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Auch wenn die Straftaten 2014 weniger geworden sind, liegt die Stadt noch immer weit über dem Landesschnitt – Im Landkreis Pfaffenhofen haben die Delikte am deutlichsten abgenommen – Wohnungseinbrüche bleiben der Schwerpunkt 

(ty) Ingolstadt ist kein wirklich sicheres Pflaster, was Straftaten betrifft. Im Jahr 2014 jedenfalls lag die Stadt deutlich über dem Landesschnitt. Ermittelt nach der sogenannten Häufigkeitszahl (das sind die Fälle pro 100 000 Einwohner) kam die Stadt Ingolstadt auf einen Wert von 7525. Der landesweite Schnitt liegt bei 5164 Straftaten. In absoluten Zahlen bedeutet das: 9717 Fälle musste die Kriminalpolizei auf der Schanz im Jahr 2014 verfolgen. Das sind immerhin 26,62 Straftaten pro Tag. Und ist dennoch weniger als 2013. 229 Straftaten weniger registrierte die Kripo, das sind 2,3 Prozent.

Dass der Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord dennoch der sicherste in ganz Bayern ist, liegt an den Landkreisen. Besonders an Pfaffenhofen, wo die Zahl der Delikte 2014 um acht Prozent abgenommen hat.

Zu deutlich unter dem Landesschnitt liegenden 4205 Straftaten pro 100 000 Einwohner kam es im Jahr 2014 im gesamten Präsidialbereich. Dafür bleibt die Ingolstädter Kripo leicht unter der bayernweiten Aufklärungsquote zurück. Von bayernweit 62 558 erfassten Straftaten konnten im Berichtsjahr 39 778 Straftaten geklärt werden, 63,6 Prozent.

Wohnungseinbrüche machen der Kripo nach wie vor am meisten zu schaffen. Seit zehn Jahren steigt deren Zahl kontinuierlich. Im vergangenen Jahr wurden im Bereich des Präsidiums Oberbayern Nord insgesamt 1125 Fälle erfasst, das sind 192 Fälle beziehungsweise 20,6 Prozent mehr als im Jahr 2013. Im bayerischen Durchschnitt beläuft sich der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr sogar auf plus 28,6 Prozent. Und auch wenn es gefühlt anders scheint: Im Großraum Ingolstadt hat die Einbruchskriminalität im vergangenen Jahr etwas nachgelassen.

Die Einbrecher entwendeten vorrangig leicht zu transportierende Gegenstände wie Schmuck, hochwertige Uhren oder Bargeld. Die Beute von 4,4 Millionen Euro macht dabei nur ein Teil des Schadens aus. Bei ihrem gewaltsamen Eindringen richteten die Täter durch das Aufhebeln von Türen oder Fenstern Sachschaden in Höhe von rund 850 000 Euro an.

Die höchste Aufklärungsquote meldet die Kriminalpolizei bei Mord und Totschlagsdelikten. Sage und schreibe 106 Prozent. Das liegt indes nicht daran, dass mehr Morde aufgeklärt worden wären, als passiert sind, sondern daran, dass ein Mordfall in Herrsching aus dem Jahr 1996 geklärt werden konnte. 2014 wurden 64 Straftaten wie Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung und Abbruch der Schwangerschaft gemeldet. Unter diesen Delikten sind 17 Mordfälle (einschließlich 13 Versuche) und 29 Fälle des Totschlags (einschließlich 24 Versuche).

Die Straßenkriminalität ging um 3,2 Prozent auf 11 230 Fälle zurück, dem niedrigsten Wert seit Bestehen des Präsidiums Oberbayern Nord. Allerdings haben die Fälle von Straßenraub im Vergleich zum Vorjahr um 15 Fälle auf nun 40 Fälle zugenommen, während die Körperverletzungsdelikte abgenommen haben. 4987 Fälle gab es in diesem Bereich, bei gefährlicher und schwere Körperverletzung waren es 1425 Fälle. Exakt der Wert des Vorjahres.

Die Zahl der kriminellen Delikte insgesamt ist in der Region 10 spürbar gefallen. Der Rückgang ist wie gesagt mit einem Minus von acht Prozent ist im Landkreis Pfaffenhofen am größten, dann folgen die Landkreise Eichstätt und Neuburg-Schrobenhausen mit einem Rückgang von jeweils 5,2 Prozent. Der „sicherste“ Landkreis in ganz Bayern bleibt nach wie vor Eichstätt mit einer Häufigkeitszahl von 2300.

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Zum Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord gehören Landkreise Erding, Ebersberg, Freising, Fürstenfeldbruck, Dachau, Landsberg, Starnberg, Eichstätt, Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen sowie die kreisfreie Stadt Ingolstadt. Im Zuständigkeitsbereich liegt auch der Flughafen München.


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