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In der Modellbau-Affäre um Christine Haderthauer hat die Staatsanwaltschaft offenbar die Ermittlungen ausgeweitet 

(ty) In der Modellauto-Affäre um das Ehepaar Haderthauer kehrt keine Ruhe ein. Nachdem der Bayerische Landtag vor wenigen Tagen einen Untersuchungsausschuss eingerichtet hat, um sich auf Drängen der Oppositionsparteien Klarheit zu verschaffen, wie tief und wie lange die ehemalige Ministerin in die Firma Sapor Modelltechnik ihres Mannes Hubert involviert war, hat jetzt die Staatsanwaltschaft, die gegen Christine Haderthauer wegen Betruges ermitteln, die Ermittlungen ausgeweitet. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, geht es jetzt auch um Steuerhinterziehung. Es steht demnach der Verdacht im Raum, sie könnte in den Jahren 2005, 2006 und 2008 bis zu 55 000 Euro an Steuern hinterzogen haben.

Diese neuerlichen Ermittlungen könnten die Konsequenz einer Hausdurchsuchung im Hause Haderthauer sein. Vor Monaten hatte die Staatsanwaltschaft München II Computer, Kontoauszüge und anderes Beweismaterial sichergestellt.

Während sich die Ermittlungen wegen eines möglichen Betruges auf eine Anzeige des ehemaligen französischen Geschäftspartners Roger Ponton beziehen, der aus der Firma Sapor Modelltechnik mit einer Abfindung ausgeschieden war, sich aber getäuscht fühlt, was die tatsächlichen Umsätze und somit seine reellen Ansprüche betrifft, fußen die neuerlichen Verdachtsmomente des Steuerbetruges laut SZ auf der Tatsache, dass die Ermittler bei der Auswertung der sichergestellten Beweismittel auf Einzahlungen auf Haderthauers Privatkonto gestoßen seien, die ihnen verdächtig vorkommen.

Drei Schecks über insgesamt 17 000 Euro beispielsweise im Jahr 2005. Möglicherweise handelt es sich um Gewinne aus dem Verkauf der umstrittenen Modellautos. Die tauchen auf dem Geschäftskonto, wo sie eigentlich verbucht sein sollten, indes nicht auf, schreibt die SZ. Auch 2006 seien die Ermittler auf 10 000 nicht erklärliche Euro gestoßen.

Im Jahr 2009 schließlich gingen 40 000 Euro – so die Zeitung – an Christine Haderthauers Mutter. Und im Verwendungszweck soll der Name eines Modellautos gestanden haben. Und dieses Prozedere soll sich zwei Jahre später wiederholt haben.

Sollten sich diese Verdachtsmomente tatsächlich erhärten, dann dürfte die Luft für die am 1. September zurückgetretene Leiterin der Staatskanzlei eng werden, was ihren Verbleib im Landtag betrifft.


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