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Leitbild für einen modernen Sportverein inklusive intensiver Jugendarbeit: Der Vorsitzende Stefan Vachal stellte bei der BLSV-Herbsttagung das Konzept vor, das bereits Erfolge zeigt

(ty) Über den Begriff „Vereinsmeierei“ kann Stefan Vachal nur müde lächeln. Seit zwei Jahren führt er den SV Fahlenbach als Vorsitzender und will den rührigen Dorfverein zu einem modernen Dienstleister in Sachen Sport ausbauen, der dabei aber nichts von seinem Charme als beliebter Treffpunkt der Generationen direkt vor der Haustür verlieren soll. Wie er und seine Mitstreiter die Sache anpacken, stellte Vachal im Rahmen der Herbsttagung des Pfaffenhofener BLSV-Kreisverbands im Vereinsheim des FC Schweitenkirchen vor.

Ein „Weiter so“ war Vachal einfach zu wenig, als er 2013 nach zwei Jahren als Vize zum Vorsitzenden des damals rund 400 Mitglieder zählenden Traditionsvereins aufrückte. Der neue Mann an der Spitze wollte dem Fußballclub neuen Schwung verleihen. Das notwendige Grundwissen holte er sich bei einer Vereinsmanager-Ausbildung des Landessportverbands, aus der er nach eigener Aussage viel gewinnen konnte. 

Wieder zu Hause setzte er sich mit seinen Vorstandskollegen an einen Tisch, um ein „Leitbild“ für seinen Heimatverein zu entwerfen. Dass dies alles kein Hexenwerk sei, versuchte der SV-Boss den 18 Funktionären im Vereinsheim des FC Schweitenkirchen anhand einiger Praxisbeispiele zu vermitteln. „Wichtig ist, dass das alles nicht nur auf dem Papier steht, sondern mit Leben erfüllt wird“, sagte er.

Das Leitbild soll also eine Orientierung in der alltäglichen Vereinsarbeit geben, lernten die Besucher der Herbsttagung von ihrem Kollegen, der gleich auch noch ein zweites „Leitbild der Jugendarbeit“ hinterherschob. Demnach wird der Nachwuchsförderung beim SV Fahlenbach „höchste Priorität“ eingeräumt. „Wir vermitteln den Kindern wichtige gesellschaftliche Werte wie Sportlichkeit, Ehrlichkeit, Teamfähigkeit, Fairness, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Kritikfähigkeit, Zuverlässigkeit und Aufrichtigkeit“, zitierte Vachal aus dem Papier.

Für die versammelten Praktiker am wichtigsten war natürlich die Frage, ob sich diese programmatischen Initiativen im Vereinsalltag auch bezahlt machen. Vachal brauchte dabei nur auf die jüngste Entwicklung der Mitgliederzahlen zu verweisen. Innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren schlossen sich dem Klub rund 60 neue Sportler an, der jetzt bereits an der 500er-Marke kratzt und sie wohl in naher Zukunft knacken wird. Damit sind zwei von drei Einwohnern des 750-Seelen-Dorfes im örtlichen Sportverein organisiert. Neben „König Fußball“ gibt es die Abteilungen Lauftreff, Gymnastik, Stockschießen und –jetzt neu – Tischtennis. Auch im gesellschaftlichen Bereich tat sich mit der Gründung einer Theatergruppe einiges.

Um dieses Level auch in Zukunft zu halten, setzen Stefan Vachal und seine Mitstreiter auf den Nachwuchs, der jedoch nicht nur auf dem grünen Rasen oder in der Sporthalle seinen Mann stehen soll. Vielmehr ist das Engagement der jungen Leute auch im Ehrenamt gefragt. So haben bereits fünf Jugendliche eine Ausbildung zum Clubassistenten durchlaufen, drei davon arbeiten bereits aktiv im Vereinsalltag mit. Auf diesem Weg will die SV-Führungsriege nach den Worten des Vorsitzenden schrittweise vorangehen. „Man darf die Ehrenamtlichen auch nicht überfordern, aber das Gesamtpaket muss stimmen, und da hilft auch unser Leitbild, das unser Handeln nachvollziehbar und damit nachhaltig macht.“ 

BLSV-Kreischef Florian Weiß konnte eine solche Initiative eines Dorfvereins nur begrüßen und auch anderen Vereinen wärmstens ans Herz legen. Daneben machte er die Vereinsvertreter noch auf eine Reihe von Angeboten des Landessportverbands aufmerksam, die die Vereinsarbeit erleichtern, so zum Beispiel den Vereinsservice mit unter anderem der Rechts- oder Versicherungsberatung im „Haus des Sports“ in München. 

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde aus den Reihen der Funktionäre aber auch deutliche Kritik an immer mehr Bürokratie laut, die die Vereinsarbeit zunehmend schwieriger mache. Weiß konnte dagegen zwar kein Patentrezept präsentieren, appellierte an die Verantwortlichen aber, sich weiterzubilden und sich bei schwierigen Fragen professionellen Rat und Hilfe von Fachleuten zu holen.

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