65-Jähriger steuerte gestern in extremen Schlangenlinien in Richtung München, rammte Leitplanken. Sein Tempo schwankte zwischen 150 und 30 km/h, einmal bremste er grundlos auf 20 km/h ab. Strafanzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs.
(ty) Gegen 19.45 Uhr, so berichtet heute die Polizei, waren am gestrigen Abend etliche Mitteilungen bei der Einsatz-Zentrale eingegangen, in denen ein Pkw gemeldet wurde, der in extremen Schlangenlinien auf der A9 in Richtung München unterwegs war. Von allen Anrufern sei die sehr auffällige Fahrweise bezüglich eines Tesla mit Rosenheimer Kennzeichen geschildert worden. Auf Höhe der Ausfahrt bei Denkendorf habe der Wagen mal links und mal rechts die Leitplanke touchiert; der 65-jährige Fahrer habe sei Tour jedoch unbeirrt fortgesetzt. Auffallend sei auch die Geschwindigkeit gewesen, die zwischen 150 und 30 Kilometer pro Stunde geschwankt habe. Kurz vor der Ausfahrt bei Manching habe der Mann den Tesla grundlos auf zirka 20 km/h abgebremst.
Laut Angaben der Verkehrspolizei-Inspektion aus Ingolstadt war es der Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer zu verdanken war, dass es nicht zu mehreren Unfällen gekommen ist. Von Streifenbeamten sei der Tesla, der weiterhin in starken Schlangenlinien gesteuert worden sei, ausfindig gemacht worden. Bei sämtlichen Versuchen, den Pkw anzuhalten, habe der 65-Jährige "keinerlei Reaktion" gezeigt. Ständig habe er stattdessen versucht, das Polizeiauto zu überholen. Nachdem die Gesetzeshüter in einer günstigen Situation den Streifenwagen quer vor den Tesla gestellt hatten, versuchte der 65-Jährige der Schilderung zufolge noch, um diesen herum zu rangieren.
Mit Handzeichen und durch laute Zurufe sei dem Mann zu verstehen gegeben, dass er nicht mehr weiter zu fahren habe, woraufhin er seine Tür geöffnet habe. "Diesen Augenblick nutzten die Polizeibeamten sogleich aus und setzten den Fahrer in den Streifenwagen um", heißt es weiter. Nachdem die Autos von der Fahrbahn geschafft worden seien, sei für den "stark orientierungslos wirkenden" 65-Jährigen der Rettungsdienst gerufen worden. Der Mann sei wegen starken Unterzuckers in ein Krankenhaus gebracht worden. Da zudem von der Einnahme mehrerer Medikamenten die Rede gewesen sei, sei eine Blutentnahme angeordnet worden. Diese sei ebenfalls in der Klinik durchgeführt worden.
Gegen den aus dem Landkreis Rosenheim stammenden 65-Jährigen wurde laut Polizei ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. "Verletzt wurde bei dem ganzen Geschehen niemand", teilte die Verkehrspolizei-Inspektion aus Ingolstadt heute mit. Zu klären sei noch, an welchen Stellen mit dem Tesla Schäden an den Leitplanken angerichtet worden seien. An dem Pkw selbst sei ein Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro entstanden.
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