Die Stadtwerke wollen ein Projekt bei Streitdorf umsetzen, die Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) bei Siebenecken. Weiteres Vorhaben in Haimpertshofen.
(ty) Mit einem einstimmigen Beschluss hatte der Bauausschuss des Stadtrats von Pfaffenhofen im Mai die Grundsatz-Kriterien für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen festgelegt. "Bei der Prüfung künftiger Projekte werden seitdem unter anderem Ausschluss-Kriterien wie Naturschutz- und Wasserschutz-Gebiete, Moorböden, Überschwemmungs-Gebiete oder Boden-Denkmäler berücksichtigt", heißt es aus dem Rathaus. Mit den Grundsatz-Kriterien setze die Stadt zugleich einen wichtigen Baustein ihres "Klimaschutz-Konzepts 2.0" um. Darin sei vorgesehen, zur Deckung des künftigen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien neben weiteren Windkraft-Anlagen den Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik auf etwa 60 Hektar voranzubringen. Die beschlossenen Kriterien bilden nun die Grundlage für die ersten konkreten Projekte.
Nachdem der Bauausschuss im Juni einem Vorhaben der hiesigen Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) in Haimpertshofen zugestimmt habe, habe der Stadtrat nun diese Woche die zugehörige Änderung des Flächen-Nutzungs-Plans auf den Weg gebracht. Inzwischen liegen laut Mitteilung aus dem Rathaus zwei weitere Anträge vor: Die Stadtwerke von Pfaffenhofen planen demnach östlich von Streitdorf eine Anlage auf einer maximal 18,6 Hektar großen Fläche mit einer Leistung von bis zu 21 Megawattpeak (MWp). Die Bürger-Energie-Genossenschaft wolle nördlich von Siebenecken eine Anlage mit einer Leistung von rund elf MWp auf einer etwa 10,7 Hektar großen Fläche errichten. Der Bauausschuss habe sich diese Woche mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Bebauungsplan-Verfahren einzuleiten.
"Neben der Einhaltung ökologischer Standards soll dabei insbesondere auf eine mögliche Begrenzung der Flächenbedarfe geachtet werden", so die Stadtverwaltung. Bürgermeister Thomas Herker (SPD) erklärt, dass für den ersten Schritt, nämlich die grundsätzliche Einleitung des Bebauungsplan-Verfahrens, eine gewisse zeitliche Dringlichkeit bestehe: Es liege nämlich noch eine Einspeise-Zusage des Netz-Betreibers für das Umspannwerk bei Hettenshausen-Reisgang vor, die an sich Ende Juli auslaufe. Sie bleibe jedoch bestehen, wenn bis dahin eine weitere Einspeise-Absicht durch den Aufstellungs-Beschluss für einen Photovoltaik-Bebauungsplan bekundet werde. Insofern könne nach diesem Aufstellungs-Beschluss im weiteren Planungs-Verlauf verstärkt auf eine ortsverträgliche Umsetzung geachtet werden.
"Beide Vorhaben erfüllen die vom Bauausschuss beschlossenen Grundsatzkriterien und können daher grundsätzlich weiterverfolgt werden", fasst die Stadtverwaltung zusammen. Weitere Anforderungen, etwa zu ökologischen, sozialen und landschaftlichen Belangen, werden den Angaben zufolge im weiteren Planungs-Verfahren geprüft und über den Bebauungsplan sowie vertragliche Vereinbarungen verbindlich geregelt. Für den Standort beim Ortsteil Streitdorf werde zudem erwartet, dass die tatsächlich mit Photovoltaik-Modulen überbaute Fläche deutlich kleiner ausfalle als beantragt. Geplant sei an beiden Standorten eine fest installierte Freiflächen-Photovoltaik-Anlage mit aufgeständerten Modulen.
Zum Vorhaben gehörten außerdem ein Batterie-Speicher sowie ein in Container-Bauweise errichtetes Rechen-Zentrum. Dieses diene der Steuerung der Anlage und solle den erzeugten Strom vorrangig direkt vor Ort nutzen. Überschüssige Energie solle nach Deckung des Eigenbedarfs über das bestehende 20-kV-Mittelspannungs-Kabel der Bürger-Energie-Genossenschaft regionalen Abnehmern zur Verfügung gestellt werden. Nur nicht benötigte Strommengen würden in das öffentliche Netz eingespeist. Der Batterie-Speicher solle dabei helfen, tagsüber erzeugten Strom zwischenzuspeichern und ihn bei höherem Bedarf zeitversetzt bereitzustellen.





