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Albert Gürtner (65) will für die Freien Wähler seinen Landrats-Posten verteidigen und in herausfordernden Zeiten weiter an der Zukunftsfähigkeit des Kreises arbeiten.

(ty) "Ich will meine erfolgreiche Arbeit fortsetzen." Albert Gürtner gibt sich zuversichtlich, dass ihm das mit seiner unaufgeregten Art gelingt und die Mehrheit der Bürger seinen Kurs mit ihre Stimme bei der Landrats-Wahl am 8. März bestätigen. Den Kreis Pfaffenhofen Stück um Stück weiterzuentwickeln, das mache ihm trotz engen Finanz-Rahmens und etlicher von außen herangetragener Krisen, die weite Teile seiner ersten Amtszeit geprägt haben, nach wie vor großen Spaß, sagt der 65-Jährige, der erneut von den Freien Wählern (FW) ins Rennen geschickt wird, im Gespräch mit unserer Zeitung. Für ihn steht außer Zweifel: "Landrat ist der schönste Beruf der Welt." Allein schon deshalb werde er alles daran setzen, seinen Posten gegen die sechs Mitbewerber, vier Männer und zwei Frauen, zu verteidigen.

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg mit vielen Flüchtlingen, Energie-Krise, Hochwasser-Katastrophe – viel Unvorhergesehenes galt es in Gürtners Anfangszeit als Landrat zu managen. 2025 ist in der Rückschau quasi das erste normale Jahr für ihn gewesen. Ja, das habe ihn auch krisenfester gemacht, meint der amtierende Landkreis-Chef und fügt hinzu: "Mich kann nichts mehr wirklich schocken."

Er sei kein Alleinkämpfer, der sich extrem in den Vordergrund stellte. Nur dank eines guten Teams im Rücken habe er viele Probleme zum Wohle der Bürger im Landkreis bewältigen können. In dieser Zeit habe er auch viel gelernt, was ihn helfe, auch in den kommenden Jahren das Amt nach seinem Selbstverständnis als "Vermittler und Taktgeber" auszuüben.

Gefragt nach seinen Erfolgen, listet der 65-Jährige eine Vielzahl von vollendeten oder zumindest angestoßenen Projekten auf: die Gründung eines Landwirtschafts-Beirats sowie eines Pflege-Stützpunkts, die nach seinen Worten beispielhafte digitale Ausstattung der Schulen, den Neubau der Realschule in Geisenfeld, die Sanierung des Gymnasiums in Pfaffenhofen, die Sanierung und Erweiterung der FOS-BOS in Scheyern, die Gründung eines Landschaftspflege-Verbands mit dem Ziel eines stärkeren Miteinanders von Landwirten und Naturschützern, den rund zwölf Millionen Euro teuren Neubau einer Pflegeschule samt Personal-Wohnheim in Pfaffenhofen, die Erweiterung der Ilmtalklinik inklusive eines Neubaus der Notaufnahme für 40 Millionen Euro, die Gründung des Kommunal-Unternehmens "Energie und Infrastruktur" (KEI) sowie die begonnene Umsetzung des ÖPNV-Konzepts mit dem Ziel, bis 2027 im gesamten Landkreis einen Stunden-Takt anbieten zu können.

"Wo viel gearbeitet wird, passiert auch mal sowas"

Gürtner räumt ein, dass er auch den einen oder anderen Rückschlag habe einstecken müssen. Damit meint er beispielsweise die von ihm initiierte, aber von der Regierung von Oberbayern als rechtswidrig eingestufte und deshalb wieder zurückgenommen Lkw-Sperre, mit dem man den verkehrsgeplagten Geisenfeldern Entlastung habe verschaffen wollen. Mittlerweile sieht er das sportlich: "Wo viel gearbeitet wird, passiert auch mal sowas."

