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Flüchtling Faramarz Dehpoor (29) absolviert eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement bei den Stadtwerken – Der 16-Jährige Florian Joseph hat über ein Praktikum seine Lehrstelle zum Gärtner gefunden

(ty) „Ob minus 20 oder plus 40 Grad – die Witterung macht mir gar nichts aus!“ Der 16-jährige Florian Joseph arbeitet bei jedem Wetter gerne draußen. Die frische Luft ist ihm viel lieber als eine große Halle, in der Industrieprodukte gefertigt werden. Dort hatte sich Florian bei einem seiner vielen Betriebsaufenthalte nicht wirklich wohl gefühlt. Drei Pflicht- und zwei freiwillige Praktika hat er schon hinter sich. Doch nirgends hat es dem Mittelschüler so gut gefallen, wie bei den Pfaffenhofener Stadtwerken.

Der Tipp kam übrigens vom Nachbarn seiner Oma. Der hatte den 16-Jährigen darauf aufmerksam gemacht, dass die Stadtwerke einen Praktikumsplatz anbieten. Florian hatte davor bereits bei einem Gartenbau-Unternehmen gearbeitet und nahm nun diese Gelegenheit gern wahr. Nachdem das Praktikum so gut gelaufen ist, vereinbarten die Stadtwerke mit ihm dann gleich eine Ausbildung zum Gärtner für Garten- und Landschaftsbau. „Die wird im September starten“, berichtet Heinz Hollenberger, Pressesprecher der Stadtwerke.

Der 16-jährige Florian Joseph arbeitet bei jedem Wetter gerne draußen.

Im August konnte der junge Mann aber schon einen Ferienjob beim Stadtservice antreten. Dabei hat er zwei Wochen lang Geld verdient und zum Beispiel an der Moosburger Straße Dutzende von Stauden und Trockenpflanzen gesetzt. Dafür musste zuerst die alte Erde entfernt werden, dann kamen zehn Zentimeter Kompost und darüber noch 40 Zentimeter Sand, bevor die neuen Pflanzen platziert wurden. „Sand ist pflegeleichter“, weiß der junge Mann schon Wochen vor dem Beginn seiner Ausbildung aus der Praxis.

Bereits seit September 2014 absolviert Faramarz Dehpoor eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement bei den Stadtwerken. Der 29-Jährige hat in Afghanistan Wirtschaftswissenschaften studiert und bereits bei zwei Banken in Kabul und Masar-el Sharif gearbeitet. Dann musste er vor dem Krieg fliehen und ist in Pfaffenhofen gelandet. „Hier wird sein Studium nur als Hochschulreife anerkannt, das heißt: Es zählt so viel wie ein deutsches Abitur“, sagt Hollenberger.

Faramarz hat bei den Stadtwerken bereits in verschiedenen Abteilungen gearbeitet, momentan ist er in der Buchhaltung tätig. In der Berufsschule komme er ganz gut zurecht. Probleme gebe es nur bei der Sprache. Vor allem wenn es allzu regional wird: „Bayerisch ist für mich wie Chinesisch,“ scherzt Faramarz. Er sei jedenfalls sehr froh über seine Lehrstelle und arbeite gern bei den Stadtwerken: „Die Kollegen hier sind total nett!“


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