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Frank Dreves hört überraschend als Produktionsvorstand bei Audi auf und macht einem Mann aus Wolfsburg Platz 

(ty) Im Vorstand von Audi will scheinbar keine Ruhe einkehren. Hatte es bei der Verabschiedung vom Entwicklungschef Michael Dick noch geheißen, Dreves werde  auf jeden Fall das Werk im Mexiko noch bis zur Produktionsreife begleitet, hört er jetzt doch plötzlich auf und geht mit 61 Jahren in Rente. Zum 31. März scheidet er „auf eigenen Wunsch“ aus dem Vorstand von Audi aus und geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Hubert Waltl (55), der seit Oktober 2009 als Mitglied des Markenvorstands Volkswagen Pkw die Produktion der größten Marke des Konzerns verantwortet. Zuvor leitete er den Werkzeugbau von Audi.

Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler dankt Dreves für seinen langjährigen Einsatz im Zuge des internationalen Wachstumskurses: „Wir werden 2014 erstmalig mehr Automobile außerhalb Deutschlands fertigen als in unseren Stammwerken Ingolstadt und Neckarsulm. Frank Dreves hat einen entscheidenden Anteil an unserer Internationalisierung, mit der wir uns konsequent Marktpotenziale erschließen.“ Zu seinen Verdiensten gehört auch die Einführung des Audi Produktionssystems, das ebenso für eine rasant wachsende Modellpalette höchste Qualität und Flexibilität in der Fertigung garantiert.

Gleichzeitig begrüßt Stadler dessen Nachfolger: „Hubert Waltl ist ebenso wie Frank Dreves ein Audi-Gewächs. Er begann seine berufliche Laufbahn 1976 im Werkzeugbau in Ingolstadt und kennt daher die Audi-Werke ebenso gut, wie die Fertigungsstätten der Marke Volkswagen.“ Bei Audi leistete Waltl einen wertvollen Beitrag zum Aufbau der erfolgreichen Werkzeugbau-Sparte. In seiner Zeit als Produktionsvorstand der Marke Volkswagen Pkw stand Waltl zwischen 2009 und 2014 maßgeblich für die Einführung des Modularen Produktionsbaukastens. Damit gestaltete er das Wachstum der Marke entscheidend mit. Beispielsweise wurden der Standort Osnabrück unter seiner Verantwortung in die Produktion von Volkswagen integriert und zusätzliche internationale Standorte hochgefahren.

Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Peter Mosch betont: „Waltl ist für uns Audianer kein Unbekannter. Er war zuletzt bei Audi Leiter der Sparte Werkzeugbau, bevor er zu Volkswagen wechselte. Nun freuen wir uns auf seine Rückkehr. Wir wünschen ihm ein glückliches Händchen im Sinne des Unternehmens und der Belegschaft. Dreves gilt unser Dank. Er war für uns stets ein hervorragender Gesprächspartner, der sich für die Belange der Belegschaft eingesetzt hat.“

Hubert Waltl begann nach der Schule eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker. Seine erste Beschäftigung hatte er ab 1976 im Werkzeugbau der AUDI AG. Nach einer Zusatzausbildung zum staatlich geprüften Maschinenbau-Techniker folgten ab 1994 verschiedene Leitungsfunktionen innerhalb des Audi-Werkzeugbaus sowie in der Produktionsplanung an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm. Berufsbegleitend absolvierte Waltl ein Studium der Produktionstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.

Hubert Waltl.

Ab 2002 übernahm er die Verantwortung für den gesamten Audi-Werkzeugbau, ab 2007 verantwortete Waltl zusätzlich die Konzernwerkzeugbauten sowie die Karosserieplanung und den Werkzeugbau der Marke Volkswagen Pkw. Am 1. Oktober 2009 wurde er zum Vorstand für Produktion und Logistik der Marke Volkswagen Pkw ernannt..

Der scheidende Produktionsvorstand Frank Dreves begann seine berufliche Laufbahn als Maschinenschlosser. Es folgte ein Maschinenbau-Studium an der Universität Paderborn. 
2012 promovierte Dreves an der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Chemnitz. Seine Laufbahn bei Audi begann er 1982 in der Gießerei, schnellstieg er zum Gruppenleiter in der Fertigungsplanung auf. 1987 wechselte er als Leiter der Produktionsplanung zu SEAT nach Spanien. Nach seiner Rückkehr 1992 folgten verschiedenen Aufgaben in der Fertigungsplanung in Ingolstadt. Zwischen 1997 und 2000 baute er das Werk im brasilianischen Curitiba auf. Anschließend leitete er den Bereich Montage in Ingolstadt, ehe Dreves 2001 die Gesamtplanung übernahm. Von Oktober 2004 bis Januar 2007 war er Leiter des größten Audi-Werks, Ingolstadt. Am 1. Februar 2007 wurde er zum Vorstand für Produktion ernannt.

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