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Der erste vom Kommunalunternehmen für Strukturentwicklung im Landkreis initiierte Branchentreff beweist: Die hiesige Kreativ-Wirtschaft hat großes Potenzial

Video-Podcast: "Raum bieten zur Entfaltung"

(ty) „Nein, Geld für den Auftritt können wir nicht zahlen. Aber wenn Ihre Band kommt, ist das doch eine super Werbung für Sie.“ Auf solche Sätze reagiert Musiker Michael Herrmann aus Pfaffenhofen mittlerweile allergisch. Der Inhaber des Musikinstitutes „intakt“ zieht den Vergleich mit der Automobilindustrie. In die Werkstatt geht ja auch keiner und sagt: „Tauschen Sie mal den Motor, ich erzähl es allen, das ist doch eine super Werbung für Sie.“ In der einen Branche also undenkbar, aber wenn es um die Leistung von Kreativen geht, nahezu alltäglich. 

Die Förderung des Wirtschaftszweigs Kultur- und Kreativität dient nicht nur einem kulturellen Ziel, sondern schafft und erhält auch Arbeitsplätze in der Region. „Die Kreativwirtschaft zählt zu den dynamischsten Wachstumsbranchen weltweit. Gerade im Landkreis zwischen den Wirtschaftsräumen München und Ingolstadt steckt großes Potenzial“, sagt Johannes Hofner, Vorstand des Kommunalunternehmens für Strukturentwicklung im Landkreis Pfaffenhofen (KUS). Deshalb initiierte das KUSjetzt den ersten Branchentreff der Kultur- und Kreativwirtschaft  im Landkreis; Treffpunkt war in Baar-Ebenhausen. „Das Ziel ist, der Branche ein Gesicht zu geben und ein Wir-Gefühl zu entwickeln, denn Kreative sind oft Einzelkämpfer“, so Hofner. Zur Kultur- und Kreativwirtschaft gehören Werbe-Agenturen, Buchverlage, Design-Ateliers, Game- und Softwareentwickler, die Presse, der Kunstmarkt, die Musikwirtschaft, die Filmemacher und natürlich die darstellenden Künstler.

Über 80 Kreative aus der Region staunten selbst darüber, wie viel Kreativität im Landkreis daheim ist. Da kam die Seminar-Kabarettistin Elke Pelz-Thaller auf die Bühne, in Latzhose und Gummistiefeln mit einem Korb voller Kartoffeln, und erzählte, dass man erst säen muss, bevor man ernten kann und sich vernetzen muss, um erfolgreich zu sein. Und egal was man macht, man müsse Freude dabei haben. Der in strahlendem Leuchtgrün gekleidete Bürgerreporter und Künstler Manfred Habl bringt es auf den Punkt: „Das Gesicht haste gekriegt, Lachen musste selber.“ Sprachs, lachte und drehte das wohl zigtausendste Video für seinen Blog.

In dem Video zu sehen ist beispielsweise der Regionalkrimi-Autor mit dem weißen Schal, Alexander Bálly, oder der Zauberer Gerhard Riedl mit der lilafarbenen Weste, der Landrat Martin Wolf (CSU) und die Kreativen an diesem Abend herzlich zum Lachen brachte. Mit ein paar Seilen, einem Knoten und dann eben wieder keinem Knoten. Auch dieser Zauberer schreibt – Zauberbücher. Und er tanzt. Vornehmlich Tango und auch darüber hat er geschrieben. Berühmt ist er noch nicht, der Zauberer Riedl, aber schon sehr bekannt in der Region und im Internet. „Seit einem Shit-Storm verkaufen sich meine Bücher viel besser“, sagt er. „Es gibt keine schlechte Werbung.“ 

Einen ganzen Abend lang ging es um die Wertschätzung der Leistung von Kreativen. KUS-Chef Hofner ist begeistert von der hohen Teilnehmerzahl, der Atmosphäre zwischen all den Kreativen in dieser besonderen Location, besser gesagt der besonders grünen Location. Mitten im Greenscreen-Studio der beiden Jungs von GMW. Hier hat schon die „Constantin“ gedreht. „Oder wir haben ein Auto durch die Wüste fahren lassen.“ Solche Träume machen Karsten Wirth und Christopher Männlein aus Baar-Ebenhausen mit ihrem Studio wahr. Da kann man sogar die Oma an den Strand von Mauritius versetzen. Oder Top-Model Luisa Sondermeier nach Hongkong. Der aufstrebende Jungstar aus Eschelbach wäre gern gekommen, war aber für ein Shooting in Hongkong gebucht. Dank des GMW-Studios war sie doch da. Durch eine simulierte Live-Schaltung, welche vor grüner Wand aufgezeichnet worden war und dank eingeblendeter Kulisse von Hongkongs bunten Wolkenkratzern täuschend echt wirkte. 

Immer zwischen Realität und Faszination. So oft auch das Leben als Kreativer schillernd leuchtet, so oft wird die Leistung zu wenig geschätzt oder eben zu wenig vergütet. Das soll in Zukunft anders werden. Michael Herrmann vom Musikinstitut „intakt“ hat sich auf die Fahnen geschrieben: „Wir machen die Stars von morgen“ – und kam mit der Schülerband „Unpredictable“. Da komponiert die 14-jährige Sängerin Tabea Kretzschmar selbst die Songs. Sie muss noch nicht davon leben. Doch viele andere müssen oder würden gern, aber können von ihrer Kreativität nicht die Miete zahlen. Das vor rund einem Jahr gegründete KUS sorgt unter anderem für die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft und der Landkreis profitiert davon zweifach – wirtschaftlich und kulturell.

Von einem „bemerkenswerten Abend“ sprach Landrat Wolf. Der Branchentreff zeige anschaulich die Vielfalt der Kultur- und Kreativwirtschaft, welche wie keine andere Branche „das Lebensgefühl der Region repräsentiert“, so Wolf. 

Der nächste Termin für alle Mitglieder oder Gründungsinteressierten der Kreativbranche im Landkreis Pfaffenhofen ist der 16. Oktober. Dann wird es eine spezielle Beratung im KUS (Spitalstraße 7, Pfaffenhofen) geben. Durchgeführt von Jürgen Enninger. Der studierte Kulturwissenschaftler ist Leiter des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München. Mit seinem Team berät er Kreative, die von ihrer Kunst oder Dienstleitung leben wollen, aber nicht wissen wie. Eine Anmeldung über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ist Voraussetzung für die Beratung. Ziel ist es, die Kreativen zu fördern und dem Wirtschaftszweig Kultur- und Kreativwirtschaft die verdiente Wertschätzung zu geben: Schriftsteller, Fotografen, Bildhauer, Filmemacher oder Musiker wollen und sollen von ihren Werken leben.


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