Der Pkw-Lenker (43) fiel durch Schlangenlinien auf. Er hatte die zu dem Betrugsfall passende Bargeld-Summe bei sich. Jetzt sitzt er in U-Haft.
(ty) Ein Senioren-Ehepaar aus Neuburg an der Donau ist am gestrigen Donnerstag auf eine Lügen-Geschichte hereingefallen und zum Opfer von Telefon-Betrügern geworden. Letztlich übergaben die beiden einen fünfstelligen Euro-Betrag an einen ihnen nicht bekannten Mann, der sich damit aus dem Staub machte. Wenig später fiel im Landkreis Eichstätt ein 43 Jahre alter Pkw-Lenker durch seine Fahrweise auf und wurde schließlich im Landkreis Roth aus dem Verkehr gezogen. Im Zuge der Überprüfungen wurde festgestellt, dass es sich bei dem mutmaßlich unter Drogen stehenden Polen offenbar um den Mann handelt, der in Neuburg die Beute abgeholt hatte. Er sitzt seit heute in Untersuchungshaft.
Wie das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord berichtet, hatten die Eheleute – beide über 80 Jahre alt – am gestrigen Nachmittag einen Anruf von Betrügern erhalten. Von diesen sei ihnen vorgegaukelt worden, dass eine nahe Angehörige schwer erkrankt sei und deshalb ein spezielles, außerordentlich teures Medikament benötigen würde. Die erforderliche Zuzahlung, so das Märchen weiter, sei von der Familie zu leisten. Gegen 17.30 Uhr sei dann an der Adresse der deutschen Eheleute ein Mann erschienen und habe das Bargeld entgegengenommen. Erst nach der Kontakt-Aufnahme mit der angeblich kranken Verwandten sei den Rentnern klar geworden, dass sie einem Betrug zum Opfer gefallen seien.
Ungefähr eine Stunde später sei der Einsatz-Zentrale der Polizei ein Fahrzeug gemeldet worden, das in Schlangenlinien durch den Landkreis Eichstätt gesteuert worden sei. Auf einem Rastplatz bei Thalmässing-Offenbau im Landkreis Roth sei der Pkw-Lenker schließlich von Streifenbeamten der Verkehrspolizei-Inspektion aus Ingolstadt und der Polizei-Dienststelle aus Beilngries gestoppt worden. Der 43-Jährige habe "augenscheinlich unter Drogen-Einfluss" gestanden. Im Rahmen der Kontrolle ergaben sich laut Polizei dann Hinweise darauf, dass es sich bei dem Fahrer um den Mann handeln könnte, der zuvor in Neuburg die Beute abgeholt hatte.
Bei dem 43-Jährigen sei eine zu dem Betrugsfall passende Bargeld-Summe gefunden und sichergestellt worden. Zudem seien bei der Durchsuchung des Autos verbotene Gegenstände und eine Kleinmenge an Drogen entdeckt worden. Deshalb werde gegen den Polen von der Kripo aus Ingolstadt nun auch wegen Verstößen gegen das Waffen-Gesetz und gegen das Betäubungsmittel-Gesetz ermittelt. Der Mann sei am heutigen Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft von Ingolstadt einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht in Neuburg vorgeführt worden. Dabei sei Haftbefehl erlassen worden. Der nun Beschuldigte sei daraufhin in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden.
Präventions-Hinweise der Polizei:
- "Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
- Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizei-Notruf-Nummer 110 an! Das machen nur Betrüger.
- Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
- Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
- Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
- Ziehen Sie eine Vertrauens-Person hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
- Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
- Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!"
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