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Über sein Interesse an der Arbeitstherapie der Firma Sapor Modelltechnik kam die Sache ins Rollen 

(ty) Zwei Fälle aus dem Bezirkskrankenhaus Straubing. Und ein Mann, der mit beiden zu tun hat. Gustl Mollath, der berühmteste Psychiatriepatient Deutschlands, steht nicht nur für seinen eigenen kuriosen Fall, sondern markiert auch den Beginn der so genannten Modellauto-Affäre, über die vor wenigen Tagen Ministerin Christine Haderthauer gestolpert war.

Vermutlich wäre die Sache nie ans Licht gekommen, wäre der Zellennachbar von Gustl Mollath in Straubing nicht ausgerechnet jener Dreifachmörder Roland S. gewesen, der geniale Konstrukteur der Modellautos für die Firma Sapor Modelltechnik. Und mit Gustl Mollath zog nicht nur ein Justizirrtum in Straubing ein, sondern auch einer, der das Medieninteresse nahezu magisch auf sich zog. 2009 wurde Mollath nach Bayreuth verlegt. Und es sollte einmal vier Jahre dauern, bis seine unendliche Geschichte auch eine für die Medien wurde.

Wie wir vor über einem Jahr bereits berichtet hatten, war es eben dieses mediale Interesse an Mollath, dass den Fall 2013 ins Rollen brachte. Denn eine Bloggerin namens Ursula Prem war bei ihren Recherchen im Fall Mollath auf die Modellauto-Affäre gestoßen. Und zwar deshalb, weil Gustl Mollath für Haderthauers Modellautos bauen wollte. Er wollte sich ein paar Cent dazuverdienen. Und er ist gelernter Maschinenbauer, hat ein paar Semester Maschinenbau studiert und war in seiner Freizeit Oldtimer-Restaurator. Ideale Voraussetzungen also. Dass er letztlich dennoch Tüten kleben musste statt Modelle zu bauen, tut der Sache keinen Abbruch, denn das Thema war bei Ursula Prem angekommen. Sie hatte tiefer recherchiert und war auch die erste, die einen Katalog an Fragen an Christine Haderthauer geschickt hatte.

Jetzt bleibt abzuwarten, was aus der Betrugsanzeige gegen die Ex-Ministerin wird. Aber auch, was ihren Mann, Hundert Haderthauer, in den diversen Verfahren erwartet. Wegen angeblich falsch abgerechneter Honorare und wegen möglicher Steuerhinterziehung. Letztendlich ist auch noch die Landesanwaltschaft mit dem Fall beschäftigt. 


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