Stolz ist er darauf, dass es ihm nach der Flut-Katastrophe von 2024 zusammen mit dem Landtags-Abgeordneten Roland Weigert (FW) gelungen ist, die "Arbeits-Gemeinschaft solidarischer Hochwasserschutz" aus der Taufe zu heben, der mittlerweile rund 30 Städte und Gemeinden entlang der Paar aus den vier Landkreisen Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen, Aichach-Friedberg und Landsberg am Lech angehören. "Wir wollen das Wasser im gesamten Verlauf der Paar mit vielen kleinen Maßnahmen zurückhalten, um so Überschwemmungen in den Kommunen zu verhindern", erklärt Gürtner die Stoßrichtung der nach seinen Worten bayernweit einmaligen Initiative.

Dieses Jahr werde man ein Frühwarn-System mit Mess-Stellen für den Pegel und für Niederschlags-Mengen aufbauen. In ähnlicher Weise wolle man am Gerolsbach und an der Ilm mit Warn-Maßnahmen agieren. Als positiven Nebeneffekt der gemeinsamen Bemühungen nennt der Landrat die Anhebung des Grundwasser-Spiegels. Das helfe, nicht nur die Trinkwasser-Versorgung zu sichern, sondern ermögliche den Landwirten auch die Beregnung ihrer Anbau-Flächen.

Als weiteres "offenes Thema" führt Gürtner die Ilmtalklinik an, deren Existenz man mit einer Kooperation der Krankenhäuser in der Region 10 in der Hoffnung auf medizinische wie auch wirtschaftliche Synergie-Effekte dauerhaft sichern wolle. Eine Privatisierung der Ilmtalklinik, die ein wesentliches Element der Daseins-Fürsorge für die Bürger im Landkreis bedeute, sei für ihn ausgeschlossen, betont der Landrat – "auch wenn sie Defizite macht".

Herausfordernde Finanz-Situation

Eine ähnlich große Herausforderung sieht er im drohenden Hausarzt-Mangel. Die Allgemein-Mediziner auf Kreis-Ebene seien heute schon im Schnitt 56 Jahre alt, und an jungen Ärzten komme zu wenig nach. Mit diesem wachsenden Versorgungs-Problem vor Augen habe man eine Arbeits-Gruppe gebildet, in die auch die Bürgermeister der 19 Kommunen im Landkreis Pfaffenhofen eingebunden werden sollen.

Als herausfordernd sieht der 65-Jährige auch die angespannte Haushalts-Lage des Landkreises. Wobei er versucht zu relativieren: Im Norden der Republik sei die finanzielle Not oftmals noch erheblich größer. Natürlich werde man darauf achten, die Verschuldung nicht zu hoch werden zu lassen, betont Gürtner. Aber an vielen Zukunfts-Investitionen wie in den Bereichen Bildung und Gesundheit komme man nicht vorbei. Ganz oben seiner Agenda für die nächsten sechs Jahre stehe die Ansiedlung neuer Betriebe, mit der sich nicht nur Arbeits- und Ausbildungs-Plätze gewinnen ließen, sondern auch mehr Wirtschaftskraft und damit Wohlstand.

Aus eigener Erfahrung – er war selbst früher als Schüler-Sprecher, Pfarrjugend-Leiter, im Pfarrgemeinderat, als Kampfrichter, Fußball-Jugend-Trainer und fast 30 Jahre als als Erster beziehungsweise Zweiter Vorsitzender beim MTV Pfaffenhofen ehrenamtlich tätig – weiß Gürtner, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement ist. "Das macht unsere Heimat aus. Und deswegen muss es besonders gefördert werden", sagt er. Besonders beeindruckend habe der diesen Zusammenhalt der ehrenamtlichen Kräfte bei der Hochwasser-Katastrophe im Jahr 2024 gespürt.

Vor seiner Zeit als Landkreis-Oberhaupt war der studierte Diplom-Wirtschafts-Ingenieur (FH) beim in Pfaffenhofen ansässigen und weithin bekannten Baby-Nahrungs-Hersteller Hipp beschäftigt. Zuletzt koordinierte der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder dort in verantwortlicher Position die Planung in den europäischen Produktions-Standorten.

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