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Sie enthält wichtige Infos für Rettungskräfte und sollte, damit sie schnell und leicht zu finden ist, im Kühlschrank aufbewahrt werden.

(ty) Im Landratsamt von Pfaffenhofen können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger ab sofort kostenlose "Notfall-Dosen" abholen. Darauf weist die Kreis-Behörde hin. In dem Behältnis befinden sich den Angaben zufolge "wichtige medizinische und persönliche Informationen, die im Ernstfall Leben retten können". Die Dose werde zu Hause gut sichtbar in der Kühlschranktür aufbewahrt – auch wenn die Dose an sich nicht gekühlt werden müsse. Denn: "Ein Kühlschrank ist auch in einem fremden Haus beziehungsweise einer fremden Wohnung leicht zu finden und somit auch für die Rettungskräfte gut erreichbar."

"Eine gute Notfall-Vorsorge beginnt im Alltag – und sie muss einfach zu handhaben sein und darf niemanden überfordern", sagt Landrat Albert Gürtner (FW). Die Notfall-Dose sei ein kleines Instrument, das aber im entscheidenden Moment große Wirkung entfalten könne. "Mit der Notfall-Dose schaffen wir eine einfache, aber äußerst wirkungsvolle Möglichkeit, Rettungskräften schnell Zugang zu entscheidenden Informationen zu geben", erklärt Anna-Lena Panzer, die Leiterin der "Gesundheits-Region plus"-Geschäftsstelle. Gerade in Situationen, in denen Betroffene nicht mehr selbst Auskunft geben könnten, zähle jede Minute.

Jede Sekunde wird laut Landratsamt in Deutschland mindestens einmal der Notruf gewählt. Jährlich gingen mehr als 30 Millionen Notrufe bei den Leitstellen ein. "Besonders mit zunehmendem Alter leben viele Menschen mit Vorerkrankungen oder nehmen regelmäßig Medikamente ein – Informationen, die im Notfall für eine schnelle und sichere medizinische Versorgung entscheidend sein können", so die Behörde. "Gerade in einer Stress-Situation geraten wichtige Details leicht in Vergessenheit." Hier setzetn die so genannten Notfall-Dosen an. Die Idee komme aus Großbritannien, bekannt als "message in a bottle" (Flaschenpost), und werde dort bereits millionenfach eingesetzt.

In der Notfall-Dose befindet sich laut Landkreis-Behörde ein Informationsblatt, auf dem unter anderem folgende Angaben eingetragen werden können: persönliche Daten; Vorerkrankungen und Allergien; aktuelle Medikamente; Kontaktdaten von Angehörigen; Hinweise zu Patienten-Verfügung oder Vorsorge-Vollmacht. Eine Notfall-Dose könne die Angaben aller im Haushalt lebenden Personen enthalten. Ergänzend lägen der Dose spezielle Aufkleber bei, die gut sichtbar an der Haustür oder im Eingangs-Bereich der Wohnung beziehungsweise des Hauses und an der Kühlschranktür angebracht werden. "Sie weisen Rettungskräfte darauf hin, dass eine Notfall-Dose vorhanden ist."

"Die Notfall-Dose ersetzt dabei keineswegs die bereits etablierte Notfall-Mappe, die im Landratsamt – sowohl in der Betreuungs-Behörde als auch in der Servicestelle – sowie in den Rathäusern der Kommunen erhältlich ist", wird betont. Vielmehr stelle sie eine sinnvolle Ergänzung dar. Im Informationsblatt der Notfall-Dose könne zudem vermerkt werden, wo sich die Notfall-Mappe im Haushalt befinde. "Auf diese Weise greifen beide Vorsorge-Instrumente ideal ineinander." Empfehlenswert sei außerdem, eine aktuelle Medikamentenliste in der Notfall-Mappe abzulegen oder – gefaltet – direkt in die Notfall-Dose zu legen, damit sie im Ernstfall sofort zur Verfügung stehe.

Ab sofort könnten die Notfall-Dosen bei der Service-Stelle im Landratsamt (Hauptplatz 22) in Pfaffenhofen, im Gesundheitsamt an der Krankenhausstraße 70a in Pfaffenhofen sowie in der Landratsamt-Außenstelle in Vohburg abgeholt werden. Die Idee zur Beschaffung von Notfall-Dosen für den Kreis entstand nach Angaben der Behörde in der Arbeits-Gruppe "Inklusion, Pflege, Behinderung" beim "Bündnis für Familie". Die Umsetzung sei schließlich durch die "Gesundheits-Region plus" des Landkreises erfolgt.

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