Sozialdemokraten sehen den amtierenden Kreischef als Stabilitäts-Faktor. Der CSU und deren Kandidaten Andreas Aichele werfen sie Bremser-Politik vor.
(ty) Eine klare Solidaritäts-Adresse hat der Vorstand der SPD im Kreis Pfaffenhofen nach dem ersten Durchgang der Landrats-Wahl an Amtsinhaber Albert Gürtner (FW) gerichtet. Stabilität im hiesigen Landkreis sei untrennbar mit ihm verbunden, erklären die Sozialdemokraten in einer aktuellen Presse-Mitteilung. An Gürtners Herausforderer Andreas Aichele und dessen Partei, der CSU, üben sie dagegen harsche Kritik, weil sie eher bremsten als gestalteten. Wie berichtet, lag Gürtner bei der Landrats-Wahl am vergangenen Sonntag mit 34 Prozent der Stimmen knapp vor seinem Herausforderer Andreas Aichele (CSU), der auf 32,4 Prozent kam. Die beiden setzten sich damit klar von den übrigen fünf Mitbewerbern ab. SPD-Landrats-Kandidat Markus Käser landete mit 10,1 Prozent auf Rang vier. In der Stichwahl treffen nun am 22. März Gürtner und Aichele nochmals aufeinander.
"Die SPD im Landkreis Pfaffenhofen geht aus der Kommunalwahl 2026 mit einem großen Vertrauens-Beweis hervor", erklären die Sozialdemokraten in ihrer Wahl-Analyse. Man habe in absoluten Zahlen deutlich zugelegt: Über 17 000 Stimmen mehr als noch im Jahr 2020 stünden auf dem Stimmen-Konto der Genossen. Den rechnerischen Sitz-Verlust führt die SPD vor allem auf die stärker fragmentierte Parteien-Landschaft zurück. Politisch sieht sich die Partei dennoch bestätigt. Der Stimmen-Zuwachs zeige, so der Kreisvorstand, "dass viele Menschen im Landkreis weiterhin auf eine konstruktive, zukunftsorientierte Politik der Zusammenarbeit setzen".
In der Personal-Frage räumt die SPD mit diesen Worten jeden Zweifel aus: "Albert Gürtner steht für sachorientierte Moderation und verlässliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Er ist die Klammer für eine mögliche, enkeltaugliche Gestaltungs-Gemeinschaft, und genau das braucht der Landkreis in diesen Zeiten." Angesichts wachsender Herausforderungen und eines erstarkenden rechten Randes sieht die SPD im Bündnis mit Gürtner "die einzige tragfähige Grundlage für eine verantwortungsvolle Politik". Gleichzeitig übt die Kreis-SPD deutliche Kritik an der CSU und deren Landrats-Kandidaten Andreas Aichele.

Stimmen-Verteilung bei der Kreistags-Wahl am Sonntag.
In mehreren zentralen Zukunftsfragen haben die Christsozialen nach Dafürhalten der Sozialdemokraten eher gebremst als gestaltet, heißt es da. Als Beispiele nennt die SPD die Diskussion um den Standort des dritten Gymnasiums im Landkreis Pfaffenhofen, den Ausbau von erneuerbaren Energien sowie Entscheidungen rund um die Ilmtalklinik. Während Gürtner ohne Wenn und Aber den Standort Manching für das dritte Gymnasium favorisiert habe, habe die CSU-Fraktion gegen den Standort Manching gestimmt.
Gürtner habe sofort nach seinem Amts-Antritt die Genehmigung für den Pfaffenhofener Bürger-Windpark unterschrieben und das Kommunal-Unternehmen für Energie und Infrastruktur (KEI) ins Leben gerufen, heißt es in der Presse-Erklärung der SPD weiter. Die CSU indes habe den Ausbau erneuerbarer Energien im südlichen Landkreis "stets ausgebremst, bewusst sabotiert und damit regionale Wertschöpfung verhindert". Was die Ilmtalklinik angehe, sei Gürtner "der entscheidende Motor der Klinik-Sanierung" gewesen. Die CSU-Fraktion hingegen habe sich als Brems-Klotz erwiesen, "der durch Zaudern und Zögerlichkeit die Zukunft der Klinik fahrlässig aufs Spiel gesetzt hat".

Sitz-Verteilung im künftigen Kreistags-Gremium (ohne Landrat).
Der amtierende Landrat habe zudem den ersten flächendeckenden ÖPNV im gesamten Landkreis realisiert. Damit habe er – so die SPD – einen über 60-jährigen Stillstand der CSU beendet, der dieses Thema über Jahrzehnte hinweg kaum eine Silbe wert gewesen sei. Man signalisiere Gesprächs-Bereitschaft gegenüber allen demokratischen Kräften, erklärt der Kreis-Vorstand der Sozialdemokraten, macht aber zugleich deutlich: Ein Zurück zur alten CSU-Dominanz soll es mit der SPD nicht geben. "Und als Lückenfüller einer möglichen CSU-AfD-Kooperation steht die SPD ebenfalls nicht zur Verfügung."
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