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Silvester-Empfang im Landratsamt: Dritter Landrat Josef Finkenzeller (FW) sieht Asylbewerber-Zustrom und Ilmtalklinik als größte Herausforderungen – MdB Erich Irlstorfer (CSU) sichert Unterstützung zu – Kaminkehrer wünschen Glück und Erfolg

Audio-Podcast: Die Reden von Finkenzeller und Irlstorfer

Von Tobias Zell

Es ist eine seit Jahrzehnten gepflegte Tradition im Kreis Pfaffenhofen: Zu Silvester überbringen Kaminkehrer im Landratsamt die besten Neujahrswünsche. Dazu gab es gestern wieder einen kleinen Empfang, an dem neben hochrangigen Kreispolitikern auch der für die Region zuständige Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer (CSU) teilnahm. Der Dritte Landrat Josef Finkenzeller (FW) blickte in seiner Ansprache zurück auf das vergangene und voraus auf die Herausforderungen für das kommende Jahr, die er vor allem in der Bewältigung des Flüchtlings-Zustroms und in der Stärkung der Ilmtalklinik sieht. Irlstorfer lobte das Bekenntnis des Landkreises zur Ilmtalklinik als kommunales Krankenhaus und sagte seine politische Unterstützung zu. 

Die besten Wünsche für das neue Jahr überbrachten im Namen ihrer Zunft die beiden Bezirkskaminkehrermeister Ralf Maul und Peter Sixt sowie ihre Berufskollegin Heidi Friesner. Die personifizierten Glücksbringer wünschten Erfolg, beste Gesundheit und hatten auch wieder für jeden ein kleines Präsent dabei: einen Piccolo, eine kleine Kaminkehrer-Figur und einen Glückspfennig zum Aufkleben.

Gekommen waren zu dem kleinen Empfang im dritten Stock des Landratsamts, das ja derzeit für insgesamt 17 Millionen Euro saniert wird, neben Finkenzeller und Irlstorfer die Chefs der meisten Kreistagsfraktionen: Reinhard Heinrich (CSU), Max Hechinger (FW), Christian Staudter (AUL), Kerstin Schnapp (Grüne) und Reinhard Haiplik (ÖDP). Von der SPD-Fraktion und von der FDP war niemand gekommen; der Landtagsabgeordnete Karl Straub (CSU) hatte sich entschuldigen lassen. Nicht anwesend sein konnten Landrat Martin Wolf (CSU), der im Urlaub weilt, und sein Vize Anton Westner (CSU), der auf eine Beerdigung musste. 

Rückblick, Ausblick, Häppchen und Prosecco gab es beim Silvester-Empfang im Landratsamt. 

In einer kurzen Ansprache blickte der Dritte Landrat Josef Finkenzeller auf das zu Ende gehende Jahr: Im Landkreis konnten seiner Einschätzung nach wieder viele Ziele erreicht und Projekte verwirklicht werden. Vorherrschendes Thema sei die Unterbringung und Betreuung der Asylbewerber gewesen. „Rund 500 Menschen, die ihre Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen haben, leben derzeit in unserem Landkreis“, so Finkenzeller. Neben hauptamtlichen Kräften sorgen rund 200 ehrenamtliche Helfer dafür, dass sich die Flüchtlinge hier einigermaßen zurechtfinden, betonte er und dankte ihnen ganz besonders. 

Bei der Generalsanierung des Landratsamts sei man sehr gut vorangekommen, so Finkenzeller weiter. Der erste Bauabschnitt sei soweit fertig und konnte im Dezember bereits bezogen werden. Die zweite große Baumaßnahme sei die Generalsanierung der Georg- Hipp-Realschule in der Kreisstadt.
Die Bewerbung der „Lokalen Aktionsgruppe Landkreis Pfaffenhofen“ (LAG) für das europäische Leader-Förderprogramm sei fristgerecht am 28. November abgegeben worden – ob sie erfolgreich ist, erfahre man voraussichtlich im ersten Quartal des neuen Jahres. In Sachen Energiewende sei man im Landkreis sowohl bei der Windkraftplanung als auch auf weiteren wichtigen Themenfelder aktiv und in Bayern vorne mit dabei, sagte Finkenzeller.

Ein Schluck auf ein gutes 2015! Bezirkskaminkehrermeister Ralf Maul am Zug.

Und nicht zuletzt sei man auch beim Sorgenkind, der Ilmtalklinik, dank des neuen Geschäftsführers Marcel John wieder in „ruhigeres Fahrwasser“ gekommen. Die Klinik benötige aber weiterhin finanzielle Unterstützung, stellte Finkenzeller klar. Insgesamt sei er, was die Zukunft der Klinik betrifft, jedoch „sehr zuversichtlich und optimistisch“.
Es sei aber nicht einfach, ein kommunales Krankenhaus zu führen und zu halten. Umso mehr freut sich Finkenzeller über die zuletzt sehr positive Entwicklung unter dem neuen Geschäftsführer. 

Die finanzielle Situation des Landkreises bezeichnete Finkenzeller trotz aller Investitionen als sehr solide. Die Verschuldung betrage zum Jahresende rund sechs Millionen Euro, die Rücklagen betragen zugleich 5,6 Millionen Euro. Der Landkreis sei also praktisch schuldenfrei. „Damit können wir mehr als zufrieden sein.“


Erich Irlstorfer (CSU), Mitglied des Bundestags.

Der Bundestagsabgeordnete Erich Irlstrofer, der aus Freising herübergekommen war, dankte den Kreispolitikern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg und lobte ausdrücklich das Engagement des Landkreises Pfaffenhofen im Gesundheits- und Pflegebereich – das sind zugleich auch seine politische Schwerpunktthemen. Er begrüßte, dass hier „Zeichen gesetzt“ würden, und nannte als ein Beispiel die Palliativ-Versorgung. Wie berichtet, hat der Kreistag kürzlich bei der Versorgung von Palliativ-Patienten im gesamten Landkreis einen wichtigen Beschluss gefasst. Einstimmig votierte das Gremium für die Einrichtung eines Netzwerks zur häuslichen Versorgung von Palliativ-Patienten und genehmigte dafür auch die nötige Anschub-Finanzierung. 

Zugleich unterstrich Irlstorfer den Stellenwert kommunaler Krankenhäuser. Ihre große Bedeutung würde man erst sehen, wenn sie nicht mehr da wären. Die Ilmtalklinik bezeichnete er trotz aller Schwierigkeiten der Vergangenheit als „ordentliches, gut geführtes Haus“. Der Bundestagabgeordnete lobte ausdrücklich das Bekenntnis des Landkreises zur Ilmtalklinik als kommunales Krankenhaus und sagte auch seine Unterstützung zu – damit rannte er bei Finkenzeller offene Türen ein: Auf die Hilfe der „großen Politik“ hoffe man, betonte der Stellvertreter des Landrats. 

Zwei schwarze Männer – mindestens einer soll Glück bringen. Im Hintergrund Reinhard Heinrich, der Chef der CSU-Fraktion im Kreistag. 

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