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Arbeitslosen-Quote beträgt hier derzeit 1,7 Prozent. Für die Region 10 liegt der Wert bei 2,1 Prozent. Knapp 1700 Lehrstellen noch unbesetzt.

(ty) "Der saisonübliche Abbau der Arbeitslosigkeit wird in diesem Monat erstmal dadurch überdeckt, dass sich zunehmend geflüchtete Menschen aus der Ukraine in den Job-Centern melden. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen in der Region 10 dadurch um etwa 200 Personen zu", erklärt Johannes Kolb, der Leiter der Agentur für Arbeit in Ingolstadt zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt. "Diese Entwicklung wird sich sicherlich auch noch in den kommenden beiden Monaten fortsetzen, da noch nicht alle Anspruchs-Berechtigten registriert werden konnten", sagt er.

Nach wie vor besteht nach den Worten von Kolb die Hauptaufgabe der Job-Center darin, nahtlos die Gewährung von existenzsichernden Leistungen für die Geflüchteten sicherzustellen. In einem weiteren Schritt werde es dann darum gehen, "auch tragfähige berufliche Perspektiven in der Region anzubieten". Das heißt, so Kolb: individuelle Vermittlung, Beratung und Qualifizierung. "Momentan hat dies aber auf dem Arbeitsmarkt noch keinerlei sichtbare Relevanz", erklärte der Agentur-Chef heute.

Im zu Ende gehenden Monat waren in der Region 10 – also in Ingolstadt sowie in den Landkreisen Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt – insgesamt 6011 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen, das sind 1242 weniger als noch vor Jahresfrist. "Ohne die ukrainischen Arbeitslosen wäre die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um rund 100 Betroffene gesunken", so die Arbeitsagentur. Die Arbeitslosenquote nahm im Juni für die Region 10 um 0,1 Punkte zu und pendelte sich damit bei 2,1 Prozent ein. "Wir gehen davon aus, dass sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit infolge der Ukraine-Krise noch fortsetzen wird", so Kolb.

Rund zwei Monate vor dem Start ins neue Ausbildungsjahr stelle sich die Situation für Bewerber "weiterhin komfortabel" dar, so die Behörde weiter. Knapp 1700 Lehrstellen seien noch unbesetzt. Insbesondere im Handwerk, im kaufmännischen Bereich, in der Pflege beziehungsweise im medizinischen Bereich, in der IT, aber auch im Dienstleistungs-Sektor seien noch zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt. Wer in Sachen Berufswahl noch komplett orientierungslos sei oder einfach für den Traumberuf noch keinen Ausbildungs-Vertrag in der Tasche habe – "Gespräche mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit lohnen immer", betonten Kolb & Co.

"Eine betriebliche Berufs-Ausbildung vermittelt nicht nur Vielfalt, Praxis und ein breites Wissen, sondern auch einen optimalen Start in einen entscheidenden Lebensabschnitt", wirbt Kolb. "Schülerinnen und Schüler, die noch unentschlossen sind, noch suchen oder einfach daran zweifeln, ob sie nach neun, zehn oder zwölf Jahren weiterhin Lust auf nur Theorie haben, sollten jetzt einen Erst- oder Folgetermin vereinbaren", sagt Kolb und verweist auf das Experten-Team in seinem Haus. Das sei unter der Telefonnummer (08 41) 93 38 - 88 8 kostenlos möglich.

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Pfaffenhofen hat sich im Juni im Vergleich zum Mai kaum verändert. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist um vier auf 1255 gestiegen. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahrs bedeutet dies ein deutliches Abschmelzen um 378. Die Arbeitslosen-Quote stieg trotzdem um 0,1 Punkte auf 1,7 Prozent (Vorjahr: 2,1 Prozent). Das Arbeitsplatz-Angebot umfasst 1203 offenen Stellen und damit 61 mehr als im Vormonat. Im Juni 2021 waren 995 offene Stellen gemeldet.

Im Stadtgebiet Ingolstadt hat sich die Zahl der arbeitslosen Menschen im zu Ende gehenden Monat geringfügig um 22 Personen erhöht und liegt damit aktuell bei 2439 Betroffenen (Vorjahr: 2980). Die aktuelle Arbeitslosen-Quote auf der Schanz beträgt weiterhin 3,0 Prozent (Vorjahr: 3,6 Prozent). 1479 gemeldete Stellen sind hier unbesetzt, das sind 84 mehr als noch im Mail.

Im Kreis Neuburg-Schrobenhausen ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen infolge der Ukraine-Krise gestiegen. 1200 Bürgerinnen und Bürger – 104 mehr als im Mai – waren im Juni auf Beschäftigungs-Suche. Im Vorjahres-Vergleich sind es 45 weniger. Die Arbeitslosen-Quote stieg um 0,2 Punkte auf 2,1 Prozent. Im Juni vergangenen Jahres lag sie ebenfalls bei diesem Wert. 864 Arbeitsstellen sind derzeit als vakant gemeldet, 20 mehr als im Vormonat. Vor Jahresfrist waren hier 637 Arbeitsplätze unbesetzt.

Auch im Landkreis Eichstätt stieg die Arbeitslosigkeit im Juni aufgrund der Ukraine-Krise an. Zum Stichtag waren 1117 Personen auf Arbeits-Suche – 71 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 278 Arbeitslose. Die Arbeitslosen-Quote beträgt zum Ende Juni sehr gute 1,5 Prozent (Vormonat: 1,4 Prozent, Vorjahr: 1,8 Prozent). 1083 Arbeitsstellen – 42 mehr als im Mai – sind den Vermittlungs-Fachkräften als vakant gemeldet.


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