Logo
Anzeige
Anzeige

Bei der Delegierten-Versammlung der IG-Metall in Ingolstadt ging es um Mitgliederzahlen, die jüngsten Tarif-Abschlüsse und Solidarität.

(ty) Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter der IG-Metall Ingolstadt hatten sich am Donnerstag zu ihrer ersten Delegierten-Versammlung im neuen Jahr zusammengefunden. Carlos Gil, Erster Bevollmächtigter der IG-Metall Ingolstadt, eröffnete die Zusammenkunft und sprach im Rahmen des Geschäftsberichts von einem positiven Trend in der Mitglieder-Entwicklung. Er zeigte sich erfreut, heißt es in einer Presse-Mitteilung. Die Zahl der Neuaufnahmen zu Beginn dieses Jahres zeigen nach Gewerkschafts-Angaben, dass sich die ersten Monate schon jetzt zum besten ersten Quartal der vergangenen drei Jahre entwickeln. 

Gil führe diese positive Entwicklung einerseits auf die erfolgreichen Tarif-Abschlüsse in der Metall- und Elektro-Industrie sowie der Kontrakt-Logistik zurück, als auch auf die deutlichen Entgelt-Steigerungen durch Abschluss von Tarif-Verträgen mit Einzelbetrieben sowie verschiedenen Unternehmens-Gruppen. Als weiteren bedeutenden Aspekt identifiziere er die gelebte Solidarität in den von der IG-Metall Ingolstadt organisierten Betrieben – über Firmen-Grenzen hinweg. Die vor kurzem abgeschlossenen Tarif-Auseinandersetzungen bei Wacker-Neuson in Reichertshofen und bei "Cariad" in Ingolstadt oder die aktuelle Tarifbewegung in der Textil- und Bekleidungs-Industrie seien hierfür die besten Beispiele und zeigten den gewerkschaftlichen Zusammenhalt in der Region, so Gil.

Wolfgang Strasser, Leiter der Vertrauensleute bei Wacker-Neuson, knüpft an diese Einschätzung an: "Es war ein Hoch und Tief der Gefühle, aber unsere Arbeit hat sich ausgezahlt", sagt er. "Mit unseren Aktionen, mit unserem Zusammenhalt über alle Standorte hinweg, haben wir es geschafft und uns unsere Tarifbindung zurückgeholt." Elvis Schwarzmair, Betriebsrats-Vorsitzender bei Wacker-Neuson ergänzt: "Die Ingolstädter Gewerkschafter und gesamte Branche der Baumaschinen-Hersteller standen uns zur Seite." Man habe das überwältigende Gefühl des Zusammenhalts innerhalb des Wacker-Neuson-Konzerns, in den Betrieben der Geschäftsstelle und darüber hinaus gespürt. "Sagt uns, wann und wo ihr uns braucht, wir sind da – das kam von allen Seiten. Das was wir als Solidarität erlebt haben und uns entgegengebracht wurde, das war der Hammer!"

Christian Daiker, politischer Sekretär der IG-Metall Ingolstadt, gab einen kurzen Ausblick auf die aktuelle Tarifbewegung in der Textil- und Bekleidungs-Industrie. Für die Beschäftigten fordert die IG-Metall eine Entgelt-Erhöhung von acht Prozent, mindestens jedoch 200 Euro, eine Erhöhung der Ausbildungs-Vergütung sowie die Fortsetzung und Verbesserung der Altersteilzeit. Daiker bedankt sich bei den gewerkschaftlichen Delegationen, zum Beispiel von Audi, Wacker-Neuson, "Aurora" und "Zorn", für ihre Solidarität und Anwesenheit zur Kundgebung bei der zweiten Tarif-Verhandlung. "Das war ein super Auftakt, wir waren stark vertreten, es war eine sehr gute Stimmung und hat bundesweit für die gewünschte Wahrnehmung gesorgt." In der Region Ingolstadt wurden schon erste Warnstreiks bei Faurecia und Ideal durchgeführt. Daiker ist zuversichtlich, dass es einen guten Tarif-Abschluss gibt.

Gerhard Stelzer, ebenfalls politischer Sekretär der IG-Metall Ingolstadt, sprach über die anstehende Tarifbewegung in der Kfz-Branche. Die IG-Metall fordert nach eigenem Bekunden für die Beschäftigten eine 8,5-prozentige Entgelt-Erhöhung für zwölf Monate, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungs-Vergütung sowie eine soziale Komponente, beispielsweise in Form einer Inflations-Ausgleichs-Prämie.

"Die Betriebe sind die Herzkammer unserer IG-Metall", so Klaus Stein, Personal-Leiter beim Vorstand der IG-Metall. "Bereits vor Jahrzehnten haben unsere Mitglieder in den Betrieben ein finanzielles Fundament gelegt. Dies ermöglicht es uns noch heute, dass Gewerkschafts-Arbeit der hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen in solch einem Umfang und einer Vielfalt geleistet werden kann", so Stein weiter. Er versicherte, dass die IG-Metall auch in Zukunft dort in eigenes Personal investieren werde, wo die Mitglieder dieses Fundament weiter stärkten. 

Karola Frank, stellvertretende Vorsitzende der IG-Metall bei Audi, erhielt ein einstimmiges Votum der Delegierten, sich auch in den kommenden Jahren als ehrenamtliches Vorstands-Mitglied im IG-Metall-Bundesvorstand zu engagieren.
 Zudem stimmten sich die Gewerkschafter auf den 25. ordentlichen Gewerkschaftstag der IG-Metall im Oktober ein. Sie wählten aus ihren Reihen neun Delegierte sowie persönliche Stellvertretungen. Der alle vier Jahre stattfindende Gewerkschaftstag ist das höchste Organ der IG-Metall.

 


Anzeige
RSS feed