Der Sportökonom (CSU/Bürgerblock) und der Gärtner (FW) wollen die Nachfolge des abgesägten Rathaus-Chefs Sterz antreten – Entscheidung am Sonntag.
(ty) Beim ersten Urnengang hatten die Scheyerner unmissverständlich ihren Wunsch nach einem Wechsel an der Rathaus-Spitze bekundet. Trotzdem bleibt ihnen ein zweiter Urnengang nicht erspart. Eine Stichwahl muss am kommenden Sonntag, 22. März, darüber entscheiden, wer nach zwölf Jahren die Nachfolge des regelrecht abgesägten Bürgermeisters Manfred Sterz von den "Unabhängigen Bürgern Scheyern" (UBS) antreten wird. Johannes Baumeister, den gemeinsamen Kandidaten von CSU und "Bürgerblock" (BB), sehen Beobachter nach dessen klarem Erstrunden-Sieg im Zweikampf mit Andreas Mahl von den Freien Wählern (FW) in der Favoriten-Rolle.
Diese Klatsche hat gesessen: Lediglich 18 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen im ersten Wahlgang auf Sterz. Die vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung von 73,5 Prozent setzt hinter diesem Votum noch ein Ausrufe-Zeichen. Viel deutlicher hätte der Vertrauens-Verlust für den in der Kloster-Gemeinde seit zwölf Jahren amtierenden Bürgermeister kaum ausfallen können. Das Aus für ihn hatte sich irgendwie schon abgezeichnet, nachdem sich, wie berichtet, seine einstigen politischen Freunde, die Freien Wähler, öffentlich von ihm losgesagt und Andreas Mahl auf den Schild gehoben hatten. Sterz gelang es zwar, mit den UBS auf die Schnelle einen neuen Unterstützer-Kreis um sich zu scharen, seinen Absturz konnte er damit allerdings nicht verhindern.
Beinahe hätte es am vorvergangenen Sonntag für Johannes Baumeister gleich im ersten Wahlgang gereicht. Mit 49 Prozent schrammte der Diplom-Sportökonom und Strategie-Berater nur knapp an der absoluten Mehrheit vorbei. So kommt es nun an diesem Sonntag zu einem Duell mit Andreas Mahl, dem neuen Hoffnungsträger der Freien Wähler. Auf den Gärtner und derzeitigen Dritten Bürgermeister von Scheyern waren im ersten Durchgang 33 Prozent der abgegebenen Stimmen entfallen. Lesen Sie dazu: Sterz als Bürgermeister abgesägt, Baumeister und Mahl in Stichwahl
Eine Verschiebung brachte die Kommunalwahl bezüglich der Zusammensetzung des Gemeinderats von Scheyern. Die Freien Wähler verloren ihren Status als stärkste Fraktion. Diese Rolle übernehmen nun CSU/BB, die bei 37,9 Prozent landeten, was gegenüber dem Urnengang von 2020 ein Plus von 7,9 Prozentpunkten bedeutete. Die FW fuhren mit 32 Prozent ein Minus von 4,4 Prozentpunkten ein. Rang drei belegt die "Wähler-Gruppe Gemeinde Scheyern" (WGS) mit 15,7 Prozent der Stimmen, vor sechs Jahren waren es für sie noch 19,2 Prozent. Die Grünen kamen wie schon bei der vorherigen Kommunalwahl auf 14,4 Prozent. Die neue Verteilung der Sitze: CSU/BB sechs (bisher fünf), FW fünf (bisher sechs), WGS drei (bisher drei), Grüne zwei (bisher zwei).
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