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Hauptplatz-Debatte weitet sich aus: Nach der Kritik des CSU-Vorsitzenden an der neuen Grünen-Chefin schaltet sich der SPD-Boss ein – und spricht dem obersten Pfaffenhofener Christsozialen Ideen ab

(zel) Nach der Schelte der Pfaffenhofener CSU um ihren Vorsitzenden Florian Schranz an den hiesigen Grünen, insbesondere an deren neuer Chefin Eva Schratt, hat sich heute – wie berichtet – nicht nur die Attackierte selbst zu Wort gemeldet. Auch Markus Käser, Chef der SPD-Fraktion im Stadtrat und Vorsitzender der Sozialdemokraten in der Kreisstadt, stärkt ihr den Rücken. „Unabhängig von der Sache selbst: Ein paar Träume und Ideen können auch in der Kommunalpolitik nicht schaden“, schreibt Käser auf Facebook und meint: „Das sind jedenfalls Eigenschaften, die mir bei CSU-Chef Florian Schranz nicht gerade als allererste einfallen.“

In scharfen Worten hatte gestern der CSU-Ortsverband die von Eva Schratt ausgelöste Debatte über eine komplette Fußgängerzone am Pfaffenhofener Hauptplatz als „völlig überflüssig und unrealistisch“ verurteilt. „Bitte vorher nachdenken, dann Forderungen stellen und keine absurden Ideen aus der Hüfte schießen“, rieten CSU-Chef Florian Schranz & Co. den Grünen und bezeichneten sie als „Träumer- und Regulierungspartei“. Daraufhin konterte heute Schratt unter anderem mit den Worten: "Lieber ein Traum, als keine Vorstellung von der Zukunft." Einen autofreien Hauptplatz werde es auch aus Sicht der Grünen nicht gleich morgen geben, „aber er ist unser Ziel“, so Eva Schratt.

Nun schaltet sich auch SPD-Chef Käser in die Diskussion ein. Träume und Ideen spricht er, wie gesagt, dem CSU-Ortsvorsitzenden Schranz ab. Was er aber offenbar gut könne, „das ist mutig auf die 24-jährige neue Grünen-Chefin Eva Schratt losgehen, welche als Polit-Neuling noch nicht im Stadtrat vertreten ist und lediglich einen Vorschlag zu einem nicht ganz unwichtigen Pfaffenhofener Thema gemacht hat“.

Auch wenn die Idee selbst „noch nicht ganz ausgegoren“ sei, „eine intelligente Diskussion ist unsere lebendige Innenstadt jederzeit wert“, so Käser. „Und wir freuen uns um jeden Impuls in diese Richtung und nehmen die Diskussion gerne auf.“ Doch der CSU wirft Käser vor, sie sage "Alles soll so bleiben, wie es ist" – und zwar noch bevor die Diskussion überhaupt losgehe. „Das ist aber kreativ, konstruktiv und wahrlich weitsichtig“, ätzt Käser. Aber das sei „irgendwie typisch und im Grunde für die CSU Pfaffenhofen nur same procedure as every time“. Aus Sicht des SPD-Chef gibt jedenfalls genügend Beispiele dafür, „dass die eigentliche Dagegen-Partei Pfaffenhofens nicht grün ist, sondern im Farbenkreis gar nicht vorkommt“.

Zur Sache selbst verweist Käser darauf, dass die bunte Koalition von SPD, Grünen, ÖDP und FW laut Programmbeschluss vom Mai das Konzept der „wachsenden Fußgängerzone verfolgen“, und zwar in Verbindung mit einer „zukunftsfähigen Verkehrsplanung“. Weniger Autos und Verkehr in der Innenstadt gebe es nur, wenn zugleich auch die Parkplatz- und die allgemeine Mobilitätsfrage mitgedacht werde. 

Aktuell werde deshalb ein Parkflächenkonzept mit dem Schwerpunkt Kernstadt erstellt, welches noch in diesem Jahr vorgestellt werden solle, so Käser. Ziele seien die Schaffung einer „wachsenden Fußgängerzone“ in Abhängigkeit der Parkflächenplanung, eine Ausweitung der Außengastronomie, die weitere Verbesserung der Aufenthaltsqualität (barrierefrei und behindertengerecht) sowie die Verkehrsberuhigung beziehungsweise Gleichberechtigung der Verkehre (Fußgänger, Fahrrad, Pkw). 

„Das war auch Ergebnis unserer Bürgerumfrage im Frühjahr“, erinnert Käser. Damals wollte die SPD wissen, ob der Untere Hauptplatz komplett autofrei gestaltet werden sollte. „Dabei gab es nur eine ganz leichte Mehrheit für weniger oder keine Pkw“, fasst Käser zusammen. „Zeitgleich forderten die Bürger aber eben auch mit großer Mehrheit, noch mehr für Verkehrsberuhigung und die Radler im Allgemeinen zu tun.“

„Wir sehen die Innenstadt als Lebensraum der Zukunft“, betont der SPD-Chef. Insofern sei die gesamte Verkehrsplanung bei der Stadtentwicklung und der Wohnungsbaupolitik laufend zu berücksichtigen. „Ausdrücklich wollen wir deshalb auch mit einem Fahrrad-Masterplan die Fahrradfreundlichkeit erhöhen – siehe Beispiel Hohenwarter Straße – sowie außerdem mehr Pendlerparkplätze schaffen“, so Käser. Darüber hinaus seien Lärmreduzierung und Raser-Bekämpfung ebenso eine Zukunftsaufgabe, wie die Verdrängung des überörtlichen Verkehrs aus der Stadt.

Bisherige Beiträge zum Thema:

"Lieber ein Traum, als keine Vorstellung von der Zukunft"

Fußgängerzone? CSU verpasst den Grünen eine volle Breitseite


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