Logo
Anzeige
Anzeige

Am 15. Dezember startet hier der Zugverkehr. Die Regionalbahn hält dann im Stunden-Takt am Werksgelände. Die wichtigsten Infos in der Zusammenfassung.

(ty) Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist der neue Bahnhalt "Ingolstadt Audi" direkt am Werksgelände des Autobauers fertig. Heute war die offizielle Eröffnung. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember startet hier der Zugverkehr. Die Regionalbahn von München über Ingolstadt und Treuchtlingen nach Nürnberg und zurück hält künftig im Stunden-Takt am Werksgelände. In der Anfangsphase werden rund 3000 Ein- und Aussteiger pro Tag an diesem dritten Ingolstädter Bahnhof erwartet. Der Freistaat Bayern, die Stadt Ingolstadt, die Audi-AG und die Deutsche Bahn haben gemeinsam 15 Millionen Euro investiert.

Mit der Station soll nicht nur das Audi-Werk, sondern auch die bayerische Landesgartenschau im kommenden Jahr besser an das Schienennetz angebunden sein. Audi investierte in Verkehrs- und Mobilitäts-Drehscheiben, um den Bahnhalt in die vorhandene Infrastruktur einzubinden. Mit Shuttle-Bussen, Jobtickets für Bus und Bahn sowie Fahrrad-Sharing möchte der Konzern seinen Mitarbeitern ein attraktives Gesamtpaket an Mobilitäts-Angeboten offerieren. Zwei Jahre dauerten Vorbereitung, Planung und Genehmigung für diesen neuen Bahnhalt, im März vergangenen Jahres erfolgte der erste Spatenstich. 

Das Gemeinschafts-Projekt dient der Verkehrs-Entlastung in der Region Ingolstadt und soll das Mobilitäts-Angebot nachhaltig verbessern. So könnten künftig mehr Audianer aus dem Ingolstädter Umland ohne Stau, ohne Parkplatzsuche und umweltfreundlicher zur Arbeit gelangen. In unmittelbarer Nähe des Bahnhalts ermöglicht eine interne Verkehrs-Drehscheibe im südlichen Bereich die Anbindung an die bestehende Werk-Infrastruktur. Die Mitarbeiter steigen in Shuttle-Busse und erreichen so ihre Arbeitsplätze.

Für das Shuttle-Bus-Liniennetz stehen 20-VW-Caravellen und 15-MAN-Linienbusse bereit. 90 Audi-Busfahrer befördern die Beschäftigten auf 17 Linien innerhalb des Werks. Zwölf Linien steuern Außenstandorte an, zu diesen zählen unter anderem das Güter-Verkehrs-Zentrum (GVZ), Standorte in Gaimersheim und Friedrichshofen, der Interpark, die Audi-Akademie in der Stadt sowie der Audi-Standort in Münchsmünster. Am Standort Ingolstadt stehen ferner rund 1700 Dienst-Fahrräder bereit. Die Mitarbeiter können mit einer persönlichen Sharing-Karte an gut 500 Stellplätzen die Drahtesel auf- und abschließen sowie ihre Tour zu dienstlichen Terminen per Rad absolvieren. 

Die externe Verkehrs-Drehscheibe im nördlichen Bereich des Bahnhalts sollen künftig auch Besucher und Bürger der Region nutzen. Hier gibt es Umsteige-Möglichkeiten, bei der An- und Abreise stehen öffentliche Buslinien, einige Parkplätze, zwei Taxi-Stellplätze sowie Fahrrad-Abstellflächen zur Verfügung. An der Busdrehscheibe-Nord halten die Linien 11, X11, X12, S7 und S8 – sie fahren alle auch durch das Werk – sowie die Linien 15, S4, S5, S9. An der Busdrehscheibe-Süd auf dem Werkgelände hält die Buslinie 11. Diese Haltestelle wird zusätzlich von verschiedenen internen Shuttle-Bussen angesteuert.

Seit dem Jahr 2012 kooperiert die Audi-AG mit der "Ingolstädter Verkehrs-Gesellschaft GmbH" (INVG) und bietet das günstige Jobticket-Bus für Mitarbeiter an. 3500 Audianer nutzten im vergangenen Jahr dieses Angebot. Zusammen mit der INVG bietet der Autobauer das Jobticket-Bus und -Bahn als Jahreskarte an. Um noch mehr Mitarbeiter zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu motivieren, wird dieses Ticket nun von Audi subventioniert. Dabei können die Mitarbeiter mit dem rabattierten Jobticket den Angaben zufolge bis zu 50 Prozent und maximal 300 Euro pro Jahr sparen. 

Der Bahnhalt "Ingolstadt Audi" ist auch ein neuer zusätzlicher Halt auf der Strecke Ingolstadt – Treuchtlingen. In einer zweiten Ausbaustufe soll es möglich sein, dass weitere Züge aus anderen Richtungen diesen Bahnhalt anfahren. Dazu soll im Bahnhof Gaimersheim durch ein zusätzliches Gleis eine Wendemöglichkeit geschaffen werden, wie heute mitgeteilt wurde. Den Namen "Ingolstadt Audi" erhielt heute auch ein moderner Regionalzug der Deutschen Bahn. Ab 15. Dezember wird dieser Zug nach Angaben der Bahn einer von täglich 40 Regionalzügen sein, die an der neuen Station halten.

