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Der Tote von Rohrbach ist ein besonders krasser Fall, doch Unfallfluchten sind in der Region an der Tagesordnung – alleine heute berichtet die Polizei von fünf Fällen

(ty) Der schreckliche Fall von Fahrerflucht in Rohrbach sorgt für Fassungslosigkeit. Wie berichtet, wurde der 54-jährige Martin Wittmann aus dem Wolnzacher Ortsteil Eschelbach am Mittwochfrüh tot im Graben neben der Staatsstraße entdeckt. Totgefahren. Inzwischen weiß man: Er wurde von einem MAN-Lastwagen erfasst und war entweder sofort tot oder starb im Straßengraben liegend an seinen schweren Verletzungen. Den exakten Todeszeitpunkt konnte auch die Obduktion nicht ans Licht bringen. Klar ist: Es handelt sich um einen unglaublichen Fall von Fahrerflucht. Der Fahrer des Lastwagens kümmerte sich nach dem Unfall ganz offensichtlich nicht um sein Opfer, sondern machte sich einfach aus dem Staub. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck, um den Fall zu klären.

Diese schreckliche Unfallflucht sorgt für Schlagzeilen und ist ein besonders Aufsehen erregender und krasser Fall. Doch Fahrerfluchten sind in der Region an der Tagesordnung. Freilich wird – gottseidank – nicht jedes Mal ein Mensch angefahren. Doch im Polizeibericht finden sich praktisch täglich Meldungen darüber, dass Autos gestreift oder angefahren werden und sich der Unfallverursacher aus dem Staub macht, ohne sich um den angerichteten Schaden zu scheren. Alleine heute wurden aus der Region fünf Fälle vermeldet.

Bei Manching hat ein Lkw-Zug ein wartendes Auto gestreift und ist einfach weitergefahren. Ebenfalls bei Manching hat ein Kleinwagenfahrer die Vorfahrt missachtet und sich nach dem Crash aus dem Staub gemacht. In Ingolstadt hat ein 44-Jähriger im Rausch ein geparktes Auto angefahren und war geflüchtet – er wurde immerhin gefasst und sogar festgenommen, weil gegen ihn Haftbefehle bestanden. In Kelheim donnerte ein 67-Jähriger mit einem Einkaufswagen gegen einen Pkw und ging einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Und beim Wasserpark nahe Nötting krachte ein unbekannter Autofahrer gegen einen BMW und kümmerte sich nicht um den Schaden. Hier die Fälle im Detail:

Fall 1

Mit ihrem silbernen Subaru fuhr gestern eine 19-jährige Studentin aus dem Kreis Pfaffenhofen von der A 9 in Richtung Norden kommend an der Ausfahrt Manching ab. An der Einmündung zur B 16 wollte sie gegen 19.45 Uhr nach rechts in Richtung Regensburg abbiegen. Sie hielt an, da sie gegenüber dem Verkehr auf der B 16 wartepflichtig war. Ein Lkw, Sattel- oder Lkw-Zug, der auf der B 16 in Richtung Regensburg vorbeifuhr, kam zu weit nach rechts und streifte den Pkw der Studentin, wodurch dieser massiv an der Front demoliert wurde. Schaden: etwa 5000 Euro. Der Lkw-Fahrer setzte seine Tour unbeeindruckt fort. Die Verkehrspolizei Ingolstadt bittet unter Telefon (08 41) 93 43 – 44 10 um Hinweise auf den Laster. 

Fall 2

Mit ihrem blauen Opel Corsa fuhr gestern gegen 7.20 Uhr eine 36-jährige aus Gaimersheim auf der B 13 in Richtung Ingolstadt, als kurz nach Unsernherrn, auf Höhe Sonnenbrücke, von rechts ein blauer Kleinwagen die Vorfahrt missachtete und in den Kreuzungsbereich einfuhr. Obwohl die Opel-Lenkerin abbremste, kam es zum Zusammenstoß. Der blaue Kleinwagen wurde dabei hinten links beschädigt, der Opel an der linken Front. Da der Fahrer des Kleinwagens seine Fahrt einfach fortsetzte, bittet die Polizei auch hier um Hinweise auf den Flüchtigen.

Fall 3

Auf der Nürnberger Straße in Richtung in Richtung Ingolstädter Frühlingstraße kam gestern gegen 18.50 Uhr ein 44-jähriger Schanzer zu weit nach rechts und streifte mit seinem Mercedes den Außenspiegel des rechts am Straßenrand abgestellten Kia eines 23-jährigen Studenten aus dem Kreis Eichstätt. Am Kia entstand ein Schaden von rund 300 Euro. Der Mercedesfahrer kümmerte sich nicht darum und fuhr auf den angrenzenden Parkplatz eines Speiselokals. Obwohl er dort sogar von einem Zeugen auf den Unfall angesprochen wurde, verließ er den Parkplatz und setzte seine Fahrt erneut fort.
 Nachdem die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass sich der Flüchtige in der Wohnung der Pkw-Halterin befindet, rückten die Beamten dort an. Da die Türe verschlossen war und auf ein Klopfen hin nicht geöffnet wurde, wurde sie aufgebrochen. Die Polizisten fanden den 44-Jährigen schlafend im Bett. Ein Alkotest ergab knapp 1,4 Promille, so dass eine Blutentnahme veranlasst wurde. Zudem wurde festgestellt, dass der 44-Jährige ohne Fahrerlaubnis unterwegs war und dass gegen ihn außerdem zwei Haftbefehle vorliegen, die sofort vollstreckt wurden.

Fall 4

Eine 29-Jährige aus Rohrbach stellte von Mittwoch, 12 Uhr, bis Donnerstag, 2 Uhr früh, ihren BMW auf dem Parkplatz des Ski- und Wasserparks Nötting am Lorenzisee in Geisenfeld ab. Als sie Pkw zurückkam, stellte sie fest, dass jemand gegen ihr Fahrzeug gefahren war und sich aus dem Staub gemacht hatte. Der Schaden wird auf rund 1200 Euro beziffert. Die Polizei Geisenfeld bittet um Hinweise unter Telefon (0 84 52) 72 00.

Fall 5

Gestern gegen 17.25 Uhr saß ein 34-jähriger Mann aus Kelheim auf dem Beifahrersitz eines Pkw,  der auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums geparkt war. Ein anderer Mann – wie sich später herausstellte, ein 67-Jähriger aus Altmannstein – krachte beim Vorbeifahren mit einem Einkaufswagen gegen den geparkten Pkw. Er wurde von dem 34-jährigen in Auto daraufhin aufgefordert, auf den Besitzer des Pkw zu warten. Den 67-jährigen interessierte das jedoch nicht und er ging ins Einkaufszentrum. Der 34-Jährige verständigte die Polizei. Aber auch gegenüber den Polizisten zeigte sich der Täter ziemlich unkooperativ und wollte seine Personalien nicht angeben. Erst als die Beamten den Mann gegen seinen Willen zum Polizeifahrzeug brachten, gab er seine Personalien an.


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