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Dieses Wochenende startet offiziell der Wettbewerb "Dein Heimatsong" – dem Sieger winken 1000 Euro 

(ty) Da wäre man die lebenswerteste und nachhaltigste Stadt weit und breit – und hätte keine eigene Hymne vorzuweisen? Gut, eine förmliche Hymne muss es ja nicht gleich sein. Aber vielleicht wenigstens ein quasi-amtliches Lied. Schließlich werden auch andere weltbekannte Orte besungen, von Kufstein über Bochum bis New York. Und Pfaffenhofen? Ein Gedanke, der schon etliche Jahre bei Patricia Descy, der geschäftsführenden Prokuristin des Intakt-Musikinstituts, vor sich hin schwelte. Auch ihr Ehemann Michael Herrmann, ebenfalls Geschäftsführer der gemeinnützigen Pfaffenhofener Musikschule in der Raiffeisenstraße, fand diese Idee sehr spannend – doch es gab immer wieder Dringlicheres zu tun, und so passierte lange Zeit erst mal gar nichts.

Bis eines Tages, im Herbst vergangenen Jahres, der 75-jährige Rentner Adolf Andre aus Niederscheyern im Musikinstitut auftauchte. Älteren Pfaffenhofenern muss man den Adi, wie er von Freunden genannt wird, nicht lange vorstellen; war er doch in jungen Jahren lange Zeit Musikant in verschiedenen legendären Tanzmusik-Formationen, worüber er amüsante Geschichten und Anekdoten berichten kann. Jedenfalls: Mit einer besonderen Bitte sei er gekommen, so beginnt er. Er habe da ein Lied komponiert für die Hallertau und nun suche er jemanden, der ihm dieses Lied auf Kassette aufnehmen könne.

Michael Herrmann grinste: „Kassette – das wird schwierig. Aber auf CD oder MP3 können wir Ihnen das aufnehmen.“ Flugs wurde ein Termin vereinbart, das Lied ausgiebig angehört und anschließend im Intakt-Tonstudio aufgenommen; Herrmann an den Keyboards, Andre am Gesang. Nun war es allerdings so, dass das Hallertau-Lied von Adolf Andre eigentlich keine Eigenkomposition war, sondern nur eine Text-Neudichtung auf ein bereits bestehendes Lied, nämlich „Mein Heimatland“ von Vico Torriani.

Ein neues Lied mit völlig neuer Melodie zu komponieren, das müsse Adolf Andre versuchen, meinte Herrmann. Und mit eigentlich genau diesem Satz entstand das Projekt, das an diesem Wochenende startet. Schnell war ein Name gefunden: „Dein Heimatsong“, eine Wortkombination, die Tradition und Moderne miteinander verbindet und eigentlich keiner weiteren Erklärung bedarf.

Noch während das Konzept für den Liederwettbewerb in Herrmann weiter heranreifte, setzte sich Adi Andre an seinen Schreibtisch und versuchte einen Text für ein Pfaffenhofen-Lied zu schreiben. Die Ideen, was er alles in diesen Song packen könnte, waren schnell da. Nur das mit der Melodie war noch etwas schwierig, die wollte ihm nicht so recht einfallen. Also entschloss er sich, noch einmal Herrmann zu kontaktieren, da dieser ja häufiger mit Songs zu tun hat. Herrmann wiederum kannte das Problem: „Das ist die größte Hürde für jeden Komponisten: Erst einmal überhaupt reinzukommen in die Materie.“

Die einfachste Methode, einen Song zu schreiben, sei es, einen bestehenden Song zu imitieren, berichtet Herrmann. Man nehme einfach ein Lied, das es schon gibt, verändere die Melodie, hie und da vielleicht auch einen Akkord, und schon hat man etwas vollkommen Neues. Wo die Originalmelodie nach oben geht, lasse man sie einfach nach unten gehen, aus langen Tönen mache man kurze, dann verändere man die Reihenfolge der Zeilen, baue Pausen ein, entferne vorhandene, und so weiter.

Genau auf diese Art ging Adi Andre vor: Er dichtete zunächst einen neuen Text auf den bekannten Schlager „Rote Lippen soll man küssen“ und veränderte dann Melodie, Rhythmus, Pausen und Abfolgen. Heraus kam der erste Lied-Beitrag, der in den nächsten Tagen im Intakt-Tonstudio aufgenommen werden soll. Stichwort „Rote Lippen“: Es gab in der Vergangenheit bereits mehrere Bestrebungen bezüglich eines Pfaffenhofen-Lieds. Rund um die Jahrtausendwende etwa nahm die Stadt Pfaffenhofen beim BR-Städteduell „Bayernchampions“ teil; damals performte Sängerin und Saxofonistin Susi Krönauer in Reihen der Big-Band der Stadtkapelle im Bayerischen Fernsehen den altehrwürdigen Schlager, versehen mit einem Pfaffenhofen-Text. Und anlässlich der Eröffnung des neugestalteten Hauptplatzes kam ein Song über die Stadt zu Gehör, für den Kirchenmusiker Max Penger eine Melodie komponiert und Heimatforscher Reinhard Haiplik den Text verfasst hatten.

