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Konkreter Fall: 35-Jähriger spielte offenbar eine Notlage vor und ließ sich von einem gutgläubigen Mitmenschen ein Ticket spendieren, dann wollte er sich am Schalter den Kaufpreis zurückerstatten lassen.

(ty) Vor einer variantenreichen Betrugsmasche durch Fahrtkarten-Rückerstattung warnt die Münchner Bundespolizei aus aktuellem Anlass. Wie heute berichtet wird, gab mindestens ein Betrüger im Hauptbahnhof vor, er bräuchte aus persönlichen Gründen ein Ticket, hätte aber kein Geld. Nachdem der vermeintliche Bettler dann auf einen gutgläubigen Mitmenschen gestoßen war, der ihm einen Fahrschein gekauft hatte, versuchte er wenig später sich den Betrag des Fahrscheins von der Deutschen Bahn rückerstatten zu lassen. 

Aufgefallen war dieser konkrete, aktuelle Fall – die Polizei spricht von einer neuartigen Betrugsmasche – am gestrigen Mittwoch. Ein 35-jähriger Rumäne wollte sich laut Polizei an einem Schalter des Reisezentrums am Hauptbahnhof München das Geld für einen erst kurz zuvor gekauften Fahrschein (München – Lugano für 133,60 Euro) zurückerstatten lassen. Dem DB-Mitarbeiter war aufgefallen, dass an dem Fahrschein zwei Mal manipuliert worden war. Er verständigte die Bundespolizei, die den Rumänen gegen 13.15 Uhr am Schalter festnahm.

 

Die Ermittlungen ergaben, dass auf dem zur Erstattung vorgelegten Fahrschein der Vermerk "Keine Erstattung!" auf der Vorder- und Rückseite entfernt beziehungsweise verdeckt worden waren. „Obwohl der Rumäne weder an der Identitäts-Feststellung noch an der Sachverhalts-Aufklärung mitwirkte, konnte in Erfahrung gebracht werden, dass er in den zurückliegenden Tagen bereits mehrmals an den Schaltern der DB am Haupt- und Ostbahnhof vorstellig geworden war“, teilte heute ein Sprecher der Bundespolizei mit. 

Das besagte Ticket München – Lugano war gestern erst gegen 12 Uhr erworben worden. Ein Schalter-Bediensteter der Deutschen Bahn erinnerte sich laut Polizei an den Rumänen – und daran, dass ein zweiter, bislang unbekannter Mann für den 35-Jährigen ein Ticket von München nach Lugano erworben hatte. „Der Ticket-Bezahler dürfte sich mit dem Fahrscheinwesen der DB ausgekannt haben“, so die Polizei. Offensichtlich habe er eine Auszahlung des Fahrscheinpreises vermeiden wollen: Denn er habe den Fahrkarten-Verkäufer explizit angewiesen, am Ticket den Vermerk "Keine Erstattung!" anzubringen.

 

„Nur Dank dieses Hinweises auf dem Ticket fiel der 35-Jährige beim Versuch der Rückerstattung auf“, betont die Bundespolizei. Die hat den 35-Jährigen nun wegen des Verdachts des Betruges und der Urkundenfälschung angezeigt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft soll der Rumäne heute dem Haftrichter vorgestellt werden. 

Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang davor, „bettelnden“ oder "Not vortäuschenden" Menschen am Bahnhof Fahrscheine zu kaufen. Für Personen, die in mutmaßlichen Notfällen helfen möchten, sei zumindest der Vermerk "Keine Erstattung!" eine Möglichkeit, solch dreisten Fällen zu begegnen. 

Die Bundespolizei bittet außerdem Hilfsbereite, die in jüngerer Vergangenheit durch den Kauf einer Fahrkarte, zum Beispiel von München nach Lugano, "geholfen" haben, insbesondere aber den Mann, der gestern gegen 12 Uhr am Hauptbahnhof die 133,60 Euro für die Fahrkarte nach Lugano bezahlt hatte, sich unter der Rufnummer (0 89) 51 55 50 -11 1 bei der Bundespolizei München zu melden. 


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