugendlichen eine gute Ausbildungsreife besitzen." Als Basis dafür fordere die Wirtschaft eine bessere berufliche Orientierung mit mehr Praxis- und Realitätsbezug und Engagement. "Hier sind Schulen, Eltern und die Jugendlichen selbst gleichermaßen gefordert", so Kastner.


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