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Chefs des AELF Pfaffenhofen und der WBV Neuburg-Schrobenhausen haben Kooperations-Vereinbarung unterzeichnet.

(ty) Ob Borkenkäfer, Klimawandel und Waldumbau, Schulungen für Waldbesitzer oder Kurse zum sicheren Umgang mit der Motorsäge – schon bisher gab es eine durchaus breite Palette an Themen, bei denen die Waldbesitzer-Vereinigung Neuburg-Schrobenhausen (WBV) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen (AELF) zusammengearbeitet haben. Künftig will man aber noch enger zusammenrücken und sich noch mehr abstimmen bei den Aktivitäten. Das haben WBV-Chef Alexander von Zwehl und AELF-Behördenleiter Christian Wild jetzt in einer Kooperations-Vereinbarung fixiert, die corona-bedingt an verschiedenen Orten unterzeichnet wurde.

Durch den engen Schulterschluss der beiden Institutionen sollen die forstwirtschaftlichen Kompetenzen im Landkreis noch stärker gebündelt sowie die Wälder noch besser fit für den Klimawandel gemacht werden, heißt es aus dem AELF. Denn, so Wild: "Die Vereinbarung ist ein wichtiges Signal, auf die Bedeutung des Waldes in der Region aufmerksam zu machen, unsere Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder und den Umbau in klimatolerante Wälder kompetent zu unterstützen, sowie auf die Vorteile von Holz als nachwachsenden und klimafreundli- chen Bau- und Energierohstoff hinzuweisen."

 

Da im südlichen und westlichen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen häufig reine Nadelwälder dominierten, die gegenüber dem Klimawandel mit starker Trockenheit und höheren Temperaturen besonders anfällig seien, brauche es zudem mehr stabile Mischwälder. Verstärkt Laubbäume wie Eichen, Buchen und Ahorne einzubringen, habe für Behörden-Leiter Wild eine besonders hohe Priorität bei der Beratung der mehr als 10 000 Waldbesitzer im Landkreis. Es werde deshalb verstärkt Informations-Veranstaltungen und Aufklärungs-Arbeit geben, gemeinsam von WBV und AELF.

Zudem hinterlässt der Klimawandel laut AELF mit häufigeren Sturmereignissen bereits jetzt deutlich Spuren im Wald – mit umgeworfenen und gebrochenen Bäumen. Das Krisen-Management im Kalamitätsfall abzustimmen, sei deshalb ein weiteres wichtiges Feld der Zusammenarbeit. Sturm "Sabine" im Februar dieses Jahres hat dabei nach den Worten von Wild bestätigt, wie wertvoll eine gute Vorbereitung und Abstimmung sind, um die Aufarbeitung des Schadholzes professionell anzugehen sowie ausreichend Lagerplätze für dieses anfallende Schadholz bereitzuhalten. "Darauf bauen wir auf", betont Wild.

Der mit 63 Prozent landesweit überdurchschnittlich hohe Anteil von Privatwäldern im Landkreis, die darüber hinaus kleinstrukturiert seien, ist laut von Zwehl und Wild auch ein wichtiger Grund, künftig noch stärker an einem Strang zu ziehen, und die Waldbesitzer nicht alleine zu lassen. Weil der Wald nur geringe 23 Prozent Anteil an der Landkreis-Fläche einnehme, kämen ihm in der Region eine besonders hohe gesellschaftliche Bedeutung und wichtige Funktionen zu – vom Wasser- über den Erosions- bis zum Artenschutz. Das Wissen um den Wert des Waldes auch als Rohstoff-Lieferant zum Beispiel in der jüngeren Generation besser zu verankern, gehöre ebenfalls zu den konkreten Kooperationsthemen.

Im Visier stehen außerdem Fortbildungen sowie Veranstaltungen zur sicheren Waldarbeit und maschinellen Holzernte mit der Seilwinde "Laut Statistik gehört die Waldarbeit bundesweit immer noch zu den unfallträchtigsten und gefährlichsten Tätigkeiten", so das AELF in Pfaffenhofen. Der Vereinbarung von WBV und AELF liege der Waldpakt der Staatsregierung, des bayerischen Waldbesitzer-Verbandes und des bayerischen Bauernverbandes (BBV) zu Grunde.


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