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Franz Schmuttermayr (76) ist seit 1972 dabei – und ihm macht so leicht keiner was vor. Er sitzt im Stadtrat und im Kreistag – einen Posten aber hat er kürzlich aufgegeben, dafür gab es jetzt eine Goldmedaille.

Von Tobias Zell

Er ist nicht in der Kommunalpolitik, er IST Kommunalpolitik. Franz Schmuttermayr (76) aus Pfaffenhofen. Traditionell blass im Gesicht und schwarz in der politischen Ausrichtung, bringt er mit seiner Erfahrung und seinen markig-pragmatischen Einlassungen Farbe in so manche Rats-Debatte. Weil er denen, die zum Höhenflug neigen, immer mal wieder vor Augen führt, worum es wirklich geht. Nämlich um das, was am Ende hinten rauskommt, wie man so schön sagt.

Franz Schmuttermayr (CSU) ist seit 1972 Stadtrat von Pfaffenhofen. Zur Verdeutlichung sei folgende Anmerkung erlaubt: Der Verfasser dieses Artikels ist im Jahr 1976 geboren und auch schon 38 Jahre alt. Aber Franz „Schmutti“ Schmuttermayr ist noch viel länger in der Kommunalpolitik. Gefühlt seit jeher. Er ist bekannt wie ein bunter Hund und höchst beliebt. Sein Wort gilt noch was. Er braucht keine taktischen Spielchen, er schickt keine Pressemitteilungen. Er ist das, was man einen Grandseigneur der Kommunalpolitik nennt.

In einem Alter, in dem andere ans Aufhören denken, mischt er noch mit. Ist mittendrin, nicht nur dabei. Erst sei 2008 sitzt er im Kreistag, wurde diesen März erst wiedergewählt – in den Stadtrat und in den Kreistag. Bis 2020. Exakt 18 932 Stimmen hat er bei der Kreistagswahl bekommen, wurde von Listenplatz 34 auf 23 hochgewählt. Man kennt ihn und man schätzt ihn. Wo Schmuttermayr draufsteht, ist auch Schmuttermayr drin. Im Kreistag wie im Stadtrat.

Von 2002 bis 2008 war er – unter Altbürgermeister Hans Prechter (CSU) – Rathausvize von Pfaffenhofen. Sein Augenmerkt galt und gilt den Schulen, vor allem aber dem gesunden Menschenverstand. Und dem Bauwesen. Weil er ist Spengler und kann da im Detail mitreden und kritisch nachfragen, wo so mancher Ratskollege halt einfach glauben muss, was ihm das erzählt wird. Einem Franz Schmuttermayr kannst du nichts vormachen. Der weiß genau, worauf es zu achten gilt, dass es hinterher nicht reinregnet. Und er kann einschätzen, ob eine Firma ein Angebot abgegeben hat, das realistisch ist.

In seiner Zeit als Kommunalpolitiker wurde gefühlt halb Pfaffenhofen, aber konkret zum Beispiel die Mittelschule gebaut. Und das Gymnasium, wie man es heute kennt. Die Mittelschule wird jetzt dann abgerissen, Doppelneubau für 26 Millionen Euro. Das Gymnasium bleibt stehen. „Das tut mir weh“, sagt er mit Blick auf die Abrissbirne. Aber er – 18 Jahre lang Schulreferent im Stadtrat – weiß auch, dass es heute anders läuft. Zuschüsse gibt es eher für einen Neubau als für Sanierungsmaßnahmen.

Im Kreistag wie im Stadtrat ist Franz Schmuttermayr nach den Wahlen vom Frühjahr weiter mit von der Partie, aber einen Posten hat er abgegeben. Er schied nach 42 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Verbandsrat der Verbandsversammlung der Sparkasse Pfaffenhofen aus. Im Rahmen einer kleinen Feier bedanken sich jetzt der Verwaltungsratsvorsitzende, Landrat Martin Wolf (CSU), sowie Sparkassen-Vorstandschef Norbert Lienhardt bei ihm für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit. Als Anerkennung erhielt er eine Urkunde und eine Goldmünze. Seine Erfahrungen sind in der Kommunalpolitik auch oft Gold wert.

Urkunde und Medaille für den ausscheidenden Verbandsrat der Sparkasse, Franz Schmuttermayr (Mitte). Links Landrat Martin Wolf, rechts Sparkassen-Vorstandschef Norbert Lienhardt. Foto: Rauscher


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