Auf rund 3,5 Hektar soll ein Zentrum für Innovation, Forschung und Hightech-Jobs entstehen. Geplant sind aktuell mindestens zwei Büro- und Labor-Gebäude sowie zwei Parkhäuser für bis zu 2000 Mitarbeiter.
(ty) In unmittelbarer Nähe des Airbus-Standorts im Gemeinde-Bereich von Manching ist am heutigen Donnerstag der Startschuss für einen neuen Technologiepark gefallen. Zum symbolischen Spatenstich für die Erschließung war auch der bayerische Wirtschafts-Minister Hubert Aiwanger (FW) gekommen. "Der Technologiepark soll zusätzliche Flächen für technologie-orientierte Unternehmen und Zulieferer der Luftfahrt-Industrie schaffen und zugleich den Aufbau eines europäischen Spitzen-Standorts für Urban-Air-Mobility unterstützen", fasst das Wirtschafts-Ministerium des Freistaats zusammen. Nach Angaben der Gemeinde entsteht auf einer Fläche von rund 3,5 Hektar "ein modernes Zentrum für Innovation, Forschung und Hightech-Arbeitsplätze".
"Mit dem Technologiepark Manching schaffen wir einen echten Schub für die Region Ingolstadt und ganz Bayern", so Aiwanger. "Wir bringen hier Unternehmen, Forschungs-Einrichtungen und Start-Ups eng zusammen und geben gerade auch unseren kleinen und mittleren Betrieben die Chance, bei Zukunfts-Technologien vorne mit dabei zu sein. Außerdem eröffnen wir neue Perspektiven für unsere Fachkräfte – insbesondere für diejenigen, die vom Wandel in der Automobil-Industrie betroffen sind." Das komme der Wirtschaft in der Region zugute, gleichzeitig baue man Bayern weiter zu einem starken Standort für Luft- und Raumfahrt aus.
Lange Vorgeschichte
Bereits im Mai 2008 hatte der Gemeinderat von Manching den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungs- und Grünordnungsplans "Technologiepark Ost" gefasst. "Erste visionäre Entwürfe lieferte damals der international renommierte Star-Architekt Helmut Jahn, der auch einen Investor für das Projekt gewinnen konnte", heißt es aus dem Rathaus. In den folgenden Jahren sei die Entwicklung jedoch durch wirtschaftliche Umbrüche gebremst worden. Neue Dynamik habe das Projekt dann 2017 durch intensive Gespräche mit Politik und Investoren erhalten. Wichtige Impulse gekommen seien unter anderem vom damaligen Wirtschafts-Staatssekretär Roland Weigert (FW) sowie durch die Unterstützung von Minister Aiwanger.
Auch Wissenschafts-Minister Markus Blume (CSU) habe sich im Bereich Wissenschaft und Denkmalpflege für pragmatische Lösungen eingesetzt. "Ein besonderer Fokus lag in den vergangenen Jahren auf archäologischen Untersuchungen, da das Gelände historisch sensibel ist", so die Gemeinde-Verwaltung. Seit 2021 seien umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt worden, begleitet von enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Insgesamt seien rund 1,1 Millionen Euro in diverse archäologische Voruntersuchungen investiert worden. Das Ergebnis: "Es konnten keine nennenswerten Funde entdeckt werden und zudem auch keine Kulturschicht gefunden werden, sodass der Umsetzung des Projekts nichts mehr im Wege steht."
Hochbauten für 120 Millionen Euro
Mit dem heutigen Spatenstich beginne nun die konkrete Entwicklung der Infrastruktur. "Bis spätestens Frühjahr 2027 sollen alle Erschließungs-Maßnahmen abgeschlossen sein – darunter Straßen, Geh- und Radwege und Kanal sowie die Versorgung mit Wasser, Strom und Glasfaser", erklärt die Gemeinde in einer Presse-Information. Dann solle mit der Errichtung begonnen werden. Geplant seien mindestens zwei moderne Büro- und Labor-Gebäude sowie zwei Parkhäuser für bis zu 2000 Mitarbeiter. Die Investitions-Summe für die Hochbauten werde aktuell auf rund 120 Millionen Euro geschätzt. Ergänzt werde der Standort durch das Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) als Keimzelle für einen künftigen Außen-Campus der Technischen Hochschule von Ingolstadt (THI) in Manching.
Der neue Technologiepark solle gezielt Synergien schaffen – zwischen etablierten Unternehmen wie Airbus, mittelständischen Betrieben, Zulieferern sowie innovativen Start-Ups. "Insbesondere die unmittelbare Nähe zum Luftfahrt-Standort Manching bietet ideale Voraussetzungen für Kooperationen und kurze Wege", so die Gemeinde. Mit dem Technologiepark stärkt die Kommune nach eigenem Bekunden ihre Position als bedeutender Standort der bayerischen Luftfahrt- und Raumfahrt-Industrie "und wird gleichzeitig noch attraktiver für Investoren sowie als Lebens- und Arbeitsort für die Menschen in der Region". Der neue Technologiepark werde als zentraler Anlaufpunkt für Zukunfts-Technologien dienen, heißt es aus dem bayerischen Wirtschafts-Ministerium.
Mehrere Ansiedlungen konkret geplant
Geplant sei eine enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Hochschulen, Forschungs-Einrichtungen und Start-Ups. Schwerpunkte lägen auf autonomem Fliegen, digitaler Luftfahrt und unbemannten Flugsystemen. "Die Ansiedlungen profitieren insbesondere von der unmittelbaren Nähe zum Airbus-Standort mit seinem Kompetenz-Zentrum für militärische Flugsysteme sowie zur Wehrtechnischen Dienststelle 61 (WTD 61), der zentralen Einrichtung der Bundeswehr für die Erprobung und Prüfung von Luftfahrzeugen und Luftfahrtgerät." Bereits konkret geplant seien unter anderem Ansiedlungen des TTZ mit Fokus auf unbemannte Luftfahrt-Systeme und Urban-Air-Mobility sowie des Gründer-Zentrums "brigkAir", das Start-Ups im Bereich der dreidimensionalen Mobilität – Flugtaxis, Drohnen, autonome Flug- und Fahrzeuge – unterstütze.
Urban-Air-Mobility bezeichnet innovative Luftverkehrs-Lösungen im urbanen Raum, etwa elektrisch betriebene Luftfahrtzeuge für den Personen- und Gütertransport zur effizienten Ergänzung bestehender Verkehrs-Systeme. Die Luftfahrt- und Raumfahrt-Branche weist laut bayerischem Wirtschafts-Ministerium weltweit eine sehr dynamische Entwicklung auf, sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich.
Im Freistaat sei sie ein wichtiger Wirtschafts-Zweig und Innovations-Motor mit großen Industrie-Unternehmen, innovativen Start-Ups und spezialisierten Mittelständlern sowie Forschungs- und Bildungs-Einrichtungen. Zusammen mit Zulieferern umfasse sie inzwischen einen Jahresumsatz von zwölf Milliarden Euro und mehr als 38 000 hochqualifizierte Beschäftigte in über 550 Unternehmen.





