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Finale Begehung der Indoor-Versuchshalle der THI vor Inbetriebnahme: Gesamtfahrzeugtests mit Simulation realer Witterungsverhältnisse 

(ty) Lob vom Wissenschaftlichen Beirat für den Ingolstädter Forschungsbau CARISSMA: Bei seiner finalen Begehung wenige Monate vor Inbetriebnahme zeigte sich das Gremium aus hochrangigen Wissenschaftlern und Vertretern der Industrie beeindruckt von der Anlage der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) und betonte die Bedeutung der Ingolstädter Forschungsaktivitäten für die gesamte Fahrzeugsicherheitsforschung.

In der neuartigen Indoor-Versuchshalle auf dem Campus der THI werden künftig automatisierte Gesamtfahrzeugtests durchgeführt – und das unter Simulation realer Witterungsverhältnisse. Regen, Nebel oder schlechte Sichtverhältnisse, die Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern gerade im Herbst zu schaffen machen, können in der Halle realitätsnah dargestellt und beliebig oft reproduziert werden. So können die CARISSMA-Wissenschaftler verlässlich erforschen, wie sich die Witterungsbedingungen auf die Reaktionsfähigkeit der Verkehrsteilnehmer, aber auch auf die Detektionsleistung von Kameras und anderen vorausschauenden Systemen im Fahrzeug auswirken.

 

 

Der Testaufwand der Automobilindustrie für solche Bedingungen ist enorm. CARISSMA kann mit der Indoor-Versuchsanlage diesen Aufwand deutlich reduzieren: Kritische Einflüsse wie die beschriebenen Witterungsbedingungen, die sowohl dem Menschen als auch der Maschine starke Grenzen setzen, werden im Forschungsbau systematisch untersucht. Das Credo dahinter: Nur wer die Störgrößen im Detail versteht, kann Sensoren und Sicherheitssysteme über die heutigen Grenzen hinaus verbessern.

Im Forschungsbau selbst können neben den klassischen Fahrversuchen sowie der Simulation von Witterungs- und Unfallszenarien auch Gefährdungssituationen nachgestellt und untersucht werden, die für bestimmte Regionen der Erde typisch sind. So modellierte ein deutsch-brasilianisches Forscherteam im Rahmen von CARISSMA schon jetzt eine unfallträchtige brasilianische Küstenstraße, speiste die Modellierung in den bereits im Betrieb befindlichen CARISSMA-Fahrsimulator ein und führte eine Probandenstudie durch, in der die Auswirkungen unterschiedlicher Formen von Ablenkung auf das Fahrverhalten untersucht wurden. Mit der neuen Indoor-Anlage werden auf diesen Forschungserfahrungen aufbauend weitergehende Vorhaben umgesetzt. Noch gegen Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres sollen entsprechende Projektvorhaben in Brasilien und Kolumbien diskutiert werden.

 

 

Stellvertretend für den wissenschaftlichen Beirat kommentierte Ralf Schnupp, Leiter Segment Inertial Sensors bei der Division Chassis & Safety von Continental, diese technische Perspektiven und den internationalen Wissenstransfer: „Mit seinen innovativen Anlagen und Forschungsthemen trifft CARISSMA nicht nur den Puls der Zeit, sondern vor allem der Zukunft. Die Inbetriebnahme von CARISSMA markiert unsere aktive Rolle als Wegbereiter für neue Verkehrssicherheitstechnologien, nicht nur eine immerwährende Herausforderung, sondern gleichermaßen eine Verpflichtung für uns alle, an der wir gemessen werden.“


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