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Die Unternehmen der Bauer-Gruppe in Schrobenhausen blicken vorsichtig optimistisch ins kommende Jahr

(ty) Weihnachten ist für die Schrobenhausener Firma Bauer immer auch der Zeitpunkt, zurückzublicken auf das abgelaufene Geschäftsjahr und einen Blick zu wagen auf das kommende Jahr. Und wenn in einem Jahr wie 2014 die Weltlage unruhig ist und die Märkte schwanken, kommen die Probleme an ein weltweit tätiges Unternehmen sehr nahe heran. Ob Ukraine-Krise oder Unruhe im Mittleren Osten – die Unwägbarkeiten werden das Geschäft der Bauer-Unternehmen weiterhin begleiten.

Dennoch sieht Thomas Bauer, Vorstandsvorsitzender der Bauer AG, zuversichtlich auf das nächste Jahr. Trotz aller Krisen würden Chancen sichtbar. Schließlich seien die Unternehmen der Bauer Gruppe auf jenen Feldern tätig, die sich weltweit als die Megatrends zeigen. Die Urbanisierung nehme zu und damit die Notwendigkeit von Baumaßnahmen für die Infrastruktur. Themen wie Wasser und Umwelt hätten steigende Bedeutung.

Im Jahr 2014 erbrachte die Bauer Gruppe eine konsolidierte Leistung von rund 1,55 Milliarden Euro, dabei wird ein Gewinn am unteren Rand der letzten Prognose zwischen 15 und 20 Millionen Euro erwartet. 70 Prozent der Bauer-Leistung wird im Ausland erwirtschaftet. Der Auftragsbestand liegt auf vernünftigem Niveau. Der Personalstand ist im abgelaufenen Jahr etwa gleich geblieben. Im Jahresschnitt hatte die Bauer Gruppe 10 264 Mitarbeiter aus 81 Nationen.

Peter Teschemacher, Geschäftsführer der Bauer Spezialtiefbau GmbH, bestätigt für den Baubereich ein Geschäftsjahr 2014, das mit 680 Millionen Euro Leistung etwa auf Plan abgeschlossen wird. Gerade der traditionell schwierige deutsche Markt brachte im abgelaufenen Jahr ein sehr positives Ergebnis. „Herausragende Aufgaben waren zuletzt die Dammprojekte auf Mauritius und in Bhutan sowie der sehr erfolgreiche Auftrag zur Gründung der Hongkong-Macao-Bridge“, so Teschemacher. Das größte Projekt im Inland war der Bahnauftrag „Umfahrung Schwarzkopftunnel“ in Unterfranken. Belastet werde das Spezialtiefbau-Ergebnis durch eine schwierige Baustelle in den USA, die Dammsanierung Center Hill. Hier werde eine technisch optimale Leistung abgeliefert, doch sei der Rückstand aus dem Vorlauf finanziell kaum noch aufzuholen. Für das kommende Jahr sieht Peter Teschemacher eine gewisse Zurückhaltung im Inland. Bis ins Frühjahr seien die Niederlassungen gut ausgelastet, darüber hinaus aber seien keine Großprojekte am Markt. In der Welt zeigen mehrere Regionen aufstrebende Tendenz, wie etwa Dubai, Abu Dhabi, Katar und Saudi-Arabien.

Für Dieter Stetter, Geschäftsführer der Bauer Maschinen GmbH, ist das Geschäftsjahr 2014 angesichts aller Beeinträchtigungen „ganz vernünftig gelaufen“. Der Maschinenbau hat eine Leistung von etwa 650 Millionen Euro aufzuweisen. Dabei habe man an Stückzahlen die Größenordnung des Jahres 2013 nicht ganz erreicht. Stetter verwies auf den unsteten Markt, gerade die Russland-Sanktionen der EU haben seit Jahresmitte auf das Maschinen-Geschäft eingewirkt. Fortschritte gab es in einigen Werkanlagen: In Edelshausen wurde der Bereich für die Ankerherstellung erweitert, das US-Unternehmen Pileco konnte aus dem Stadtbereich Houston auf das Bauer-Gelände weiter nördlich in Conroe umziehen; das alte Pileco-Areal wurde verkauft.

Den Auftragsbestand bezeichnet Stetter als „flach“. Man könne gut ins neue Jahr starten, habe aber nur Aufträge für zwei bis drei Monate. Als Ziel für 2015 setzt man sich 270 Großgeräte für den Spezialtiefbau. Dabei seien auch Neukonstruktionen in Arbeit, eine Tiefbohranlage für spezielle Anwendungen in China und neue Pfahlbohrgeräte. Positive Signale sieht Stetter in Sachen Tiefbohranlagen Hier erwarte man sich Innovationen aus der Zusammenarbeit mit dem Ölunternehmen Saxon.

Johann Mesch, Geschäftsführer der Bauer Resources GmbH, skizzierte ein Geschäftsjahr, das intern von Konsolidierung und Einführung einer neuen Struktur geprägt war. Nun könnten die Unternehmen der Resources-Gruppe ihre Kompetenzen weltweit in regionaler Repräsentanz anbieten. Die Bauer Resources zeigten für das Geschäftsjahr 2014 eine leichte Steigerung der Leistung auf 220 Millionen Euro, dabei ist der Resources-Markt noch sehr Deutschland-bezogen. Unter den einzelnen Bereichen verzeichnete Bauer Umwelt ein hervorragendes Geschäftsjahr. Auf den Feldern Entsorgung und Bearbeitung kontaminierter Böden wurde ein großer Schritt nach vorne gemacht. Das Geschäft mit Brunnenausbaumaterial, das Unternehmen GWE in Peine, kam laut Mesch nach Problemen wieder auf Kurs. Weniger positiv habe sich das Geschäft in der Minen-Technik in Afrika gezeigt, da die Preise im gesamten Rohstoffbereich stark gefallen seien. Das Glanzstück des Segments sei nach wie vor das Projekt Nimr, die weltgrößte Pflanzenkläranlage zur Verarbeitung von Brauchwasser der Erdölindustrie. Außerdem arbeitet Bauer Umwelt nach wie vor am großen Industriestandort Leuna in Sachsen-Anhalt. Spezialmärkte seien der derzeit gut ausgelastete Bereich Brauereitechnik, und für die Premium-Hersteller der Automobilindustrie baut Bauer Water neuerdings Wasch- und Dichtprüfanlagen.

Schachtbau Nordhausen, das Bauer-Unternehmen in Thüringen, erlebt seit einigen Jahren einen Aufschwung im Bergbau, den man nach der deutschen Wiedervereinigung fast komplett stilllegen musste. Derzeit wird in Kasachstan ein großes Projekt mit Schachtbau-Knowhow abgewickelt. 


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