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Erste Reaktionen auf den Rücktritt von Staatskanzlei-Chefin Christine Haderthauer (CSU)

Natascha Kohnen, Generalsekretärin der Bayern-SPD: „Frau Haderthauer ist über ihre Arroganz und Überheblichkeit gestolpert: Wer als Ministerin staatsanwaltliche Ermittlungen wahlweise als Sommertheater, Empörungswelle und Skandalhysterie verspottet, der disqualifiziert sich für ein Ministeramt. Es gibt Dinge, die gehören sich nicht! Dazu zählt auch, einen verurteilten Straftäter zu benutzen, um sich persönlich zu bereichern. Wer dann noch die Chuzpe hat, dieses fragwürdige Geschäftsmodell als idealistisches Wohltätigkeitsprojekt zu maskieren, dem fehlt jeder moralische Kompass. Deswegen war ihr Rücktritt längst überfällig. Horst Seehofer hat das viel zu spät erkannt und wurde durch den Druck der SPD zum Getriebenen. Erst die beiden unabhängigen Rechtsgutachten, welche die bayerische SPD in Auftrag gegeben hatte, sowie die terminierte Landtags-Sondersitzung machten den Rücktritt der Staatskanzleichefin unvermeidlich. Als angeschlagener Ministerpräsident oder wie die Briten sagen, als 'lame duck', fehlen Horst Seehofer die Kraft und inzwischen auch die Macht, seine selbstgefällige, in 'Schmutzeleien' geübte Ministerriege im Zaum zu halten.“

Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hat den Rücktritt seiner Staatskanzleichefin "mit Respekt" zur Kenntnis genommen. Der Bayerische Rundfunkt zitiert ihn wie folgt: "Christine Haderthauer hat als Sozialministerin und Staatskanzleiministerin hervorragende Dienste für den Freistaat Bayern geleistet und ihre Ämter stets korrekt geführt (...) Dabei hatte sie immer mein vollstes Vertrauen." Seehofer bedauere es persönlich, "mit ihrem Rücktritt ein meinungsstarkes und couragiertes Kabinettsmitglied verloren zu haben". 

Die Grünen im bayerischen Landtag beharren ungeachtet des Rücktritts von Christine Haderthauer auf der Aufarbeitung der Modellbau-Affäre. "Wir Grüne halten in jedem Fall an der Sondersitzung zur Aufarbeitung der politischen Vorgänge und dem Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Affäre fest", erklärte die Fraktionsvorsitzende Margarete Bause. "Der Rücktritt war absehbar, unvermeidlich und überfällig."

Der Rücktritt von Christine Haderthauer „kann nur der Anfangspunkt zur Aufarbeitung der Affäre sein“, erklärte der FW-Landtagsabgeordnete Florian Streibl. Die Freien Wähler halten demnach an der beantragten Sondersitzung des Landtags am 16. September fest.

Die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag dankt Haderthauer in einer Presseerklärung „für ihre jahrelange erfolgreiche Tätigkeit“ im bayerischen Kabinett, erst als Sozialministerin und später als Leiterin der Staatskanzlei. Die Fraktion zollt ihr zudem „Respekt für ihre sicher schwierige Entscheidung. Ihr Schritt zeigt, dass Christine Haderthauer eine Politikerin mit Verantwortungsbewusstsein ist, für die die uneingeschränkte Handlungsfähigkeit der Staatskanzlei und somit die Sachpolitik für Bayern und seine Bürgerinnen und Bürger an erster Stelle steht“.

„Mit dem Rücktritt ist keinerlei Feststellung eines juristischen Verschuldens verbunden“, so die CSU-Fraktion weiter. „Die im Raum stehenden Vorwürfe werden weiterhin durch die zuständigen Behörden aufgeklärt. Christine Haderthauer wird diese hierbei auch künftig in vollem Umfang unterstützen. Die Vorgänge stehen nach heutiger Kenntnis in keinerlei Zusammenhang mit der Tätigkeit von Christine Haderthauer in Politik oder gar Staatsamt, sondern sind vollumfänglich ihrer Privatsphäre zuzurechnen.“

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