Stimmen und Kommentare:

Ministerpräsident Markus Söder: "Komfortabel und umweltfreundlich zur Arbeit: Geschätzte 3000 Fahrgäste werden hier täglich ein- und aussteigen. Im Miteinander zwischen Bahn, Freistaat, Stadt Ingolstadt und Audi haben wir mit dem neuen Bahnhalt Ingolstadt-Audi eine deutliche Qualitäts-Verbesserung für die Audi-Mitarbeiter erreicht. Bayern ist Bahnland. Darum haben wir im vergangenen Jahr 145 Millionen Euro in die Bahn-Infrastruktur in Bayern investiert."

DB-Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla: "Die Bahn boomt in Bayern. Gemeinsam mit dem Freistaat und der Politik vor Ort werden wir weiter investieren. 20 neue Bahnhöfe entstehen allein in den nächsten Jahren. Für unsere Kunden bedeutet das: Bessere Anbindungen an Wohngebiete, Wirtschaftsstandorte, Hochschulen, Einkaufszentren, Freizeit- und Gesundheits-Einrichtungen. Der neue Halt in Ingolstadt ist die 1019. Station in Bayern. 378 Millionen Menschen nutzen jedes Jahr die Züge von DB-Regio-Bayern. Ingolstadt-Audi ist ein gelungenes Beispiel einer echten Gemeinschaftsleistung. Hier haben Audi, die Stadt Ingolstadt, der Freistaat Bayern, der Bund und die Bahn zusammen einen neuen Bahnhof mit attraktiven Verbindungen geschaffen."

Oberbürgermeister Christian Lösel: "Der neue Bahnhalt ist ein Meilenstein für den öffentlichen Personennahverkehr in der Region und ein klares Bekenntnis zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik. Er soll ein attraktives Angebot für Pendler aus den Landkreisen bieten und somit zu einer deutlichen Verbesserung der Verkehrs-Situation im Norden der Stadt beitragen. Mit der neuen Verkehrs-Drehscheibe verbinden wir die Schiene mit dem innerstädtischen Verkehr. Ich bin dankbar für diese einzigartige Kooperation. Der Bahnhalt ist ein erster Schritt, nun wollen wir eine Regionalbahn auf bestehenden Strecken verwirklichen. Dazu wird es nötig sein, den Bahnhof Gaimersheim auszubauen und auch die Möglichkeit eines weiteren Halts am Gießereigelände wäre zu prüfen. Unser Motto sollte lauten: Mehr Züge, mehr Regionalität, mehr Passagiere."

Audi-Vorstands-Mitglied Peter Kössler: "Nachhaltige Mobilität betrifft uns alle, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Der Bahnhalt Ingolstadt-Audi ist ein herausragendes Gemeinschaftsprojekt und ist wohl einmalig in Deutschland. Der Bahnhalt ist mehr als nur eine weitere Haltestelle. Er ist eine intelligente Verkehrs-Drehscheibe für Audianer und Anwohner der Region. Eine derart nahtlose und multimodale Mobilität ist der Schlüssel für den intelligenten Verkehr der Zukunft und steht nicht im Widerspruch zur individuellen Mobilität, sondern ergänzt diese sinnvoll."

Als "Sternstunde für den öffentlichen Regional- wie Nahverkehr" und "spürbare Erleichterung für die Pendler aus der Region" bezeichnet Fritz Peters, Sprecher des IHK-Forums für die Region Ingolstadt, die Eröffnung des Audi-Bahnhalts. "Die Wirtschaft freut sich mit den beteiligten Partnern, dass sie in vergleichsweise kurzer Zeit dieses wichtige Projekt gestemmt haben. Vom neuen Bahnhalt und dem neuen Busbahnhof werden nicht nur der Namensgeber und seine Mitarbeiter, sondern auch die Menschen im Ingolstädter Norden und in der Region profitieren, sofern möglichst viele weitere Pendler auf den Zug umsteigen."

Angesichts der hohen Staudichte in und um Ingolstadt betonte Peters aber auch: "Ein Leuchtturm-Projekt zu feiern, ist wichtig und richtig. Gleichzeitig müssen wir nach vorn schauen und die nächsten Projekte anpacken. Eine große Herausforderung ist allein der bedarfsgerechte Ausbau der P&R-Angebote an den Bahnhöfen in den benachbarten Landkreisen." Großes Engagement der Stadt Ingolstadt, der Kommunen und Verkehrsträger sei notwendig, um die Menschen zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. Nur, wenn die Angebote den tatsächlichen Bedürfnissen und Erwartungen der Menschen gerecht würden, hätten sie im Alltag eine echte Chance auf Akzeptanz, so Peters. 

Hugo Gratza (von links, Abteilungsleiter Eisenbahn des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur), Ronald Pofalla (DB-Infrastruktur-Vorstand), Christian Lösel (Ingolstädter Oberbürgermeister), Florian Herrmann (Leiter der bayerischen Staatskanzlei), Peter Kössler (Vorstand Produktion und Logistik der Audi-AG), Peter Mosch (Vorsitzender des Gesamt-Betriebsrats der Audi-AG), Reinhard Brandl (Bundestags-Abgeordneter). In Vertretung des bayerischen Ministerpräsidenten hatte Herrmann als Leiter der Staatskanzlei am feierlichen Akt des Band-Durchschneidens am Bahnsteig teilgenommen.


Anzeige
RSS feed