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Laut IHK werden heuer in den oberbayerischen Betrieben mehr als 5000 Lehrstellen unbesetzt bleiben – besonders dramatisch ist die Situation im Einzelhandel und in der Gastronomie

(ty) Die Bewerberlücke in der oberbayerischen Wirtschaft wächst dramatisch an. Bereits drei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahrs ist nach Angaben der IHK für München und Oberbayern absehbar, dass heuer in den Betrieben mehr als 5000 Lehrstellen unbesetzt bleiben.

„Die Unternehmen bieten aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels immer mehr Ausbildungsplätze an, es fehlt aber schlicht an Bewerbern“, sagt Eberhard Sasse, der Präsident der IHK für München und Oberbayern. Aktuell sind noch 12 974 Lehrstellen in Oberbayern frei, es gibt aber nur noch 7959 unversorgte Bewerber. Das geht aus der Mai-Statistik der Agentur für Arbeit für die oberbayerischen Agentur­bezirke hervor. „Die rechnerische Lücke von 5000 Bewerbern dürfte am Ende deutlich größer ausfallen, da sich viele Schulabgänger bis September noch für einen anderen Bildungsweg entscheiden können oder trotz des großen Angebots keinen passenden Ausbildungsplatz finden“, heißt es aus der IHK. 

Besonders dramatisch wird die Situation im Einzelhandel und in der Gastronomie geschildert. Bei den Einzelhandelskaufleuten sind noch 1400 Stellen in Oberbayern frei – aber nur 640 unversorgte Bewerber äußern einen entsprechenden Berufswunsch. Für Köche sind mehr als 500 Ausbildungsplätze verfügbar – dem stehen oberbayernweit maximal 150 Interessenten gegenüber.

Sasse unterstreicht jedoch, dass der Bewerbermangel quer durch alle Branchen gehe. „Allein in München sind jeweils noch über 100 Lehrstellen für Bankkaufleute oder Kaufleute im Groß- und Außenhandel frei“, berichtet er. Der IHK-Präsident betont, dass die Bereitschaft der Unternehmen zur Ausbildung weiter zunimmt. Die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Lehrstellen in Oberbayern steigt aktuell auf 27 350; das entspricht einem Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sasse appelliert an die Politik, den Fachkräfte-Aderlass in der Berufsausbildung zu stoppen. Die zunehmende Akademisierung müsse auf den Prüfstand, fordert er. „Die Lage in den Betrieben ist im Bereich der beruflich qualifizierten Fachkräfte alarmierend“, so der IHK-Präsident. „Statt noch mehr Schulabgänger mit dem steuerfinanzierten Bafög in die übervollen Hörsäle zu locken, brauchen wir eine wirksame Stärkung des weltweit anerkannten dualen Ausbildungssystems.“


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