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Daten vom Deutschen Wetterdienst und Foto-Impressionen aus dem Kreis Pfaffenhofen von Ludwig Schätzenstaller.

(ty) Ohne Zögern ist der Juni in diesem Jahr als erster Sommer-Monat mit Volldampf in die warme Jahreszeit gestartet. Es standen aber nicht nur gemächliches Grill- und Badewetter auf dem Fahrplan. Beobachtet wurden auch heftige Gewitter, Starkregen und Hagelschlag, vor allem in den südlichen Regionen Deutschlands, immer wieder auch mit Unwetter-Charakter. Die östlichen Regionen erlebten dagegen sengende Hitzetage und eine außergewöhnliche Trockenheit mit folgenschweren Waldbränden. Entsprechend reihte sich der diesjährige Juni als außergewöhnlich warmer, sehr trockener und überaus sonnenscheinreicher Sommermonat in die Klimastatistik ein. Das meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Mess-Stationen.

Der Temperatur-Durchschnitt lag im Juni dieses Jahres mit 18,4 Grad Celsius um 3,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenz-Periode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung laut DWD-Angaben plus 2,0 Grad. Damit war der Rosen-Monat heuer der sechstwärmste seit Messbeginn. Den wärmsten Juni hatte es im Jahr 2019 mit 19,8 Grad gegeben. Wer heuer eine frische Brise suchte, war an den Küsten am rechten Platz. Sonst schaukelten die Temperaturen regelmäßig zwischen behaglicher Wärme und lästiger Hitze.

"Vor allem der Osten meldete brütend heiße Tage mit neuen Juni-Rekorden in Sachsen und Brandenburg", fasst der Deutsche Wetterdienst zusammen. Am 19. Juni wurden den Angaben der Experten zufolge stolze 39,2 Grad sowohl in Dresden-Strehlen als auch in Cottbus gemessen. "Es waren die höchsten Werte deutschlandweit", erklärt der DWD. Dagegen fühlte sich der nationale Tiefstwert im vergangenen Monat, der am 2. Mai mit gerade einmal 1,1 Grad in Gilserberg-Moischeid, 25 Kilometer nordöstlich von Marburg, registriert worden war, fast eisig an.

Im Juni fiel mit annähernd 60 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp ein Drittel weniger Niederschlag als im Mittel der Referenz-Periode 1961 bis 1990 mit 85 l/m². Verglichen mit der Periode von 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 20 Prozent. Niederschlags-Gebiete gab es insbesondere in den südlichen Bundesländern. Oft tobten dabei schadensreiche Gewitterzellen mit Hagelschlag, Sturm und Platzregen. Die Wetter-Station Deuerling-Heimberg, westlich von Regensburg, erlebte am 5. Juni mit 82,0 Liter auf den Quadratmeter den bundesweit höchsten Tagesniederschlag.

Am nassesten war es auf Monatssicht mit mehr als 200 Liter pro Quadratmeter an den Alpen. "Im Kontrast dazu folgten in den östlichen Regionen Deutschlands auf die langanhaltende Trockenheit Waldbrände und sinkende Wasserstände", fasst der Deutsche Wetterdienst zusammen. "Gewitter und Regenfälle konnten zwar zum Monatsende den Wassermangel hier und da etwas lindern", berichten die Fachleute. In Teilen Nordbayerns und Thüringens aber blieb es mit weniger als zehn Liter pro Quadratmeter Juni-Regen bei den besagten "Tropfen auf den heißen Steinen".

Mit 275 Stunden überragte die Sonnenschein-Dauer im zu Ende gegangenen Monat heuer nach DWD-Erkenntnissen ihr Soll von 203 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um stattliche 35 Prozent. Im Vergleich zur Periode 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung immerhin 27 Prozent. In den östlichen Ländern summierte sich die Sonnenschein-Dauer nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes auf zum Teil mehr als 300 Stunden. Zur Einordnung: Im äußersten Norden waren es laut DWD ungefähr 80 Stunden weniger.

Im Freistaat entwickelte sich der Juni heuer mit durchschnittlich 18,9 Grad zum drittwärmsten seit Aufzeichnungs-Beginn. Bayern war mit 85 Litern auf den Quadratmeter das zweitnasseste Bundesland. "Beobachtbar war aber ein erheblicher Niederschlags-Kontrast", erläutert der DWD. Einem sehr trockenen Nordwesten mit Monatsmengen von weniger etwa zehn Litern pro Quadratmeter in Unterfranken stand ein starkregenreicher Süden und Südosten gegenüber.

Folgenreiche Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagelschlag, wie am 27. Juni am Alpenrand mit sieben Zentimetern Hagelkorn-Durchmesser, sorgten dort immer wieder für Schlagzeilen. Die Wetter-Station Deuerling-Heimberg, 15 Kilometer westlich von Regensburg, übermittelte am 5. Juni mit 82,0 Litern auf den Quadratmeter – wie bereits erwähnt – den deutschlandweit höchsten Tagesniederschlag. An den Alpen erreichten die Monatsmengen mehr als 200 Liter auf den Quadratmeter. Die Sonnenschein-Ausbeute ergab laut DWD im Freistaat rund 280 Stunden. 


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