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29 Prozent aller Firmen im Landkreis Pfaffenhofen haben Kurzarbeit wegen der Corona-Krise angemeldet. Gastgewerbe ist laut Gewerkschaft NGG besonders betroffen.

(ty) Mit Kurzarbeit durch die Krise: Im Landkreis Pfaffenhofen haben seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rund drei von zehn aller Unternehmen – genau 29 Prozent – Kurzarbeit angemeldet. Das teilt die Gewerkschaft "Nahrung, Genuss, Gaststätten" (NGG) mit. Sie beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Demnach haben bis Ende April genau 936 der insgesamt 3203 Betriebe im Landkreis Kurzarbeiter-Geld bei der BA beantragt. Zum Vergleich: "Zu Beginn der Corona-Krise im März waren es noch 21 Firmen", berichtet NGG-Mann Rainer Reißfelder. Er spricht von einer "Erschütterung auf dem heimischen Arbeitsmarkt". Besonders betroffen sei das Gastgewerbe.

 

"Die Branche liegt seit Wochen weitgehend brach. Gerade kleinere Hotels und Gaststätten kämpfen ums Überleben", weiß Reißfelder. Es sei gut, dass die Bundesregierung ein riesiges Rettungspaket für die Unternehmen geschnürt habe. "Aber für die Beschäftigten kommt die beschlossene Erhöhung des Kurzarbeiter-Geldes zu spät, moniert er. So steige das Lohnausfall-Geld erst nach sieben Monaten Kurzarbeit auf 80 Prozent (Eltern: 87 Prozent) des Netto-Einkommens. Für Köchinnen, Kellner und Hotel-Angestellte sei das eine enorme Durststrecke, so der Gewerkschafter.

 

"Vielen wird nur der Gang zum Sozialamt oder zum Job-Center bleiben", prophezeit Reißfelder. Eine Mitverantwortung für die Lage trägt nach Dafürhalten der Gewerkschaft NGG auch der deutsche Hotel- und Gaststätten-Verband Dehoga: Anders als etwa in der System-Gastronomie – unter anderem McDonald's, Starbucks oder Nordsee – "weigerten sich die Arbeitgeber bis heute, das Kurzarbeiter-Geld per Tarifvertrag aufzustocken", kritisieren Reißfelder & Co. in einer aktuellen Pressemitteilung. Umso wichtiger sei nun, eine Perspektive für die langsame Wiederbelebung des Gastgewerbes zu finden – "vorausgesetzt, der Gesundheits-Schutz für Beschäftigte und Gäste ist sichergestellt".

 

Bei jedem Restaurant, das im Kreis Pfaffenhofen wieder öffnen wolle, müssten die Behörden kontrollieren, ob die Schutzmaßnahmen für die Gäste ausreichten, fordert die NGG. "Gaststätten, Cafés und Bars sind eigentlich Orte der Geselligkeit", sagt Reißfelder. "Jetzt müssen die Gäste darauf vertrauen können, dass sich keiner ansteckt." Um die Beschäftigten optimal vor Infektionen zu schützen, sei eine gründliche Gefährdungs-Beurteilung nötig. "Darüber hinaus braucht es ausreichend Personal, das sich neben Küche und Service darum kümmert, dass die Hygiene- und Abstands-Regeln wirklich eingehalten werden", so die Gewerkschaft.

Gemeint seien damit zum Beispiel Kellnerinnen, die darauf achten, dass Tische und Stühle nicht zusammengeschoben werden. Und laut NGG braucht es auch genug Köche in der Küche, damit es keinen Wartestau beim Essen und damit ein zu volles Lokal gibt. "Kein Restaurant sollte hier auf Sparflamme kochen, sondern die Wiedereröffnung frühzeitig akribisch planen", rät Reißfelder.

Doch bis wieder ein "Stück Normalität" in die Branche einziehe, bleibe der Schaden für Beschäftigte und Betriebe groß, so die Gewerkschaft. "Nach Angaben der Arbeitsagentur haben bis Ende April bundesweit 751 000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet – 115 000 davon im Hotel- und Gaststätten-Gewerbe", berichtet die NGG. Das seien 72 Prozent aller Betriebe der Branche.

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