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Im südlichen Oberbayern ist gestern ein Pilotprojekt mit einer neuen Technik zur Geschwindigkeits-Überwachung gestartet worden 

(ty) Der Zweckverband „Kommunale Verkehrssicherheit Oberland“ aus Bad Tölz und das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd in Rosenheim haben gestern den Startschuss für ein neues Pilotprojekt zur Unfallprävention gegeben. Verwendet werden dafür erstmals spezielle Anhänger, in denen sich ein Blitzer befindet. Diese so genannten teilstationären Geschwindigkeits-Messanlagen gehören in Frankreich und der Schweiz schon länger zum Straßenbild. Dort werden sie zur Beruhigung von Unfallschwerpunkten eingesetzt. In Deutschland ist ihre Verbreitung bisher noch überschaubar.

 

Wie sich die Blitz-Anhänger in der Praxis bewähren, soll der Modellversuch in den nächsten Wochen zeigen. Die Trailer werden nach Angaben der Polizei an unfallträchtigen Strecken in Oberbayern zu sehen sein. Gemessen werde jeweils bis zu sechs Tage am Stück rund um die Uhr. „Autofahrer müssen sowohl innerorts als auch auf Landstraßen und Autobahnen mit Geschwindigkeitskontrollen aus dem Anhänger rechnen“, heißt es aus dem Polizeipräsidium Oberbayern-Süd.

 

Überhöhtes Tempo ist bei schweren Unfällen nach wie vor Ursache Nummer eins. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd wurden im vergangenen Jahr bei mehr als 2000 Geschwindigkeitsunfällen insgesamt 1400 Verkehrsteilnehmer zum Teil schwer verletzt sowie 26 Personen getötet. „Diese hohe Zahl von Unfallopfern verdeutlicht, wie wichtig präventive Maßnahmen wie Tempokontrollen sind“, so ein Polizei-Sprecher. 

Bei dem Modellversuch geht es den Verantwortlichen nach eigenen Angaben auch darum, Erfahrungen mit den neuen teilstationären Messanlagen zu sammeln. Eine der Kernfragen sei: Wie wirkt sich eine durchgängige Überwachung über eine oder mehrere Wochen auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer aus? Daneben soll der Umgang mit der neuen Technik erprobt werden.

 

Im Fokus von Verkehrs-Überwachern und Polizei stehen demnach Standortwahl, Rüstzeiten, Datenübertragung und möglicher Vandalismus. Zudem erwartet man sich genauere Erkenntnisse über die Betriebskosten. Nur ein Beispiel: Während bei der Geschwindigkeits-Überwachung mit mobilen Anlagen ständig ein Messtechniker oder Polizeibeamter in der Nähe sein muss, werden die Trailer nur einmal abgestellt, eingerichtet und wieder abgeholt. „Alles andere läuft von alleine“, sagte ein Polizei-Sprecher.


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