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"Schock-Anrufer" gaukelten der Seniorin vor, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, und forderten Wiedergutmachung. Kripo sucht Zeugen und warnt.

(ty) Wie das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord heute mitteilt, ist eine 80-Jährige in Ingolstadt am Dienstag Opfer eines so genannten Schockanrufs geworden. Der Rentnerin habe man am Telefon vorgegaukelt, dass ihre Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe. Zur Wiedergutmachung des Schadens sei die Seniorin zu einer Herausgabe von Bargeld aufgefordert worden. Später habe die 80-Jährige 5000 Euro an einen unbekannten Abholer übergeben. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise.

Zwischen 11 Uhr und 12.30 Uhr habe die 80-Jährige einen Anruf von einer russisch sprechenden Betrügerin erhalten, die sich als die Tochter der Rentnerin ausgegeben habe, berichtet das Polizeipräsidium. Die vermeintliche Tochter habe vorgegeben, Verursacherin eines schweren Verkehrsunfall zu sein. Das Telefonat sei in der Folge an einen ebenfalls russisch sprechenden angeblichen Polizeibeamten übergeben worden, der die 80-Jährigen bedrängt habe, zur Wiedergutmachung Bargeld herauszurücken, so die Gesetzeshüter.

Die überrumpelte Seniorin habe sich darauf eingelassen und einige Zeit später 5000 Euro in einem Karton an einen bislang unbekannten Abholer übergeben. Laut Personen-Beschreibung der Polizei ist der gesuchte Mann etwa 1,70 Meter groß, rund 35 Jahre alt und von kräftiger Statur. Er habe schwarze Haare und sei mit einer schwarzen Jacke, einer schwarzer Hose und einem T-Shirt bekleidet gewesen. Die Kriminalpolizei Ingolstadt bittet Zeugen, die im Tat-Zeitraum im Bereich der Albertus-Magnus-Straße in Ingolstadt verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer (08 41) 9 34 30 zu melden.

Zur Schutz vor der Betrugsmasche "Schock-Anruf" gibt die Polizei diese Tipps:

  • Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Notrufnummer 110 an. Das machen nur Betrüger.
  • Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste.
  • Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an.
    Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen.
  • Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei.
  • ​​​​​​Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter.

 


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