Zurück in die Gegenwart: Nach vielen Gesprächen mit der Stadt Pfaffenhofen, möglichen Kooperationspartnern, Jury-Mitgliedern und eventuellen Komponisten, hat das Team des Intakt-Musikinstituts nun das Konzept für den Kompositions-Wettbewerb „Dein Heimatsong“ fertiggestellt. Gesucht wird ab sofort also ein neues, völlig eigenständiges und originäres Lied für Pfaffenhofen: „Ein musikalisches Denkmal für unsere Stadt, ein in Wort und Klang gefasstes Bild unserer Heimat“, erklärt Herrmann.

Die Keimzelle des Ganzen – Michael Herrmann, Patricia Descy und Adolf Andre – ist auf jeden Fall sehr gespannt, welche Beiträge kommen. „Ich weiß schon von einer Heavy-Metal-Band, dass sie fleißig am Komponieren ist“, verrät Herrmann. „Und ein 15-jähriges Mädel hat ebenfalls schon einen Song in der Pipeline.“ Auch die Stadtkapelle habe schon signalisiert, ein Lied beisteuern zu wollen

Um jene Komponisten, die kein professionelles Tonstudio zu Hause haben, zu unterstützen, bietet Herrmann noch einen besonderen Service an: „Jeder, der möchte, kann zu uns ins Intakt-Musikinstitut kommen und sich professionelle Hilfe holen“, sagt er. „Wir geben Tipps für die Komposition oder den Text, helfen bei einer professionellen Aufnahme und verleihen auch Musiker, die für die Aufnahme engagiert werden können“. Kostenlos, versteht sich.

Ablauf, Konzept und Teilnahmebedingungen

An diesem Wochenende fällt der offizielle Startschuss für den Liederwettbewerb „Dein Heimatsong“, mit dem das Intakt-Musikinstitut und die Stadt Pfaffenhofen unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Thomas Herker (SPD) ein Lied für Pfaffenhofen suchen.

„Mitmachen kann jeder, der einen nachweisbaren Bezug zu Pfaffenhofen hat“, heißt es in den Teilnahmebedingungen. Ein Mindestalter gibt es nicht, ausgeschlossen sind lediglich Mitglieder der Jury und deren Angehörige. Der Song sollte auf jeden Fall einen Text haben, muss zu 100 Prozent selbst komponiert und getextet sein und von Pfaffenhofen handeln. Aufgerufen sind sowohl einzelne Komponisten und Solo-Künstler als auch Teams, Bands, Gruppen, Kapellen oder ganze Schulklassen. „Wichtig ist, dass nicht die Tonqualität der Aufnahme, sondern der Song selbst bewertet wird“, heißt es. So habe also ein wackeliges Handy-Video die gleichen Chancen wie eine professionelle Studio- Produktion.

Zu gewinnen gibt es auch etwas: Der Preisträger des ersten Platzes, der von einer Fachjury bestimmt wird, erhält 1000 Euro in bar, spendiert von der Hallertauer Volksbank. Daneben gibt es einen Publikumspreis, der von den Pfaffenhofener Bürgern vergeben wird. Der Sieger bekommt hier fünf Tage kostenlos Urlaub in einem VW-Campingbus inklusive 1000 Freikilometern; spendiert vom Seat-Autohaus Bauer. Darüber hinaus werden die zehn besten Beiträge auf eine CD gepresst, die im Anschluss an den Wettbewerb in ganz Pfaffenhofen erhältlich sein soll.

Der Wettbewerb selbst wird in drei Phasen ablaufen: In der ersten Phase, die bis 30. September 2015 läuft, können Komponisten ihre Lieder einreichen. Dies geschieht über die eigens eingerichtete Website www.heimatsong.de, auf der die eingereichten Songs auch veröffentlicht werden. Interessierte können sich jederzeit auf dieser Website über den Wettbewerb informieren sowie bereits eingereichte Beiträge anhören.

In der zweiten Phase, die von 1. Oktober bis 31. Oktober 2015 läuft, kann das Publikum per SMS-Voting den Sieger-Song des Publikumspreises bestimmen. Damit dies mit rechten Dingen zugeht, hat jede SMS-Absendernummer nur maximal fünf Stimmen, ab der sechsten Stimme wird nicht mehr gezählt. Der Song mit den meisten SMS-Stimmen wird zum „Sieger der Herzen“ gekürt und darf den Publikumspreis entgegennehmen.

Zudem wird eine hochkarätig besetzte Jury, bestehend aus musikalischen und praxisbezogenen Vertretern der Stadt, über die zehn besten Songs sowie den Gewinner-Song bestimmen.

In der dritten Phase des Projekts werden die zehn besten Songs im Panorama-Tonstudio, das in der hiesigen Künstlerwerkstatt beheimatet ist, nochmal neu aufgenommen und anschließend auf eine CD gepresst. Die CD wird anschließend in Pfaffenhofen erhältlich sein.

Sämtliche Fakten rund um den Kompositions-Wettbewerb sind im Internet unter www.heimatsong.de zu finden. Weitere Infos gibt es auch im Intakt Musikinstitut, Raiffeisenstraße 33, Telefon (0 84 41) 27 76 40 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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