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Der ehemalige Luft-Boden-Schießplatz bei Siegenburg, auch Bombodrom genannt, ist offiziell an die "Deutsche Bundesstiftung Umwelt" übertragen worden – Das Areal ist naturschutzfachlich gesehen von höchster Wertigkeit

(ty) Mit Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages im Juni vergangenen Jahres wurden insgesamt 31 000 Hektar zur Übertragung in das Nationale Naturerbe vorgesehen. Die „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ (DBU) mit der ihr angegliederten „DBU Naturerbe GmbH“ erhält nun 23 neue Gebiete mit insgesamt 9000 Hektar von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Eines dieser ausgewählten wertvollen Areale ist der ehemalige Luft-Boden-Schießplatz, das so genannte Bombodrom, bei Siegenburg, das gestern im Beisein von Bundesministerin Barbara Hendricks nun offiziell an die DBU übertragen wurde. 

Landrat Hubert Faltermeier ist zufrieden: "Unsere Doppelstrategie auf Regierungs- und Bundesebene zur Sicherung der Flächen des Bombodroms als ökologisches Schutzareal ist voll aufgegangen", sagte er. "Ein guter Tag für Mensch und Natur."

Der Luft-Boden-Schießplatz Siegenburg besitzt naturschutzfachlich höchste Wertigkeit. Er ist als Rückzugsgebiet für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, insbesondere für Pionierarten offener Sanddünen und lückiger Sand-Magerrasen, aber auch der Zwergstrauchheiden und lichten Kiefernwälder, von landes- bis bundesweiter Bedeutung.

Beispielsweise beherbergt das Gebiet die laut Kelheimer Landratsamt wahrscheinlich größten mitteleuropäischen Vorkommen des in Bayern und bundesweit stark gefährdeten Gewöhnlichen Flachbärlapps. Mit zirka 120 Hektar Offenlandflächen und etwa 150 Hektar Kiefernwald zählt der Luft-Boden-Schießplatz zu den wenigen noch existierenden, großflächigen Sandrasen-Komplexen in Bayern.

Aufgrund seiner Wertigkeit wurde der Luft-Boden-Schießplatz Siegenburg in Rekordzeit zum Naturschutzgebiet ausgewiesen. „Hier geht mein besonderer Dank an Regierungspräsidenten Heinz Grunwald mit seinen Mitarbeitern an der Höheren und unteren Naturschutzbehörde sowie an den Landschaftspflegeverband Kelheim für die fachliche und koordinierende Kärrnerarbeit“, so Landrat Hubert Faltermeier. „Die Einstufung zum Naturschutzgebiet und die einstimmigen Entscheidungen sowohl im Kreistag als auch im Gemeinderat in Siegenburg, das Gebiet als ökologische Schutzzone auszuweisen, waren klare Signale an den Bund.“

Klaus Blümhuber vom Kelheimer Landschaftspflegeverband VöF (von links), DBU-Generalsekretär Heinrich Bottermann und Siegenburgs Bürgermeister Johann Bergermeier. Foto: DBU

Faltermeiers Dank geht auch an den Siegenburger Bürgermeister Johann Bergermeier für die enge Zusammenarbeit sowie an die Bundestagsabgeordneten Thomas Gambke und Florian Oßner für deren Überzeugungsarbeit in den jeweiligen Gremien. „Dieser politische Nachdruck sowie die vielen Aktionen der Bürgerinitiative gegen den Fluglärm unter der Führung von Wolfdietrich M. Rading haben wesentlich zum Erfolg beigetragen“, sagt Faltermeier. 

Knackpunkt war es, einen geeigneten Träger zu finden, an den die Bombodrom-Flächen unentgeltlich vom Bund übereignet werden konnten. Das gegebene hohe Potential an Belastungen durch die Sprengsätze hatte diese Übereignung an die DBU nicht vereinfacht, da damit in der Folge zusätzliche Schutz- und Sanierungsmaßnahmen notwendig werden. 

Bislang wurden durch die beiden letzten Bundesregierungen in zwei Tranchen zirka 125 000 Hektar ins Nationale Naturerbe überführt. In Bayern hat die „DBU Naturerbe GmbH“ zahlreiche Flächen des Nationalen Naturerbes in ihr Eigentum übernommen und kümmert sich dort um die naturschutzfachliche Sicherung und Entwicklung dieser Flächen.

Durch die Überführung der Bombodrom-Flächen in das Nationale Naturerbe und der nun erfolgten Übernahme der Flächen durch die „DBU Naturerbe GmbH“ sowie die erfolgte Ausweisung als Naturschutzgebiet sind nach Angaben des Kelheimer Landratsamts die Rahmenbedingungen geschaffen, um das Gebiet dauerhaft als einmaliges Natur- und Erholungsgebiet zu sichern.


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